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Iris Buchser

Keine Komplexe mehr – Eine Frau lebt ihren Traum

Eine Coiffeuse aus Köniz liebt ihren Job und freut sich an ihrer wachsenden Familie. In jungen Jahren hätte sich Iris Buchser aber vor allem eines nicht vorstellen können: ein Leben ohne Minderwertigkeitskomplexe.

Eine Coiffeuse aus Köniz liebt ihren Job und freut sich an ihrer wachsenden Familie. In jungen Jahren hätte sich Iris Buchser aber vor allem eines nicht vorstellen können: ein Leben ohne Minderwertigkeitskomplexe.

In jungen Jahren konnte sich Iris Buchser (*1961) nicht ausstehen. Schüchternheit und Scham waren ihr vertraut, die Kindheit nicht immer unbeschwert. Perfekt ist ihr Leben auch heute nicht, doch sie hat echte Lebensfreude gefunden und ihren Wert entdeckt, der unabhängig ist von Erfolg, Begabung und Schönheit.

Ein verschupftes Mädchen

Als übergewichtiges Kind wurde Iris oft gehänselt. «Ich konnte mich selbst nicht annehmen, hatte ein schlechtes Selbstwertgefühl.» Auch schwierige Kindheitserfahrungen hatten Spuren hinterlassen. Sie war sehr schüchtern, redete kaum und höchstens mit leiser Stimme. «Immer hatte ich Angst, etwas Falsches zu sagen und dann ausgelacht zu werden.» Jedes kritische Wort und jeder kritische Blick interpretierte sie als Ablehnung aufgrund ihres Übergewichts. Von verschiedensten Menschen wurde sie zum Abnehmen gedrängt. Das setzte ihr enorm zu.

Die Ausbildung zur Coiffeuse war für Iris eine intensive Lebensschule. «Ich hatte einen strengen Lehrmeister und musste mehr Stunden arbeiten, als heute erlaubt ist.» Das waren strenge Zeiten, doch heute ist Iris auch dankbar für alles, wovon sie profitieren konnte.

«Jetzt mache ich mich selbstständig!»

Nach ihrer Berufslehre wurde Iris ein Job angeboten. Als eine Arbeitskollegin die Kündigung erhielt, war Iris betroffen und traurig. «Jetzt mache ich mich selbstständig und stelle dich ein!», sagte sie zur Kollegin.

Obwohl sie bis dahin nie an Selbständigkeit gedacht, hatte sie wenige Monate später ihr eigenes Coiffeurgeschäft. Sie kaufte dieses einer bekennenden Christin ab, die eigentlich eine Christin als Nachfolgerin gewünscht hatte. Da sich jedoch kein geeigneter Käufer finden liess, erhielt Iris, die absolut keinen Bezug zum christlichen Glauben hatte, ihre Chance. «Bis dahin suchte ich in der Esoterik und an anderen Orten vergeblich nach Erfüllung.»

Komplexe, Attacken und eine zerbrochene Beziehung

Regelmässig litt Iris an Minderwertigkeitskomplexen und psychosomatischen Problemen. Oft wurde sie auch von Ängsten geplagt. «Ich vermutete schon, dass es eine höhere Macht gab, einen konkreten Bezug zu Gott hatte ich aber nicht.»

Aus irgendeinem Grund hatte sie die christliche Literatur im Geschäft ihrer Vorgängerin nicht weggeworfen. «Eine Angestellte erzählte mir dann von ihrem Glauben an Jesus.» Irgendwann liess sich Iris zu einer kirchlichen Veranstaltung einladen, Interesse für den christlichen Glauben kam auf. Aufgrund ihres wachsenden Glaubens ging ihre Beziehung in die Brüche. Das war schwer, doch sie hatte in diesem Glauben etwas Wertvolles gefunden.

Eine Blockwohnung in Köniz

Dann lernte sie Dominik kennen und verbrachte viel Zeit mit ihm. Die Hochzeit war im März 1991. Zugunsten ihrer Familie verkaufte Iris ihr Geschäft.

Auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung bewarb sich Familie Buchser dreimal vergeblich für eine Wohnung im gleichen Block. «Die Absagen waren unverständlich, aber ich wusste, dass Gott etwas Besseres bereit hielt.» Heute ist Iris dankbar, dass die drei Bewerbungen erfolglos waren und zwar nicht nur, weil besagter Block kurze Zeit später brannte. In ihrem jetzigen Block befindet sich im Untergeschoss ein Raum, der sich Jahre später als Gewinn herausstellte.

Ein Traum als göttliche Führung?

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Iris Buchser in ihrem eigenen Coiffeurgeschäft

Als die Töchter grösser wurden, machte Iris sich Gedanken über eine berufliche Tätigkeit. Da sie selbst von Seelsorge profitiert hatte, wollte sie etwas davon weitergeben. So durchlief sie eine etwa dreieinhalbjährige Ausbildung zur Seelsorgerin. «Ich hatte schon ein paar Leute begleitet, glaubte aber, als Seelsorgerin nicht geeignet zu sein.» Als Iris eine Coiffeurstelle angeboten wurde, hatte sie kein gutes Gefühl. Es schien nicht das Richtige zu sein.

Schon öfters hatte Iris nachts von einem eigenen Geschäft geträumt, wusste mit diesen Träumen aber nichts anzufangen. «Dann träumte ich von einem Raum im Erdgeschoss unseres Blocks und wusste, dass dies mein Coiffeurgeschäft werden sollte.» Konnte dies ein Reden Gottes sein? «Ich betete, dass Gott, falls dies tatsächlich sein Wille sein sollte, alle nötigen Türen öffnen würde.»

Es war, als würde Gott sich um alles kümmern

Tatsächlich schienen alle Hindernisse wie von selbst überwunden zu werden. Die Mieterin des Raumes war bereit, diesen Iris zu überlassen und es stellte sich heraus, dass es der einzige Nebenraum im Block war, der die nötigen baulichen Veränderungen für die benötigte Wasserversorgung überhaupt zuliess. Trotz des Verbots der Liegenschaftsverwaltung, Räume gewerblich zu nutzen, erhielt Iris fünf Tage nach ihrer Anfrage trotzdem die Bewilligung. Die Umbaukosten fielen tiefer als erwartet aus und Iris bekam von einer Kundin ein Darlehen zum Erwerb der benötigten Einrichtung.

Am 6. Februar 2010, vier Monate nach ihrem Traum, eröffnete Iris ihr Geschäft. Iris blühte auf und stellte fest, wie oft sie von ihrer Seelsorgeausbildung profitieren konnte. Statt Hilfe bieten zu müssen, darf sie einfach Haare schneiden – alles weitere ist ein Extra.

Ein erfülltes Leben

Dass der Traum von einem Coiffeurgeschäft innert vier Monaten Realität wurde, ist für Iris ein Beweis der Existenz Gottes. «Was wir in jenen Monaten erlebt haben, kann kein Zufall sein.» Doch auch ohne diese Geschichte wäre sie von Gott und seiner Liebe überzeugt. «Die Veränderungen, die Jesus über Jahre hinweg an mir gewirkt an, führten zu einem neuen Selbstwertgefühl und dadurch zu einer ganz neuen Lebensqualität.»

An Minderwertigkeitskomplexen leidet sie heute nicht mehr und respektloses Verhalten ihr gegenüber hat keinen Einfluss mehr auf ihr Selbstwertgefühl. Natürlich freut sie sich an Komplimenten und eine Beleidigung kann verletzen. Aus tiefstem Herzen kann sie jedoch sagen: «Für mich ist massgebend, in Gottes Augen wertvoll zu sein. Das ist das Wichtigste in meinem Leben und gibt mir Freude und Sicherheit.»

Durch das Erkennen ihre eigenen Wertes, wurden Iris auch die Augen für den Wert anderer Menschen geöffnet. «Gott liebt jeden Menschen, egal wie gut oder schön wir sind. Er kann in uns Veränderung bewirken und seine Pläne für unser Leben sind vollkommen.» Zutiefst dankbar ist Iris für Dominik, ihre drei Töchter, deren Partner und ihre wachsende Schar von Grosskindern. «Ich habe eine wunderbare Familie!», ist sie begeistert.

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