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Assumpta

Der Preis der Nachfolge – «Ich wünschte mir einen Vater, der nie weggeht»

Als Assumptas Vater stirbt, macht sich das hinduistische Mädchen auf die Suche nach der Wahrheit. Beim Lesen des Lukasevangeliums verliebt sie sich in Jesus – doch Christ will sie auf keinen Fall werden. Hier ist ihre Geschichte.

Ich bin in einer hinduistischen Brahmanenfamilie aufgewachsen. Brahmanen sind die höchste hinduistische Kaste. Wir zogen nach Australien, als ich sieben Jahre alt war. Meine Familie war als Akademiker-Familie sehr erfolgreich.

Da wir Brahmanen sind, waren wir dem Christentum gegenüber misstrauisch. Meine Eltern sagten mir, dass Christen schlecht für Indien seien, weil sie versuchten, die Ordnung der Dinge umzustürzen, indem sie Menschen zu ihrer Religion bekehrten. Deshalb stand ich dem Christentum weitgehend feindlich gegenüber.

Ein Vater für immer

Aber dann starb mein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt, als ich 16 Jahre alt war. Ich weiss noch, dass ich dachte, er sei so erfolgreich, so angesehen. Er hatte so viel erreicht, und dann fiel er tot um. Ich fragte mich: Was ist der Sinn des Lebens? Ist das Leben sinnlos? Wenn es sinnlos ist, warum sollte ich dann weiterleben? Soweit ich das verstehen konnte, bestand das Leben aus Leid.

Also schwor ich mir mit 16 Jahren, dass ich die Wahrheit suchen und finden würde. Damals nahm ich an, dass ich sie in einer Reihe von Regeln, Doktrinen, Ritualen oder Mantras finden würde. Nachts weinte ich – ich vermisste meinen Vater so sehr. Ich wünschte, ich hätte einen Vater für immer – jemand, der nie wegging.

Ist das wahr?

Etwa zur gleichen Zeit besuchte ich in der Schule den obligatorischen Bibelunterricht. Ich erinnere mich, dass der Lehrer uns vom Evangelium erzählte und ich das seltsame Gefühl hatte, dass es wahr sein könnte.

Nicht lange danach hatte ich verschiedene Träume. Ich sah die Hölle als einen Ort der Grausamkeit, in dem es an Gnade mangelte. Der Himmel war ein Ort von blendender Klarheit, Schönheit, Freude und Glück. Natürlich wusste ich damals nicht, was das war, ich erinnere mich nur daran, dass ich aufwachte und es seltsam fand.

Verliebt in Jesus

Dann gab mir meine Freundin eine Bibel und schlug mir vor, das Lukasevangelium zu lesen. Ich las es und verliebte mich sofort in Jesus. Er war erstaunlich! Ich fragte mich, warum die Christen mir nicht von diesem Mann erzählt hatten. Ich liebte ihn so sehr.

Aber dann las ich auch, dass Jesus sagte, er sei Gott. Das ging mir gegen den Strich – ich sagte zu Gott: «Gibt es eine Möglichkeit, Jesus zu folgen, ohne Christ zu sein?» Natürlich sagte Gott nein! Also verdrängte ich es. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich nach der Wahrheit gesucht hatte und die Wahrheit nur in Christus zu finden war. Das Problem war, dass der Preis, Jesus zu folgen, so hoch war. Ich war Brahmanin, was ein grosses geistiges Privileg war. Als ich meiner Familie von den Wahrheiten erzählte, die ich in Jesus gefunden hatte, folgte der Bruch mit ihr. Es war ein schrecklicher Preis.

Ausserdem empfand ich den Besuch einer christlichen Kirche als massiven Kulturschock. Sie legte den Schwerpunkt auf die Kernfamilie. Ich kam aber als alleinstehende Frau, und das enttäuschte mich. Mit der Zeit wurde ich wütend auf Gott. Zehn Jahre lang lief ich vor Gott davon; ich liess ihn im Stich.

Die Nähe Gottes

Aber wenn man vor Gott davonläuft, erreicht man irgendwann einen Tiefpunkt. Als ich am Tiefpunkt angelangt war, dachte ich, das wäre die Gelegenheit für Gott, mich zu vernichten und zu verwerfen. Aber das tat er nicht. Gott rettete mich tatsächlich aus meiner Situation. Ich hatte ihn im Stich gelassen, aber er verliess mich nicht.

Als Hindu versteht man zwar die unglaubliche Weite Gottes, aber man versteht nie die Nähe. Als Gott mir nahekam und mich aus meiner Situation rettete, wurde ich komplett verändert. Ich erkannte, dass Gott mich liebte. Es war eine gewaltige Offenbarung, dass der Gott des Universums jemanden wie mich lieben konnte…

Ich bin jetzt seit 20 Jahren Christ. Manchmal war es sehr schwer, denn der Preis der Nachfolge Jesu ist hoch. Aber je länger ich Christ bin, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass es einfach keinen anderen Weg gibt. Jesus ist es wert!

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