«Ich bin!» – Was dieser Name Gottes für uns bedeutet

Es ist ein ziemlich kurzer Titel, den Gott sich gibt, als er sich den Menschen vorstellt: «Ich bin.» Eine Beschreibung, die auf den ersten Blick etwas unbefriedigend scheint. So, als müsste da noch etwas kommen. Doch letztlich sagt Gott damit alles.

Es ist ein ziemlich kurzer Titel, den Gott sich gibt, als er sich den Menschen vorstellt: «Ich bin.» Eine Beschreibung, die auf den ersten Blick etwas unbefriedigend scheint. So, als müsste da noch etwas kommen. Doch genau genommen sagt Gott damit alles...

Als Gott Mose in einem brennenden Dornbusch begegnet, verrät er ihm seinen Namen. Gott sagt: «Ich bin, der ich bin» und fügt hinzu, dass dies sein Name für alle Zeiten ist (Die Bibel, 2. Mose, Kapitel 3, Verse 14-15).

Wenn man das so liest, wundert man sich schon, warum Gott nicht ein bisschen mehr von sich preisgegeben hat. «Ich bin» wirkt so vage, da fehlen die pompösen und gewaltigen Adjektive, die seine Grösse, Güte, Macht und Herrlichkeit beschreiben. «Ich bin» wirkt so schlicht.

Trotzdem bleibt Gott bei diesen ungeschminkten, simplen Worten. Und wenn man genauer hinsieht, sagt er damit alles. Er limitiert sich nicht, denn er ist unendlich und unbeschreiblich.

Der «Ich bin»

Interessant, dass Gott sich einen Namen gibt, der mit «Sein» zu tun hat. Er ist. Es gibt ihn. Er existiert. Er ist da. Dass wir «sind», haben wir dem zu verdanken, der das «Sein» ist. Er ist der Ursprung des Daseins, auch unseres Daseins. So haptisch, wie wir jetzt da sind, wie alles um uns herum existiert, so ist auch Gott da. Er war da, er ist da und er wird da sein. Er ist nicht im Urlaub, er ist nicht fern, er schläft nicht und ist nicht zu beschäftigt mit wichtigeren Dingen. Er sagt: «Ich bin».

Warum es wichtig ist, sich auf das «Sein» einzulassen

Wenn Gott das «Sein» ist, wenn er wirklich da ist, dann sind wir ihm eigentlich ganz nahe. Vorausgesetzt, wir lassen uns auf ihn ein. Oft sind wir einfach zu beschäftigt und funktionieren. Wir tun. Wir leisten. Wir schaffen. Und dabei vergessen wir, einfach mal nur zu sein.

Kraft, Mut oder Hoffnung können wir nur bis zu einem gewissen Punkt aus uns selbst schöpfen. Es ist wichtig, dass wir uns auf den «Ich bin» besinnen, den Ursprung allen Seins. Gott ist und er gibt uns alles, was wir zum Sein brauchen.

Beziehung finden mit dem, der ist

Gott ist also viel mehr als ein ferner Herrscher mit weissem Bart. Auch mehr als eine Kraft irgendwo im Universum. So, wie Gott Mose ganz persönlich begegnet ist, so begegnet Gott auch heute noch den Menschen. Dabei geht es nicht um übersinnliche Erlebnisse, sondern um eine Beziehung mit dem, der immer ist.

Kommen Sie zurück auf den Ursprung des Seins. Öffnen Sie sich für den «Ich bin». Sagen Sie Gott, dass Sie ihn kennenlernen möchten. «Gott, zeig mir, dass du bist.»

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