Der erste Schritt zum Vermeiden – Zugeben, dass wir anfällig für sexuelle Versuchung sind

Die Gefahr durch Selbstüberschätzung: «Mir passiert das nicht!» – ein gefährlicher Gedanke, der viele zu Fall bringt. Warum gerade aktive Christen Stolz vermeiden und sich ihrer Schwächen bewusst sein müssen, um Versuchungen zu widerstehen.
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«Stolz, Macht, Geld und Sex sind Satans Hauptwerkzeuge der Versuchung, wobei Stolz und Macht oft die Grundlage für die Versuchung durch Geld und Sex bilden», stellt der Autor Randy Alcorn fest. «Unser Feind, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe, der jemanden sucht, den er verschlingen kann, und die Welt ist voll von Menschen, die er zu Fall gebracht hat.»

Satan fügt dem Reich Gottes den grössten Schaden zu, wenn er Christen angreift, besonders solche mit Einfluss und strategischen Aufgaben, erklärt Randy Alcorn weiter. «Und er setzt dabei alle verfügbaren Waffen ein – besonders häufig sexuelle Versuchungen.»

Vor Stolz hüten

Stolz ist für uns alle ein Problem, betont Randy Alcorn. «Aber es ist besonders gefährlich, wenn ein Christ glaubt, er sei weniger anfällig für sexuelle Versuchungen, weil er ‘Gottes Werk’ tut. In Wirklichkeit macht uns dieser Stolz anfälliger – oder zumindest genauso anfällig wie alle anderen.»

Er erinnert an die biblische Passage in 1. Petrus Kapitel 5, in den Versen 5 bis 9. Dort steht: «Den jungen Leuten unter euch sage ich: Ordnet euch den Leitern eurer Gemeinden unter! Und für euch alle gilt: Euer Umgang miteinander soll von Bescheidenheit geprägt sein! Es heisst ja in der Heiligen Schrift: ‘Die Hochmütigen weist Gott von sich; aber er wendet denen seine Liebe zu, die wissen, dass sie ihn brauchen.’ Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Dann wird Gott euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist. Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch. Seid besonnen und wachsam! Denn der Teufel, euer Todfeind, läuft wie ein brüllender Löwe um euch herum. Er wartet nur darauf, dass er einen von euch verschlingen kann. Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, dass alle Brüder und Schwestern auf der Welt diese Leiden ertragen müssen.»

Auto unverschlossen lassen?

Ein Beispiel: Wenn wir glauben, dass wir nicht bestohlen werden können, lassen wir vielleicht unser Auto unverschlossen und Bargeld auf dem Beifahrersitz liegen – was das Risiko eines Diebstahls erheblich erhöht. Dies ist ein praktisches Beispiel für den Grundsatz «Deshalb seid vorsichtig! Gerade wer meint, er stehe besonders sicher, muss aufpassen, dass er nicht fällt.» (1. Korinther Kapitel 10, Vers 12). 

Randy Alcorn rät: «Wer glaubt, durch die Art seines Dienstes besser vor Versuchungen geschützt zu sein, zeigt Stolz, der ihn gerade anfälliger macht. Demut ist der Schlüssel, um diese falsche Denkweise zu überwinden.»

«Wir sind alle versucht»

Niemand ist davor gefeit, egal wo er dient oder was er tut. «Ein Mann, der im Gefängnis auf seine Hinrichtung wegen seines Glaubens wartet, kann sexuelle Versuchungen erleben. Selbst unter den widrigsten Umständen bleibt die sexuelle Versuchung eines der wirksamsten Mittel, um Gläubige zu Fall zu bringen», erklärt Randy Alcorn.

Gott ist treu und hilft

Die gute Nachricht ist, dass Gott verspricht, immer einen Ausweg zu finden: «Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung grösser ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.» (Die Bibel, 1. Korinther Kapitel 10, Vers 13). 

Wir müssen Versuchungen nicht nachgeben, betont Randy Alcorn. «Gottes Gnade und die Kraft des Heiligen Geistes stehen uns zur Verfügung. Wir können ihn um Hilfe bitten und uns an andere Gläubige wenden, die uns unterstützen. Möge Gott uns die Demut schenken, wachsam zu bleiben und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um uns selbst, unsere Familien, unsere Gemeinden und die Menschen, die uns anvertraut sind, zu schützen.» Livenet bietet beispielsweise Hilfestellung.

Brauchst du Hilfe oder einfach ein offenes Ohr? Dann melde dich bei der anonymen Lebenshilfe von Livenet per Telefonoder E-Mail. Weitere Adressen für Notsituationen finden sich hier

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