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Priscila kann wieder lachen, sie fand Hoffnung in Jesus

Priscila aus Peru – Auf der Suche nach besserem Leben

Dass man eine Bibel geschenkt bekommt, scheint nichts Besonderes zu sein. Für Priscila aus Valle de Mirador bei Lima änderte es alles! Sie fand endlich, was sie schon lange suchte: ein erfülltes Leben.

Nach dem Ziel der Träume sieht Valle el Mirador nicht aus. Eher nach einer Sackgasse des Lebens. So weit das Auge reicht, erstrecken sich einfache Hütten und Holzverschläge über die kahlen Hänge des Tals. Nach etwas Grün oder gar Bäumen sucht man hier vergeblich: Alles ist sandig, staubig, trocken und dreckig im Valle el Mirador, dem «Tal der Aussicht». Mit der Hoffnung auf bessere Aussichten strandete Priscila vor vielen Jahren in diesem Slumgebiet am Rand der peruanischen Hauptstadt Lima. Sie wuchs im 300 Kilometer entfernten Huancayo in den Anden mit ihren neun Geschwistern in einer typischen Grossfamilie auf. Der Vater war gewalttätig und misshandelte die Mutter immer wieder. Diese riet ihren Töchtern deshalb: «Geht! Sucht ein besseres Leben als das hier.» Zwei von Priscilas Schwestern lebten bereits in Lima, mit 17 Jahren folgte sie ihnen.

Geplatzte Träume

In Lima realisierte die junge Frau schnell, dass die Welt nicht auf sie gewartet hatte. Sie fand zunächst Arbeit bei ihrer Schwester in einer Schneiderei. Mit 21 lernte sie ihren Mann kennen, mit 25 bekam sie ihren ersten Sohn. Heute sind ihre beiden Jungs 16 und 10 Jahre alt. Das Leben ist hart in Valle el Mirador. Der steile Hang zu ihrer Hütte lässt sich nur zu Fuss erklimmen oder mit dem Motorradtaxi hinauffahren. Wirkliche Strassen gibt es nicht, nur Sandpisten. Seit Jahren werden die Einwohner vertröstet, dass sie demnächst an die Wasser- und Stromversorgung angeschlossen würden, doch bis jetzt ist noch nichts passiert. Es ist kein Geld da – und auch kein Interesse für die Menschen, die hier gestrandet sind. Alle ein bis zwei Wochen kommt ein Tankwagen vorbei. Dann können Priscila und ihre Nachbarn Wasser kaufen. Sie füllen ihre Tonne auf, doch es reicht höchstens zum Kochen und Trinken. Die Wäsche reinigt Priscila wie alle anderen am Fluss. Ihr Mann ist einer der Glücklichen, die Arbeit haben: als Lichttechniker für Veranstaltungen in der nahen Hauptstadt.

Die Familie lebt in einer Hütte aus Holzbrettern mit einem Wellblechdach. Das sauber zu halten, ist unmöglich, denn der Sand kommt überall durch. Direkt am Haus betreibt Priscila einen kleinen Kiosk. Normalerweise ist dies nur ein Zusatzverdienst, aber während der Covid-Pandemie war es ihr einziges Familieneinkommen. Keine Frage: Die heute 40-Jährige hatte sich mehr vom Leben versprochen, aber sie klagt nicht: «Gott sei Dank hatten wir wenigstens immer genug zu essen.»

Neue Perspektive

Niemand kommt freiwillig nach Valle el Mirador. Doch seit ein paar Jahren arbeitet das Pastorenehepaar Wilfredo und Isidora dort. Sie haben es auf dem Herzen, den Menschen im Tal das Evangelium zu bringen. Auch Priscila sprachen sie an. «Muss das sein?», fragte die zuerst. «Was soll mir das bringen?» Religion war für sie gleichbedeutend mit Heiligenverehrung, die ihr schon längst nicht mehr wichtig war. Doch die Pastoren liessen nicht locker. Sie beteten für Priscila und ihre Familie und luden sie immer wieder zum Gottesdienst ein.

Irgendwann kam sie tatsächlich und wurde von der Predigt getroffen. Sie erkannte, dass sie keine frommen Formen brauchte, sondern Jesus selbst. Deshalb betete sie: «Komm du in mein Leben, Jesus. Ich brauche dich.» Unterstützt von der Bibel Liga wurde Priscila zu einer Bibelstudiengruppe eingeladen und erhielt im Anschluss eine eigene Bibel. Die weltweite Organisation setzt sich dafür ein, dass jeder Mensch Zugang zu einer für ihn verständlichen Bibel hat. Auch Menschen wie Priscila, die sich sonst keine Bibel hätte kaufen können. Seitdem trifft sie sich regelmässig mit anderen, um darin zu lesen. Ihre Situation hat sich augenscheinlich nicht verändert, trotzdem ist jetzt alles anders.

Leben in Fülle

Das Gemeindezentrum im Ort ist auch nur eine verfallene Hütte, doch der Name daran ist Programm: «Vida abundante», übersetzt: «Leben in Fülle». Das erlebt Priscila seit ihrer Hinwendung zu Jesus. Inzwischen lebt ihr Mann ebenfalls als Christ, und auch die Söhne begleiten sie mit in den Gottesdienst. Ihr Mann hat immer noch Asthmaanfälle, wenn Staubwolken über dem Tal liegen. Priscila muss ihre Wäsche immer noch den weiten Weg zum Fluss tragen, um sie zu waschen. Trotzdem erleben beide eine Freude, die sie vorher nicht hatten. Die Bibel, die für viele nur ein verstaubtes Buch ist, hat ihnen im wahrsten Sinne den Staub von der Seele geblasen.

Priscila ist nicht reich geworden und hat doch den grössten Schatz gefunden. Davon erzählt sie seitdem in ihrer Umgebung: Wer in ihrem Kiosk einkauft, begegnet einer fröhlichen Frau, die von diesem Reichtum in Gott erzählt. Und mit einigen Frauen aus der Nachbarschaft konnte sie inzwischen ein Studienprogramm der Bibel Liga beginnen. Vor vielen Jahren zog Priscila von zu Hause fort, um ein besseres Leben zu finden. Sie strandete in Valle el Mirador. Aber genau hier fand sie als 40-Jährige das, was sie immer gesucht hatte: erfülltes Leben.

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