Jessica Fong – Nie mehr einsam

Eigentlich hat Jessica Fong aus Malaysia ein tolles Leben. Sie wächst behütet auf, ist begabt und beliebt. Und trotzdem fühlt sie sich immer wieder einsam und leer. Heute sagt sie, dass die Einsamkeit verschwunden ist...

Eigentlich hat Jessica Fong aus Malaysia ein tolles Leben. Sie wächst behütet auf, ist begabt und beliebt. Und trotzdem fühlt sie sich immer wieder einsam und leer. Heute sagt sie, dass die Einsamkeit verschwunden ist und dass Gott diese Leere in ihr ausgefüllt hat.

Als Kind glaubte ich schon, dass es Gott gibt – auch wenn er nicht unbedingt etwas mit mir zu tun hatte. Mein Vater brachte mir immer wieder etwas über den Buddhismus bei und es gab auch ein paar Gebete, die ich aufsagen konnte, sobald mich meine Grossmutter dazu aufforderte. Das alles bedeutete mir aber nichts und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Gott sich für mich interessierte.

Geschichten von Jesus

Meine Familie mütterlicherseits waren Christen und so ging ich manchmal mit meinen Tanten und Cousinen in den Kindergottesdienst. Ich liebte die biblischen Geschichten und las viele Kinderbücher über Jesus. Auch wenn ich noch nicht ahnte, dass da so viel mehr hinter steckt, wurde ich furchtbar neugierig auf diesen Jesus. Dass es da noch einen anderen Gott gibt, fand ich faszinierend.

Ich fing an, zu Jesus zu beten und verrückterweise erfüllten sich meine Gebete. Aber sonst änderte sich für mich nichts. Wenn ich etwas brauchte, wandte ich mich an Jesus, aber ich hätte mich nicht als Christ bezeichnet und ging auch nicht in die Kirche. Ehrlich gesagt glaubte ich, dass ich Gott nicht brauchte. Ich wollte mich auch nicht für etwas verpflichten. Zu beten war praktisch, mehr nicht.

Zufrieden, aber nicht glücklich

Eigentlich hatte ich ein gutes Leben. Ich hatte eine tolle Kindheit und schöne Jugend, eine liebevolle Familie und es fehlte uns an nichts. Ich hatte gute Noten, war Vertrauensschülerin, sah nicht schlecht aus und hatte nicht mit meinem Gewicht zu kämpfen. Ich war beliebt, Jungs mochten mich, hatte wahrscheinlich weniger Sorgen, als andere in meinem Alter – und trotzdem war ich nicht so richtig glücklich. Tief in mir steckte eine seltsame Art von Einsamkeit. Es war, als würde mir etwas Wichtiges fehlen.

Die Suche nach Mehr

Als ich 17 war, erkrankte meine Mutter an Brustkrebs. Während sie im OP-Saal lag, war ich allein zuhause und wieder einmal überkam mich diese trostlose Einsamkeit, das Gefühl der Angst und Leere. Laut fragte ich mich, was das war, was mir fehlte. Ich hatte keine Antworten darauf, was in mir los war.

Am nächsten Tag fragte ich eine Freundin, ob sie mich mit in die Kirche nimmt. Melissa hatte mich schon oft eingeladen und freute sich riesig, dass ich mit wollte. Sehr geduldig beantwortete sie mir jede meiner Fragen und auch ihre Familie war sehr unaufdringlich und freundlich.

Als ich die Kirche betrat, fühlte ich mich sofort dazugehörig, es war fast wie Heimkommen. Mein Gefühl der Einsamkeit war mit einem Mal weg. Als wäre ich eine leere Flasche, die plötzlich bis zum Rand gefüllt worden wäre. Intuitiv spürte ich, dass Gott die Antwort auf meine Leere war.

Suche nach Gott

So oft ich konnte, ging ich jetzt mit in die Kirche. Ich wollte alles über Gott erfahren. Und je mehr ich von ihm lernte, fing auch ich an, mich zu verändern. Ich verstand, dass meine Gebete nicht durch Zufall oder Glück beantwortet worden waren, sondern dass Gott mich wirklich liebt und sich für mich interessiert. Er wollte mir nahe sein und hatte einen Plan für mein Leben. Das war der Beginn einer wunderbaren Beziehung mit Gott, eine Mischung aus Liebe, Erfurcht und Vertrauen.

Meine Beziehung zu Gott kam nicht über Nacht, es dauerte viele Jahre, bis ich mich wirklich ganz für Gott entscheiden konnte. Sieben Jahre lang ging ich in den Gottesdienst, las die Bibel und betete. Und Gott führte mich Schritt für Schritt immer inniger in eine echte Beziehung mit ihm.

Entscheidung für Jesus

Mit 24 Jahren war ich so weit. Ich wusste, dass Gott so viel für mich getan hat, dass auch ich ihm mein ganzes Herz schenken wollte. So beschloss ich, mich taufen zu lassen. Während des Taufkurses fühlte ich mich so von Gott getragen und begleitet wie nie zuvor in meinem Leben. Gott ist so gut. Und er ist immer da, um mich zu lieben. Jesus wird sich immer um mich kümmern, ich kann ihm aus ganzem Herzen vertrauen. Ich bin so dankbar für seine Gegenwart und dass ich ihn kennenlernen durfte und darf.

Jetzt, drei Jahre nach meiner Taufe, spüre ich immer noch seine Gegenwart. Niemals mehr hatte ich wieder dieses Gefühl der Angst, Einsamkeit oder Leere. Auch wenn ich mal alleine bin, fühle ich mich nicht mehr einsam. Gott erwartet nicht zu viel von uns. Es braucht viele kleine Schritte, um Gott kennenzulernen und seine Gegenwart zu spüren. Für mich hat sich der Weg gelohnt, denn ich weiss, ich bin nie mehr allein.

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