Grace Course Teil 3 – Würdig – Frei von Schuld und Scham

Der «Grace Course» soll Menschen helfen, Gottes Gnade in den wesentlichen Dingen ihres Lebens zu verstehen und zu erfahren. In dieser Serie geben wir Ihnen einen Einblick in die Grace Course Box, heute zum Thema «Würdig».
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Frau läuft durch Lavendelfeld

Der «Grace Course» soll Menschen helfen, Gottes Gnade in den wesentlichen Dingen ihres Lebens zu verstehen und zu erfahren. In dieser Serie geben wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung von «Freedom in Christ» einen Einblick in die Grace Course Box, heute zum Thema «Würdig».

Die Würde hat der Mensch in der Weltgeschichte schon sehr früh verloren. Schuld und Scham zeichnen ihn seit dem Garten Eden. Die Erzählung gibt keinen Hinweis darauf, dass Adam und Eva sich vor diesem Ereignis, dem Sündenfall, irgendwie geschämt haben. Vor Adams Sünde steht im 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 25: «Der Mann und die Frau waren nackt, sie schämten sich aber nicht.»

Scham = zudecken

Nachdem sie gegen Gottes Gebot verstossen hatten, wurden den beiden die Augen geöffnet und sie bemerkten auf einmal, dass sie nackt waren. Deshalb machten sie sich einen Lendenschurz (1. Mose, Kapitel 3, Vers 7).

Was sie da gefühlt haben, war tiefer und grundlegender als nur Scham zu empfinden. Es war ein Schamgefühl, das sie zum ersten Male überkam, und beide hatten das Bedürfnis, es zu verschleiern.

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Beschämter Mann

Das ist interessant, denn die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Scham lautet «zudecken». Genau das hat dieses seltsame, neue Gefühl in ihnen ausgelöst. Aber selbst mit den Feigenblättern fühlten sie sich noch entblösst und versteckten sich vor Gott. Obwohl sie sich bedeckt hatten, fühlten sie sich immer noch nackt.

Scham bewirkt, dass wir uns so verletzlich fühlen, dass wir uns bedecken und vor Gott und anderen Menschen verstecken wollen. Deshalb wollen wir uns dieses Gefühl genau anschauen, wo es herkommt, wie wir normalerweise damit umgehen und wie Gottes Gnade uns davon befreit. Die tolle Neuigkeit ist, dass wir unser Versteck verlassen und ungeniert vor Gott und den Menschen stehen können.

Ursprung der Scham

Schuld und Scham treiben uns von Gott fort. Allerdings auf unterschiedliche Weise.

  • Schuld ist eine Folge dessen, was wir tun: «Ich habe etwas falsch gemacht. Ich habe einen Fehler gemacht.»
  • Scham hat damit zu tun, wer wir sind: «Etwas stimmt nicht mit mir. Ich bin der Fehler.»

1. Schamkultur

Man muss nicht in östlichen Kulturen leben, um Teil einer schambasierten Kultur zu sein. Eine Familie kann eine schambasierte Kultur im Kleinen sein. Genauso können religiöse Kulturen schamorientiert sein – das gilt auch für die christliche. Das passiert, zum Beispiel, wenn ein Gemeindeleiter oder ein Elternteil dauernd Worte wie «Du sollst» oder «Du musst» benutzt. Der Gedanke dahinter: Nur wer ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt, ist ein akzeptiertes Mitglied der Gemeinde, Familie oder ein «guter» Christ. So werden Aussagen verbreitet wie: «Du solltest dich schämen!» «Du bist eine Schande für diese Gemeinde oder Familie!» «Warum kannst du nicht mehr wie dein Bruder oder deine Schwester sein?» «Du wirst es nie zu etwas bringen.» «Ich wünschte, du wärst nie geboren!» Solche Sätze lösen Scham aus.

2. Sich für eigene Taten schämen

Es gibt aber noch einen zweiten Weg, auf dem man Schamgefühle entwickelt: nämlich durch das, was man selbst getan hat. Da gibt es beispielsweise eine Sucht oder eine andere Sünde, die den Körper zerstört. Darum schauen andere auf einen herab und man schämt sich.

