Von Tolkien gerufen – Faschist wird zum Freund der Völker

Er orientierte sich an Odin, dem Heidentum und dem Nationalsozialismus: Steven Pidgeon. Auch liebte er epische Geschichten aus dem Norden und J.R.R. Tolkien hatte es ihm angetan. Ein Gespräch über letzteren brachte ihm eine ganz andere Person nahe.

Er orientierte sich an Odin, dem Heidentum und dem Nationalsozialismus: der Australier Steven Pidgeon. Auch liebte er epische Geschichten aus dem Norden und J.R.R. Tolkien hatte es ihm angetan. Ein Gespräch über letzteren brachte ihm eine ganz andere Person nahe: Jesus Christus.Steven Pidgeon las gerne antisemitische Literatur, darunter Hitlers «Mein Kampf». Er fand die Politik des Nationalsozialismus faszinierend. Dann verbrachte er einige Zeit in einer buddhistischen Gemeinschaft in den Blue Mountains, einer Bergregion westlich von Sydney. Später besuchte er regelmässig eine Moschee, lebte in einer islamischen Gemeinschaft und beschäftigte sich mit dem Koran.

Zudem gründete er eine eigene politische Partei namens «Australian Freedom Party». Neben dem Nationalsozialismus interessierte er sich stark für den Odinismus. Er trug einen Mjolnir-Hammer um den Hals und tauchte in die nordische Mythologie ein. Dies führte zu einem Bruch mit der islamischen Gemeinschaft.

Tolkien und ein Bier

Steven packte all seine Sachen in einen Rucksack und kaufte ein Zelt, um das Leben als Wanderer zu geniessen, wie die der epischen nordischen Geschichten, die er liebte.

Im Internet war Steven mit den unterschiedlichsten Menschen verbunden. Mit dem Christen Nathan Campbell teilte er eine gegenseitige Wertschätzung für J.R.R.Tolkien («Herr der Ringe»). Steven nahm seine Einladung an, ein Bier in der Kneipe zu trinken.

Kein Zufall und Pfingsten

Die beiden trafen sich zu einem spannenden Gespräch und einige Zeit später trafen sie sich erneut zufällig an der Bushaltestelle – Steven ist aber nicht einer, der an Zufall glaubt. Kurz darauf traf er sich mit einer faschistischen Gruppe, die nach dem Treffen in eine Kirche gehen wollte. Steven wollte aber nicht in irgendeine Kirche gehen, sondern in die von Nathan.

In der Gemeinde von Nathan ging es gerade um die Apostelgeschichte. Es wurde über den Heiligen Geist gesprochen und wie sich das Reich Gottes ausdehnte und alle Menschen, Stämme und Sprachen umfasst. Um dies zu verdeutlichen, wurde die Bibelpassage von einem Gemeindemitglied indischer Herkunft gelesen und zwei iranische Bekehrte wurden getauft.

Das Essen und der Professor

Nach dem Gottesdienst wird in der Gemeinde jeweils zusammen gegessen. Der rassistische Besucher traf hier auf eine multiethnische Gemeinschaft. Nathan Campbell berichtet: «Als Gemeinde haben wir seit langem die Vorstellung, dass Menschen zu uns gehören können, bevor sie glauben, und dass sie so kommen können wie sie sind. Wir glauben, dass Gespräche und Zusammensein sowie die Erfahrung der christlichen Gastfreundschaft und Liebe das Evangelium plausibel machen und dass das Evangelium die Kraft hat, das Leben zu verändern.»

Steven sass einem Mitglied gegenüber, das zufällig Professor des Alten Testaments ist. An diesem Tag ging er nach Hause und überlegte, ob das Christentum, das er so satt hatte, überhaupt das echte Christentum war…

C.S. Lewis und die Übergangsphase

Er las Werke von Augustinus und C.S. Lewis. Und er hörte sämtliche Predigten dieser Gemeinde an, die online verfügbar waren. Seine rassistischen Facebook-Posts hörten zwar nicht sofort auf, aber es gab eine Übergangsphase.

Seither hat er so gut wie keinen Gottesdienst mehr verpasst und entschied sich für ein Leben mit Jesus Christus.

Steven ist von seiner spirituellen Reise, die ihn in alle Ecken der religiösen Welt führte, nach Hause gekommen. Heute setzt er seine Fähigkeiten dafür ein, dass Menschen aus jedem Stamm, jeder Sprache und jeder Nation Jesus begegnen.

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