Empfangen und Teilen – «Die Menschen müssen unser Feuer für Jesus sehen!»

«Wie kann ich Menschen dazu bringen, für Jesus zu brennen, wenn ich selbst nicht in Flammen stehe?», fragt Tillmann Luther. Und so ist das Empfangen von Gott die Grundlage seines ganzen Lebens.

«Wie kann ich Menschen dazu bringen, für Jesus zu brennen, wenn ich selbst nicht in Flammen stehe?», fragt Tillmann Luther. Und so ist das Empfangen von Gott die Grundlage seines ganzen Lebens.Tillmann Luther ist reformierter Pfarrer in Visp und brennt für Jesus. Doch das war nicht immer so. Als Theologiestudent war er lediglich am historischen Jesus interessiert. Er glaubte, in ihm einen hervorragenden Menschen und Morallehrer vor sich zu haben. Nie hätte er aber gedacht, mit genau diesem Jesus eine ganz persönliche Beziehung haben zu können.

«Wollen Sie nicht endlich Christ werden?»

Irgendwie gelangte ein Buch von Ole Hallesby in seine Hände, welcher darin seinen ganz persönlichen Werdegang zum gläubigen Menschen beschreibt. Als Theologiestudent wurde er gefragt: «Wollen Sie nicht endlich Christ werden?» Hallesby reagierte entrüstet: «Ich bin Christ! Ich studiere sogar Theologie.» Das Gegenüber liess nicht locker. Ein Christ hat mehr als Wissen über Jesus – er kennt ihn persönlich.

Diese Geschichte traf Tillmann. «In diesem Augenblick erkannte ich, dass ich nur christlicher Wissenschaftler war. Ohne persönliche Beziehung zu Jesus, ohne echte Hingabe an ihn.» Das war nicht genug. «Ich entschied mich, ein richtiger Christ zu werden.» So wandte er sich Jesus Christus zu und fand eine lebendige, kraftvolle Beziehung mit Gott.

Wenn Theologie zum kraftvollen Glauben wird

Von diesem Tag an las Tillmann seine Bibel anders als zuvor. «Durch meine lebendige Beziehung zu Jesus veränderte sich meine Sichtweise total.» Das Göttliche war jetzt real und nicht nur Kopfwissen. Doch nun eckte er in seinem Studium immer wieder an – irgendwie passte er nicht mehr so richtig in die wissenschaftlich-christliche Universität.

In einem Treffen von ungefähr 40 Theologiestudenten, die eine persönliche Beziehung zu Jesus pflegten, wurden Lehrinhalte der Vorlesungen neu aufgearbeitet. Das war spannend. Die Studenten dieser Gruppe lebten ein leidenschaftliches, missionarisches Engagement, welches Tillmann schnell ansteckte. Er freute sich immer, wenn ein weiterer Theologiestudent zu Jesus fand.

Die Leidenschaft für Jesus bleibt

Schon während des Studiums entdeckte Tillmann den Wert erbaulicher Literatur. «Bücher, die wissenschaftlich gesehen vielleicht nicht auf höchstem Niveau sind, verhalfen mir zu einem gesunden und starken Glaubensfundament.» Prediger wie Spurgeon eröffneten ihm einen neuen Zugang zur Bibel.

In seinem Glaubensleben entwickelten sich zwei Leidenschaften: Gottes Wort studieren und Menschen zu Jesus führen. Nach dem Studium wurde er Pfarrer, weil er so genau dies tun konnte: Von Gott empfangen und das Empfangene dann weitergeben.

Als Pfarrer Gottes Wort zu den Menschen bringen

«Als Pfarrer sind viele Türen zur Gesellschaft offen», freut sich Tillmann Luther. «Gesellschaftlich anerkannt zu sein, öffnet viele Türen. Es ist mir ein Anliegen, diese Türen auch für Pastoren aus Freikirchen zu öffnen», erklärt er mit seiner üblichen Begeisterung. Doch die Türen sollen nicht umsonst offen sein. «Es geht darum, den christlichen Glauben zu den Menschen zu bringen.»

Tillmann ist es wichtig, dass die Kirche glaubwürdig ist und auch so wahrgenommen wird. «Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit unter Christen wichtig.» Er freut sich, dass ein solches Gemeinsam gerade im katholisch geprägten Wallis Gestalt annimmt. «Wir müssen gemeinsam im Namen Jesu auftreten. Es muss um Jesus und nicht um unsere Denomination gehen.»

Empfangen, um zu Teilen

Wer Menschen zu einer lebendigen Beziehung mit Jesus führen will, muss selbst von Jesus begeistert sein. Je mehr ein Christ von Leidenschaft für Jesus erfüllt ist, desto mehr wächst das Anliegen, anderen davon zu erzählen. «Ich sättige mein Herz mit Gottes Wort und teile dann, was mich selbst begeistert. Auf der Kanzel kann ich aber nur etwa fünf Prozent davon weitergeben. Der Überfluss an geistlichem Leben fliesst in seelsorgerliche Gespräche, Konfirmandenlager, Begegnungen mit Menschen – eigentlich überall hin.»

Vor ein paar Jahren begann Tillmann mit dem freien (aber gut vorbereiteten) Predigen. Er stellt fest, wie geistliches Leben so viel besser fliessen kann. «In meinem Predigten geht es mir heute mehr darum, meine Begeisterung für Jesus zu teilen als möglichst viel Kopfwissen.» Dabei will er so sein, wie er immer ist. Das heisst: Brennend für Jesus!

Begeistertes Christsein

Oft fragen Leute: «Tillmann, warum bist du so motiviert? Warum strahlst du immer so?» Und dann erzählt er vom Grund seiner Freude. Und diese ist Jesus Christus. Es ist gut, wenn Menschen das Feuer für Jesus erkennen. Deshalb will er brennen, schon der Welt zuliebe. «Wie soll ich Menschen dazu bringen, für Jesus zu brennen, wenn ich selbst nicht in Flammen stehe?»

Damit das Feuer für Jesus brennt, will Tillmann stets nahe bei ihm bleiben. «Von Jesus empfange ich Freude und Begeisterung. Von ihm lerne ich auch, wie ich diese Freude mit meinen Mitmenschen teilen kann.» Bezüglich Erzählstil und Rhetorik hat Tillmann von Jesus gelernt. «Auch hier ist er der beste Lehrer.» Andere scheinen dies indirekt zu bestätigen, denn Tillmann wird regelmässig für Rhetorikschulungen eingeladen: in Kirchen und Gemeinden, aber auch in Schulen, Unternehmen und beim Militär.

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