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Fabio Schucman (links) mit Jiu-Jitsu-Lehrer Ilan Schucman

Nach 5 Jahren Bibelstudium – «Das Alte Testament ist niemals alt»

Fabio Schucman wächst in der Synagoge auf, doch niemand kann ihm Antwort darauf geben, wie er näher zu Gott kommt. Das enttäuscht ihn. Bis ihm die Mutter eines Freundes anbietet, das Alte Testament mit ihm zu studieren. Plötzlich macht alles Sinn…

Fabio Schucman wächst in der Synagoge auf, doch niemand kann ihm Antwort darauf geben, wie er näher zu Gott kommt. Das enttäuscht ihn. Bis ihm die Mutter eines Freundes anbietet, das Alte Testament mit ihm zu studieren. Plötzlich macht alles Sinn…Fabio Schucman wurde in einer jüdischen Familie in Brasilien geboren. Regelmässig ging er in die Synagoge, in der es viel um Regeln und Liturgie ging. Schon als Achtjähriger hatte er viele Fragen an die Rabbiner. «Ich fragte nach dem Messias und darüber, wie ich eine engere Beziehung zu Gott haben könnte.» Doch schon in dem jungen Alter wurde er enttäuscht: Er wollte gern auf Portugiesisch beten, weil das für ihn natürlich viel verständlicher war, doch das durfte er nicht. «Die Rabbiner sagten, ich müsse auf Hebräisch beten, denn nur wenn ich es auf Hebräisch machte, würden sich die Himmelstore öffnen und Gott würde mein Gebet annehmen.»

Keine Begegnung mit Gott

Enttäuscht von dieser Erklärung begann er, die Religion und das Judentum an sich zu kritisieren. Einen Hoffnungsschimmer hatte er jedoch noch: die Bar-Mizwa, die religiöse Mündigkeit im Judentum im Alter von 13 Jahren. «Ich hatte grosse Erwartungen an diesen Tag und dachte, dass ich an dem Tag eine Begegnung mit Gott haben würde. Ich dachte, dass etwas Besonderes passieren würde, aber es geschah nichts. Es war bloss Liturgie, etwas Religiöses. Von da an beschloss ich, Gott auf eigene Faust zu suchen!»

5 Jahre Bibelstudium

Nach einiger Zeit liessen sich Fabios Eltern scheiden und er zog an die Küste von Sao Paulo. Hier freundete er sich mit einem Jungen an – er war Christ. Es war das erste Mal, dass Fabio eine nichtjüdische Familie kennenlernte. «Diese Familie fing an, mit mir über ihre Werte zu sprechen. Sie wussten viel über die Bibel…» Gemeinsam sprachen sie oft über dieses Buch, bis Neide, die Mutter des Freundes, ihn irgendwann fragte, ob er gerne die Bibel mit ihr studieren wollte.

Fabio sagte sofort zu – doch als Jude weigerte er sich, das Neue Testament zu lesen. Das war für Neide kein Problem und sie begannen, gemeinsam das Alte Testament zu lesen. «Ich war völlig naiv und dachte, dass das Alte Testament nichts über Jesus sagt.» Doch während der fünf Jahre merkte er immer deutlicher: der Messias, der im Alten Testament prophezeit wurde, muss Jesus sein. «Im Alter von 18 Jahren traf ich eine Entscheidung für Jesus!»

Einsame Entscheidung

Was Fabio erfüllte und sein Leben nach und nach veränderte, war für die jüdische Familie ein Schock. Viele seiner Verwandten und Freunde distanzierten sich von ihm. Sein eigener Grossvater sprach kein Wort mehr mit ihm, bis er starb. Auch die Freunde aus der Synagoge wandten sich von ihm ab – nicht einfach für einen 18-Jährigen, so ganz ohne Freunde. Trotzdem war Fabio von seiner Entscheidung überzeugt. «Gott hat viel in meinem Leben getan und alles begann sich zu ändern.»

Und das ist bis heute so geblieben. Aktuell lebt er mit seiner Familie in Jerusalem und hat dort eine Jiu-Jitsu-Schule gegründet. Auch seine Faszination an der Bibel und insbesondere am Alten Testament besteht weiterhin; allerdings ist er über dessen Namen nicht so glücklich. «Die Bibel, die Jesus las, war das Alte Testament. Die Bibel, die Paulus, Petrus und alle Apostel lasen, war das Alte Testament. Tatsächlich ist dieser Begriff 'Altes Testament' bereits abwertend, weil es niemals alt ist.» Es sei top-aktuell – und deshalb rät er jedem, diesen ersten Teil der Bibel zu lesen.

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