Ein Sohn Davids – Jüdischer Student fragte sich, ob Jesus Italiener ist

Als Jude, der in New Jersey aufwuchs und eine öffentliche Schule italienischer Katholiken besuchte, vermutete Mottel Baleston, dass Jesus Italiener sein müsse. Dann hielt er eines Tages – voller Angst – ein Neues Testament in den Händen...

Als Jude, der in New Jersey aufwuchs und eine öffentliche Schule italienischer Katholiken besuchte, vermutete Mottel Baleston, dass Jesus Italiener sein müsse. Dann hielt er eines Tages – voller Angst – ein Neues Testament in den Händen… «Ich erwartete, dass das Neue Testament ein Buch darüber war, wie man die Juden verfolgt», erinnert sich Mottel Baleston. Da etliche Juden Hitler fälschlicherweise als Christen sehen, haben mehrere Generationen ihre Kinder vor den Gefahren des Christentums gewarnt.

Gleichzeitig gefielen dem heranwachsenden Mottel aber auch die jüdischen Regeln nicht. «Man muss sich zuerst den Kopf rasieren, sich schwarz anziehen, darüber ein weisses Gewand tragen, nur koschere Lebensmittel essen… Man betet auf Hebräisch und lässt sich einen schönen, langen Bart wachsen. Ich dachte, dass es verrückt ist, zu denken, dass Gott von dem beeindruckt ist, was man trägt, was man isst und so weiter.»

Eine Dosis Angst

Es schien ihm, dass dieser Gott, wenn es ihn denn gäbe, ihn doch erkennen müsste, egal wo er gerade ist und wie er gekleidet ist. Schliesslich sei er ja Gott.

Seine Neugierde über das Christentum wuchs, bis er sich in der Bibliothek ein Neues Testament auslieh. Da ihm früher gesagt worden war, dass es sich in diesem Buch im Grunde um eine Anleitung des Krieges gegen die Juden handle, nahm er diesen Teil der Bibel zusammen mit einer ziemlichen Dosis Angst mit. Doch als er die Worte Jesu las, war Mottel überrascht. Er entdeckte, dass Jesus selbst jüdisch war und dass das Neue Testament fast ausschliesslich von Juden geschrieben wurde.

Jesus, ein Sohn Davids

Schon der erste Satz (im Matthäus-Evangelium) beschrieb Jesus als den Sohn Davids und den Sohn Abrahams – beide waren Juden. «Je mehr ich die Worte Jesu las, desto mehr fühlte ich mich zu ihm hingezogen», erinnert sich Mottel.

Bald war er überzeugt, dass Jesus der Messias sein muss und übergab ihm sein Herz und sein Leben. «Es war klar, dass die Hindwendung zu Jesus das Jüdischste war, was ich tun konnte. Er ist kein Abtrünniger unseres Volkes. Er war der Mensch, der unserem Volk in unserer Bibel versprochen wurde.»

Das Wagnis

Während er sich seines Glaubens sicher war, wagte Mottel es nicht, dies auch seinem Vater zu sagen. In dieser Zeit (es war in den 1970er-Jahren) gab es viele Kulte und Gurus, die Anhänger anzogen. Der junge Jesus-Nachfolger befürchtete, sein Vater hätte wohl gedacht, dass sich sein Sohn auf eine Sekten eingelassen hatte. «Ich habe monatelang gewartet. Als ich es ihm schliesslich sagte, war er sehr skeptisch.»

Sein Vater begann, selbstständig im Neuen Testament zu lesen. Etwa eineinhalb Jahre später lud Mottel seinen Vater in einen Vortrag ein. Der Redner bat alle jüdischen Jesus-Gläubigen, ihre Hand zu heben. Mottel tat dies entsprechend… und sein Vater auch.

Erhobene Hände

Mottel dachte, sein Vater hätte da etwas missverstanden, also lehnte er sich hinüber und flüsterte: «Dad, er bat nicht die Juden, ihre Hände zu heben. Er bat die Juden, die an Jesus glauben, ihre Hände zu heben.» Sein Vater antwortete: «Ich weiss, was er gesagt hat.» Mottel war von Emotionen überwältigt.

Heute sagt er: «Die Entscheidung für Jesus war keine Laune, keine vergängliche Modeerscheinung. Ich konnte Veränderungen in mir beobachten, die ich selbst nicht bewirkt hatte. Ich hatte eine Wahrheit unseres jüdischen Volkes gefunden, die sehr mächtig ist.»

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