Willie Morris – Dankesbriefe von Tornado-Opfern brachten ihn zurück zu Gott

Lange Zeit ist Willie Morris Gott gegenüber sehr skeptisch. Als er für eine Hilfsorganisation Briefe von Tornado-Opfern durchgehen soll, rührt ihn dies aber zu Tränen: Diese Menschen, die alles verloren haben, danken Gott für die erfahrene Hilfe.

Lange Zeit ist Willie Morris Gott gegenüber sehr skeptisch. Als er für eine Hilfsorganisation Briefe von Tornado-Opfern durchgehen soll, rührt ihn dies aber zu Tränen: Diese Menschen, die alles verloren haben, danken Gott für die erfahrene Hilfe.

Willie Morris ist ein erfolgreicher Geschäftsmann aus den USA. Sein Geschäft – ein Abo-Service für Produkte, welche Christen in ihrem Glauben stärken und erfrischen sollen – hat auch seinen Glauben stark beeinflusst. Doch das war nicht immer so. «Vor vier Jahren war ich weit weg vom Glauben, lebte in Florida und leitete eine Design-Firma», berichtet der heute 32-Jährige in einem Interview. «Wenn du mir damals erzählt hättest, dass ich mich eines Tages als 'Christ' bezeichnen würde, hätte ich dich ausgelacht…» Er bezeichnete sich selbst in dieser Zeit sogar als Atheist. Doch wie kam es zur 180-Grad-Wendung?

Vom Christentum abgestossen

Willie Morris wächst in einem katholischen Elternhaus auf. Er ist von klein auf neugierig über den Glauben, doch seine Fragen über Gott und Religion finden keine Antworten – auch nicht an der Universität. Hier trifft er vielmehr auf ein überzogenes und sehr kleinkariertes Christentum, das ihn abstösst. «Anstatt den Glauben weiter zu erforschen und weiter in die Tiefe zu gehen, entfernte ich mich nach und nach immer weiter von der Kirche und von Gott. Bevor ich es wirklich merkte, war ich ein Mensch ohne jeden Glauben und ohne Christus in meinem Leben.»

Briefe, die sein Leben verändern

Morris macht seinen Uniabschluss und arbeitet anschliessend bei einer Design-Firma. Einer der Kunden ist eine gemeinnützige Organisation, die zu der Zeit Menschen unterstützt, die vom Tornado Joplin betroffen sind. Willie Morris ist für den Blog und die Social-Media-Seiten der Organisation zuständig. Hierfür soll er einige der Dankesbriefe der betroffenen Menschen an die Organisation lesen.

Er nimmt die Briefe mit nach Hause – und etwas Unerwartetes geschieht: «Ich begann, sie durchzugehen und war mit einem Mal ganz betroffen. Das war einer dieser Momente im Leben, die man nie vergisst. … Leute, die wortwörtlich alles verloren hatten, waren trotz allem so dankbar und freundlich und viele von ihnen dankten Gott in ihrem Briefen. Sie schrieben: 'Gott sei Dank, dass er uns eure Organisation zur Hilfe geschickt hat!' Das beeindruckte mich. Und es brachte mich dazu, in meinem Leben einen Schritt zurückzutreten und mich zu fragen: 'Was mache ich eigentlich? Ich habe dem Glauben den Rücken zugedreht, aber diese Leute haben nichts mehr und haben doch so viel Glauben…'»

Ein privater Glaube, der reifen muss

Mit Tränen in den Augen versteht Morris, dass es im Leben um mehr geht. «Ich wurde wieder offen gegenüber Gott und dem Christentum, obwohl es ein ganz anderer Glaube war als der, mit dem ich aufgewachsen war. … Anstatt in die Kirche zu gehen, nahm ich mir einige Minuten am Tag Zeit, um zu meditieren, sei es über einen Vers, ein Zitat oder einfach so in der Stille. Anstatt die Vorteile des Christentums weiterzugeben, stellte ich mir die Herausforderung, jeden Tag ein besserer Mensch für andere zu sein. Ich sagte niemandem, dass ich Christ war, ich hatte das Gefühl, dass ich darüber nicht sprechen musste. Es war so persönlich und privat.»

Dass Morris heute in Interviews und Blogs so offen über seine Geschichte und seinen Glauben spricht, hätte er auch vor einem Jahr nicht erwartet. «In den vergangenen zwei Monaten habe ich so viele unglaubliche Menschen getroffen und von ihren Kämpfen und ihren Glaubenswegen gehört. Mir wurden so unterschiedliche Perspektiven weitergegeben, dass ich herausgefordert wurde, neu zu untersuchen, wie mein Glaube in mein eigenes Leben passt. Ich wurde aus meiner Komfortzone gestossen, so dass ich jetzt sogar wieder nach einer eigenen Gemeinde suche.»

«Selbstgefälligkeit ist ätzend!»

«Ich war so selbstgefällig geworden und dachte, dass meine eigenen Glaubens-Praktiken genug waren. Aber weisst du was? Selbstgefälligkeit ist ätzend! Ich bin so dankbar für die Menschen, die mir, sogar ohne es zu wissen, dabei geholfen haben, sie zu überwinden. Ich bin Willie Morris – und ich bin Christ!»

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