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Lucy Burrows

Missionarin im eigenen Land – Eigener Küstenstreifen statt Dschungel und Wüste

Missionarin zu sein bedeutet nicht immer, in ferne Länder zu reisen. Lucy Burrows folgte dem Ruf Gottes, ihre eigene Heimat zu erreichen. Gott öffnete ihr Herz für eine kleine Region im Südosten Englands.

«Ich bin eine Missionarin für mein eigenes Land – England», erklärt Lucy Burrows, deren Leben und Berufung sie durch verschiedene Länder und Kulturen führten. Ihre Reise begann in London, führte sie nach Hongkong und später nach Südafrika, wo sie mit «Jugend mit einer Mission» zusammenarbeitete. Im Laufe der Jahre reiste sie mit JMEM in viele Länder, kehrte aber 2006 nach England zurück, um dort zu arbeiten.

Anfangs sah sie ihre Arbeit in England als vorübergehend an. «Ich dachte immer, es wäre nur eine Zwischenstation», erinnert sie sich. Aber Gott hatte andere Pläne. Als sie 2010 begann, im Vorfeld der Olympischen Spiele Städte wie Coventry und London für evangelistische Einsätze zu besuchen, änderte sich ihre Perspektive. «Mir wurden die Augen dafür geöffnet, dass die Menschen in Grossbritannien etwas suchen. Es war einfacher, meinen Glauben hier zu teilen, als ich gedacht hatte.»

Die unerwartete Liebe zu Thanet

Ende 2012 nahm sich Lucy Burrows eine Auszeit in der Küstenregion von Thanet, wo sie als Kind ihre Sommerferien verbracht hatte. «Ich hätte nie gedacht, dass dies einmal mein Zuhause sein könnte», blickt sie zurück. Doch in den kalten Wintermonaten geschah etwas Unerwartetes. «Als ich durch Thanet fuhr, spürte ich eine neue Liebe für diesen Ort. Gott zeigte mir seine Liebe zu Thanet und begann, mein Herz dafür zu erweichen.»

Diese Liebe vertiefte sich in den folgenden Jahren. Lucy besuchte Thanet immer wieder mit verschiedenen Teams, betete für die Region und diente der örtlichen Gemeinde. Thanet hatte wie viele andere Küstenstädte mit dem wirtschaftlichen Niedergang und den damit verbundenen Herausforderungen zu kämpfen. Doch Lucy Burrows erkannte, dass Gott sie nicht nur zu den Menschen in der Ferne berufen hatte, sondern auch zu denen vor ihrer Haustür. «Gott wollte Thanet mit seiner Liebe wieder aufbauen, so wie er mich wieder aufgebaut hat», weiss sie.

Hilfe für Flüchtlinge

Heute leitet Lucy Burrows verschiedene Projekte in der Region. Unter anderem bietet sie Flüchtlingen, Asylbewerbern und Menschen mit geringem Einkommen kostenlose Englischkurse an. Zudem gründete sie «Gather Thanet», einen sicheren Ort, an dem Frauen Hoffnung und Gemeinschaft finden können. «Es ist so erfüllend, Menschen auf diese Weise dienen zu können. Wir sind hier, um Gottes Liebe praktisch und spürbar zu machen.»

Während einer Begegnung mit einer jungen Frau aus der Region wurde Lucy Burrows klar, wie tief ihre Liebe für Thanet wirklich ist. Obwohl sie inzwischen fest in England verwurzelt ist, hat Lucy ihre Liebe zu anderen Ländern und Kulturen aber nicht verloren. Sie sieht Parallelen zu den ersten Jüngern Jesu, die von Jerusalem aus bis an die Enden der Erde reisten. «Wir sind seine Zeugen – in England und auf der ganzen Welt», betont sie. Ihre Reise habe sie gelehrt, die Schönheit des eigenen Landes ebenso zu schätzen wie die Vielfalt anderer Nationen.

Gott öffnet Türen

Lucy Burrows blickt dankbar auf ihre Missionsreise zurück und erkennt, dass jede Station sie auf ihre jetzige Aufgabe vorbereitet hat. «Ich frage Gott nie: Warum hast du mich nicht gleich hierher geschickt?», bilanziert sie. «Denn durch meine Reisen habe ich gelernt, Thanet mit Gottes Augen zu sehen.»

Sie ermutigt andere, nach ihrer eigenen Berufung zu suchen. «Vielleicht fragst auch du Gott: 'Was kommt als Nächstes?' Wenn du im Glauben sagst: ‚Hier bin ich. Sende mich!', dann wird Gott dir Türen öffnen und dir zeigen, was er für dich hat.»

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