HeeSun Lee – «Ich wusste nicht, wer ich bin»

Wenn es jemanden gibt, der ethnisch vielseitig ist, dann ist das mit Sicherheit HeeSun Lee. Sie ist von Geburt an koreanisch, chinesisch und amerikanisch. Aufgewachsen ist die Rapperin vor allem mit Latinos und Afroamerikanern.

Wenn es jemanden gibt, der ethnisch vielseitig ist, dann  ist dies mit Sicherheit HeeSun Lee. Sie ist von Geburt an koreanisch, chinesisch und amerikanisch. Aufgewachsen ist die Rapperin vor allem mit Latinos und Afroamerikanern. Trotz dieser Vielseitigkeit hat sie eine klare Identität: Sie ist Christin.Ihr Vorname ist koreanisch, ihr Nachname chinesisch – in erster Linie aber sieht sie sich als Christin. Das war allerdings nicht immer so: 1983 im Alter von vier Monaten adoptiert, wuchs HeeSun in einer liebevollen Familie in New York auf, in der alle ihre Bedürfnisse erfüllt wurden.

Aber im Teenage-Alter quälte sie der Gedanke, dass ihre leiblichen Eltern sie «abgelehnt» hatten. Sie fragte sich, wer sie war und warum sie ihre biologischen Eltern nicht wollten. «Als ich in die High School kam, fühlte ich mich so anders. Das war der Beginn meiner Reise, nicht zu wissen, wer ich bin.»

Sie fühlte sich abgelehnt

Ihre Identitätskrise löste eine Abwärtsspirale aus, weil sie kein Koreanisch konnte und ihre neuen koreanischen Freunde kommentierten sie in ihrer Muttersprache. Sie fühlte sich unbeholfen und abgelehnt. Sie fühlte sich von der damaligen Hip-Hop-Kultur angezogen und lernte zu feiern und Drogen zu nehmen.

«Ich erinnere mich, dass es einen Punkt in meinem Leben gab, an dem ich einfach völlig verloren war. Ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte. Ich wusste nicht, wer ich bin», erklärt die Musikerin.

Die Bestimmung gefunden

Etwa zur gleichen Zeit lernte sie das Christentum kennen, als es ihrer Grossmutter, der sie sehr nahestand, gesundheitlich schlecht ging. Ein Freund lud sie in die Kirche ein. «Als meine Oma krank wurde, dachte ich, der Glaube würde mich trösten.» Tatsächlich: «Es hat mein Leben völlig verändert. Ich habe Gott gefunden – ich habe meine Bestimmung gefunden.»

Ihre Reise zu Gott verlief nicht ganz reibungslos. «Aber Gott war durch all das immer bei mir. Er erinnerte mich daran, dass er für mich da ist.» Schliesslich entschied sie sich ganz, für Jesus zu leben.

Keine Sex-Texte

«Als ich anfing zu rappen, wollte ich über meine eigenen Erfahrungen rappen, was ich durchmache», sagt HeeSun. «Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich halbnackt Sprüche klopfe und über Sex rede. Ich meine, ich hatte gefeiert und so, aber das war ich einfach nicht.»

In ihren Liedern begann sie, über ihre Lebenserfahrung zu rappen und wie sie zu Gott fand. So wurde HeeSun zum christlichen Hip-Hop-Künstler. Weibliche christliche Rapper sind selten – asiatische Rapper ebenso.

Und ebenfalls für eine Hip-Hopperin wohl eher unüblich, ist HeeSun mit einem New-Yorker-Polizisten verheiratet; das Paar hat zwei Mädchen.

Identität in Jesus

Ihr erstes Album aus dem Jahr 2008 hiess «Re:Defined» («Re:Definiert»). Sie berichtet darauf, wie sie ihre Identität in Jesus definiert.

Unter anderem rappt sie: «Ich dachte immer, ich sei unglücklich, unglücklich, ein Leben zu führen, das mir nie die Ursprünge meiner Geschichte erzählen konnte.» Und weiter: «Die meisten Menschen wissen, wie sie geboren wurden. Leider wurden mir diese Details auf meinen Adoptionspapieren nie mitgeteilt... Ich weiss nicht, ob ich ein Fehler war.»

Stereotypen abgebaut

Sie konnte auch endlich die Erwartungen, die ihr die Menschen aufgrund ihrer Rasse und ihres Geschlechts mit Stereotypen auferlegten, abbauen. Das Album landete in den Billboard-Charts sowie in der Gospel-Album-Hitparade.

Ihre Töchter heilen zudem ihren Schmerz, der durch ihre eigene Ablehnung von ihren biologischen Eltern bei der Geburt ausgelöst wurde. «Es ist ein erstaunliches Gefühl, dass ich jetzt weiss, dass ich eine Blutlinie durch meine Kinder habe, weil man das nicht hat, wenn man adoptiert wird.»

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