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Edi Pestalozzi

Über Autorität und Beziehung – Ein unerwartet anderer König

Autorität ist in unserer Zeit ein heikles Thema. Für den pensionierten Pfarrer Edi Pestalozzi ist dies erst recht ein Grund, sich mit der Autorität von Jesus auseinanderzusetzen. Dabei macht er spannende Entdeckungen.

Autorität ist in unserer Zeit ein heikles Thema. Für den pensionierten Pfarrer Edi Pestalozzi ist dies erst recht ein Grund, sich mit der Autorität von Jesus auseinanderzusetzen. Dabei macht er spannende Entdeckungen.

Warum schreibt ein Schweizer und überzeugter Demokrat über einen König? Werbung für die Monarchie zu machen, ist bestimmt nicht im Interesse von Edi Pestalozzi (*1949) aus Muttenz, vielmehr stösst er grundsätzliche Gedanken zum Thema Führungsstil an. «Es geht um die Frage der Autorität.» Wie führen Politikerinnen und Politiker sowie Vorgesetzte in der Wirtschaft? Daraus entwickelt er die Frage: «Wie entsteht positive Autorität?»

«Hinter dem Glauben steht eine Person»

«Während des Theologiestudiums merkte ich, dass ich mich dem Anspruch von Jesus an mich stellen muss.» Das Thema Glaube konnte nicht wie andere Lebensbereiche abgehandelt werden. «Hinter dem Glauben steht eine Person: Jesus Christus. Nach ihm müssen sich alle Bereiche meines Lebens ausrichten.» Dieses Ausrichten sei ein lebenslanger Prozess. «Jesus schreibt mich aber nicht ab, wenn ich zum hundertsten Mal versagt habe. Wie ein Trainer richtet er mich auf und hilft mir, weiterzumachen.»

Im Pfarramt war Edi Pestalozzi mit Fragen zu Autorität und Unterordnung herausgefordert. «Spannend wird es dabei immer, wenn wir biblische Texte im praktischen Leben umsetzen.»

Jesus erscheint uns nicht immer logisch

«Die Bibel konfrontiert uns mit der theologischen Herausforderung, dass der Intellekt nicht die oberste Instanz ist, sondern Gottes Wort untergeordnet wird. Damit kommen wir irgendwann an unsere intellektuellen Grenzen, weil die Person Jesus nicht immer logisch erscheint.»

Der Glaube ist Auseinandersetzung mit einer Person und nicht mit einem System. «Jesus hat den Anspruch, dass seine Worte die Welt überdauern. Wenn das stimmt, muss ich mich mit ihm auseinandersetzen.» Die Autorität von Jesus sei aber genau von der Art, der er sich gerne unterordne.

Welche Autorität wird in der postmodernen Gesellschaft akzeptiert?

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Buch «Wenn ein König, dann Jesus»

«Wie müsste Autorität heute daherkommen?», fragt Pestalozzi. Eigenschaften wie «Übersicht und Umsicht», «der Versuchung widerstehen, sich aufgrund seiner Macht persönlich zu bereichern», «kein akutes oder verstecktes Problem ausklammern», «selber auch tun, was man anordnet» oder «ermutigende und stilvolle Führung» ordnet er allesamt dem Führungsstil von Jesus zu.

Die Art, wie Jesus Autorität auslebt, entspricht ihm. «Es fasziniert mich, wie Jesus Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten auf Augenhöhe begegnet. Er handelt nie herablassend.» Jesus ist kein glamouröser Royaler. «Jesus lebte ein anderes Königtum. Seine Autorität bestand in seinen eigenen Wunden.»

Ein besonderer König

«Auch als postmoderne Menschen können wir uns nicht darum herummogeln, dass die Heilige Schrift uns Jesus als König beschreibt.» Biblische Texte sollen nicht beliebig umgedeutet werden. Es geht weniger um die Frage, ob Jesus König ist, sondern vielmehr, welcher Art sein Königtum ist. «Jesus hat keine unterworfenen Untertanen, sondern nur Freiwillige. Er kam nicht, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld zu geben. Die Autorität von Jesus liegt in seinem Dienen.» Im Grunde genommen sei Jesus ein unlogischer König und diesem König gelte es nachzuspüren. In diesem Zusammenhang hat Pestalozzi das Buch «Wenn ein König, dann Jesus» geschrieben.

«Wenn ein König, dann Jesus»

«Das Buch ist eine Anfrage an den postmodernen Menschen, ob er sich selbst zum König erheben, oder ob er die Kraft des Dienens entdecken will – in der Beziehung mit Jesus Christus.» Das Buch richtet sich auch an Menschen, die mit dem Glauben wenig am Hut haben und lädt zu einer Entdeckungsreise ein. In einfacher Sprache beschreibt es die wichtigsten Stationen des Lebens von Jesus.

«Das Buch soll nicht ein Glaubenssystem vermitteln, sondern ermutigen, in die Beziehung zu Jesus hineinzukommen und diese Beziehung zu vertiefen.» In den zwölf Kapiteln geht es darum, woher Jesus seine Autorität hatte und was es bedeutet, seine Jüngerin oder sein Jünger zu sein. Die Bedeutung von Kreuz, Auferstehung und Pfingsten werden beschrieben und die Wiederkunft ist Zielpunkt. Dass Jesus Jude war sowie die Rolle Israels in Geschichte und Gegenwart erachtet Pestalozzi als sehr wichtig.

Zum Buch:
«Wenn ein König, dann Jesus» von Edi Pestalozzi bestellen

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