3. Scham empfinden für Dinge, die uns angetan wurden

Man kann sich kaum vorstellen, was für kranke Dinge Menschen anderen Menschen antun können. Sexuelle Perversionen, okkulte Praktiken, manches ist einfach nur grausam und sehr häufig sind es Erwachsene, die es Kindern antun. Das Tragische daran ist, dass nicht die Erwachsenen, welche die Kinder belästigt oder missbraucht haben, sich dafür schämen, sondern die Kinder.  Häufig ist es so, dass sich eher das Opfer für die erlittene Tat schämt als der Täter – obwohl er die eigentliche Verantwortung trägt.

4. Falsche Aussagen glauben

Schamgefühle können uns noch auf eine vierte Weise gefangen nehmen und unser Leben umschliessen. Und zwar, indem wir falsche Aussagen glauben. Wenn wir die Lügen der Welt glauben – zum Beispiel, dass wir schön oder schlank sein müssen, um dazuzugehören –, kann es dazu führen, dass wir uns schämen, wenn wir den Ansprüchen nicht gerecht werden.

Vergebliche Versuche, würdig zu werden

Wir alle suchen nach Würde und Wert. Scham bewirkt, dass wir uns bedecken und verstecken wollen. Das Spektrum reicht von der mildesten Form der Scham, Verlegenheit, bis zu den qualvollen Extremen der totalen Demütigung, Hohn und sogar Ausgrenzung. Egal, wo auf dieser Skala wir uns befinden: Wir alle haben Strategien entwickelt, um die Scham zu lindern und uns zu verstecken, sei es, sich hinter einer selbstbewussten Fassade zu verstecken und vorzugeben, dass alles gut ist, sich hinter Alkohol, Drogen, Essen, Perfektionismus  zu verstecken oder über andere zu lästern und sie zu verurteilen.

Aber wie bei den Feigenblättern von Adam und Eva funktionieren diese Verteidigungsmechanismen nicht. Eine Zeit lang sorgen sie für Erleichterung oder gaukeln uns vor, dass alles okay ist. Aber am Ende versagen sie – wie jede selbstausgedachte Strategie. Nur Gottes Weg funktioniert. Er beseitigt die Scham durch Gnade.

Die «-los»-Krankheit

Schamgefühle wollen uns glauben lassen, dass mit uns etwas nicht stimmt. Sie stürzen uns in den «Los-Schlamassel». Wir glauben, wir sind wert-los, hilf-los, kraft-los, bedeutungs-los und hoffnungs-los. Schamgefühle greifen uns in unserer Identität an.

Gottes Heilmittel ist, uns eine neue Identität zu geben. Unsere alte Identität ist beschämend. Aber wenn wir unsere wahre Identität kennen, ändert das alles.

Jesus, Gottes Sohn, war ohne Sünde. Als er am Kreuz hing, wurde er für uns zur Sünde. Gott hat unsere Unzulänglichkeiten und Fehler genommen und sie auf Christus gelegt. Er hat aber noch mehr getan, als den Preis für unsere Sünde zu bezahlen. Er hat unsere beschmutzte, unreine Natur genommen und unsere innere Verseuchung zerstört. Im Gegenzug sind wir etwas ganz Neues geworden: nämlich Gerechtgesprochene durch Gott.

Schamgefühle bewirken, dass wir uns vom heiligen, gerechten Gott zurückziehen. Aber das müssen Sie und ich gar nicht mehr. Egal, was wir getan haben. Weil wir diese völlig neue, reine Identität in Christus haben, dürfen wir voller Vertrauen vor Gott kommen und eine tiefe Beziehung mit ihm eingehen. Wir wurden in unserem tiefsten Sein gereinigt und geheiligt.

Ein neuer Name

Wussten Sie, dass Sie einen neuen Namen bekommen haben? Gott gibt Seinen Kindern gerne Namen, die zeigen, was ihnen wiederfahren ist.

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