Leadsänger von «Supertramp» – Roger Hodgson: «Uns fehlt ein spiritueller Kompass»

Sein prägnanter Tenor war die Stimme von «Supertramp». Auch mit 69 Jahren ist Roger Hodgson immer noch regelmässig auf Tour. Doch die Antwort auf die Frage seines «Logical Song» – wer bin ich eigentlich? – hat der Vollblutmusiker bei Gott gefunden.

Sein prägnanter Tenor war die Stimme von «Supertramp». Auch mit 69 Jahren ist Roger Hodgson immer noch regelmässig auf Tour. Doch die Antwort auf die Frage seines «Logical Song» – wer bin ich eigentlich? – hat der Vollblutmusiker bei Gott gefunden. So fordert er in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen unter anderem Schulbildung mit Richtung, «eine Art spiritueller Kompass».Kein Zweifel: Roger Hodgson hat Musikgeschichte geschrieben. Der gebürtige Brite ist Mitgründer der Progressive-Rock-Formation «Supertramp» und Komponist und Texter vieler ihrer grossen Hits wie zum Beispiel: Dreamer, Take the Long Way Home, Give a Little Bit, The Logical Song, Breakfast in America und It's Raining Again. Sein Markenzeichen war und ist bis heute die hohe Tenorstimme, aber genauso die philosophische Tiefe seiner Texte.

«Ich habe mehr inneren Frieden»

Seit inzwischen 50 Jahren steht Hodgson auf der Bühne. Zu seiner jetzt laufenden Tournee wurde er unter anderem vom Mannheimer Morgen interviewt. Wie so oft ging es im Gespräch um seine Erfolgstitel und deren tiefere Bedeutung. Die meisten Interpretationsversuche liess Hodgson einfach unkommentiert stehen, doch dann wurde er zum «Logical Song» gefragt: «Haben Sie mittlerweile herausgefunden, wer Sie sind?» Und er antwortete: «Zumindest habe ich mehr inneren Frieden als in meinen frühen 20ern. Der 'Logical Song' steht bis heute für die Verwirrung, die viele Menschen empfinden – mich eingeschlossen. Einfach, weil sich das Bildungssystem, das wir durchlaufen, nicht mit den elementaren Fragen des Lebens befasst. Etwa: Wer sind wir? Warum sind wir hier? Oder: Wer ist Gott? Ich meine, all die Anleitungen, wie man dies oder das machen sollte, sind toll. Doch was fehlt, ist eine Richtung, eine Art spiritueller Kompass. Das hat mich auf eine Reise geschickt, um Antworten darauf zu finden.» Hodgson sieht sich immer noch als Musiker mit einer Mission, der Menschen infrage stellt, aber auch Hoffnung und Glück vermittelt.

«Wovon hängt mein Glück ab?»

Diese Glücksfrage stellte sich bei ihm selbst 1987 sehr existenziell. Bei einem Sturz brach er sich damals beide Handgelenke und hatte die Arme monatelang in Gips. Die Diagnose der Ärzte war frustrierend: Er würde nie mehr Gitarre spielen können. «Da musste ich aufhören, so versessen auf Erfolg zu sein, musste überlegen: Wer ist der Mensch Roger Hodgson, und kann er auch glücklich sein, wenn er nie wieder Gitarre spielt?» (Stern von 2007) Hodgson kämpfte sich wieder ins normale Musikerleben zurück, trotzdem realisierte er: «Wenn ich sterbe, kann ich meine Gold-Alben nicht mitnehmen, mein Glück darf also nicht davon abhängen. Heute brauche ich keine grosse Karriere mehr, um glücklich zu sein», denn seine spirituelle Suche fand ihr Ziel in Gott: «Gott ist Liebe. Ich glaube wirklich, dass wir hier sind, um zu lieben und zu geben.»

«Ich bin geistlich, nicht religiös»

In einem Interview mit Anthony Jenkinsfragte ihn dieser, ob er sich eigentlich als religiöser Mensch verstände. Hodgson meinte nur: «Ich bin geistlich, nicht religiös.» Und er begründete dies folgendermassen: «Ich empfinde meine Beziehung zu Gott als etwas sehr Persönliches.»

Dass bereits Hodgsons suchende Fragen einen Menschen prägen können, erfuhr unter anderem der kanadische Pastor John van Sloten. Schon als Teenager bezog er das bohrende Fragen des «Logical Song» auf Gott: «Please tell me who I am» (bitte sag mir, wer ich bin). Viel später berührten ihn die Worte des Liedes «Hide in your Shell», die übersetzt lauten: «Lass mich dir den nächsten Wegweiser zeigen, damit du dein Herz zurückbekommst und auf den richtigen Weg findest. Wenn ich dir helfen kann, … lass es mich einfach wissen.» Van Sloten predigte einmal darüber: «Wie Gott Supertramp gebrauchte, um mein Leben zu retten.» Als Hodgson vor Jahrzehnten seine Hits schrieb, hatte er nicht daran gedacht, damit Menschen zu Gott zu führen. Heute freut es ihn.

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