Pixabay/ David Rotimi
Symbolbild eines jungen Nigerianers

Vom Verfolger zum Verkünder – Einst verprügelte er Christen – heute ist er Pastor

Als Christen für eine Evangelisation in den Norden Nigerias kamen, sahen Abdul und seine muslimischen Freunde es als ihre Pflicht an, sie zu verprügeln. Heute sind die Menschen, die er einst schlug, seine engsten Weggefährten.

Abdul (Name geändert) wurde in eine polygame Familie hineingeboren – sein Vater hatte mehrere Frauen, wie es der Islam erlaubt. Doch Abdul selbst war nicht unbedingt ein gläubiger Muslim, sondern bemühte sich vor allem um den äusseren Anschein eines Gläubigen.

Ein sichtbares Zeichen eines «guten Muslims» ist die Gebetsnarbe auf der Stirn – ein Abdruck, der durch häufiges Niederwerfen beim Gebet entsteht. Um diesen Eindruck zu erwecken, rieb Abdul seine Stirn absichtlich im Dreck. «Ich habe meine Stirn auf den Boden gedrückt, um meine Hingabe an den Glauben zu zeigen», erzählt Abdul. Sein Vater, ein Imam, war stolz auf ihn und versprach ihm, ihn nach Saudi-Arabien zu schicken, damit er dort den Islam studieren und selbst Imam werden könne.

Als Christen in die Gegend kamen, um eine Evangelisation zu halten, verprügelte er sie zusammen mit seinen muslimischen Freunden.

Begegnung mit Jesus

Als junger Erwachsener zog er mit seinem Bruder nach Lagos, wo er zum ersten Mal mit Jesus in Berührung kam. Seine Schwägerin war Christin gewesen, bevor sie offiziell zum Islam konvertieren musste, um heiraten zu dürfen. Doch heimlich bewahrte sie eine Bibel auf – und Abdul fand sie.

Seine erste persönliche Begegnung mit Jesus hatte er in einem Traum. Er konnte nicht genau beschreiben, was geschehen war – er wusste nur, dass es Jesus war.

Später besuchte er eine christliche Veranstaltung, ähnlich der, die er zuvor gewaltsam verhindert hatte. Doch er konnte nicht bleiben – zu sehr prägte der alte islamische Glaube sein Denken.

Kampf tobt in ihm

«In mir tobte ein Kampf – ein Kampf um meine Seele. Jesus wollte mich retten, aber mein tief verwurzeltes Festhalten an meinem alten Glauben widersetzte sich seiner Liebe.»

Abduls Leidenschaft galt dem Fussball, und über diesen Sport wurde er zu einer Jugendveranstaltung einer Kirche eingeladen. Nach dem Spiel bat er um ein privates Gespräch mit dem Jugendpastor. Er wollte verstehen, was ihm in seinem Traum widerfahren war. Gleichzeitig erinnert er sich an eine seltsame Aussage seines Cousins – ein Muslim, der ihm prophezeit hatte, dass Abdul eines Tages ein christlicher Botschafter für Nigeria werden würde.

Wunder im eigenen Zimmer

Heute glaubt Abdul, dass Gott damals durch seinen Cousin sprach – so wie der Hohepriester unbewusst prophezeite, dass Jesus für das ganze jüdische Volk sterben würde.

Trotz dieser Erfahrungen plagten ihn Zweifel. Schliesslich lehrt der Islam, dass er die letzte und endgültige Offenbarung Gottes sei und alle früheren Religionen überflüssig mache.

Um eine Antwort zu finden, legte Abdul den Koran demonstrativ über die Bibel in seinem Zimmer und verliess das Haus. Als er zurückkam, lag die Bibel plötzlich auf dem Koran. «Ich weiss nicht, ob jemand in meinem Zimmer gewesen war. Aber ich war erstaunt.»

Entscheid für Christus

Er besuchte erneut den Jugendpastor, der ihm das Evangelium erklärte und ihn zum Gebet einlud. Als Abdul zustimmte, geschah etwas Unerwartetes: Der Heilige Geist kam über ihn und er begann, in Zungen zu reden.

Plötzlich erinnerte er sich an seine Kindheit – wie er früher die Christen ausgelacht hatte, indem er ihr Zungenreden nachahmte. Aber diesmal war es echt.

Heute ist Abdul genau das geworden, was sein Cousin einst prophezeit hatte: ein Missionar, der die Botschaft von Jesus in die entlegensten Regionen Nigerias bringt. Früher verprügelte er Christen, die Evangelisationen organisierten – heute leitet er selbst solche Veranstaltungen.

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