Eine untrennbare Verbindung – Warum die Wissenschaft das Christentum braucht

Christen wird oft vorgeworfen, sie lehnten vernunftbasierte und bewiesene Wissenschaft ab, nur weil sie an Gott glauben. Doch in Wahrheit ist es das Christentum selbst, das Wissenschaft in ihrer heutigen Form möglich macht.
Unsplash/ Jeremy Thomas
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«Wir brauchen das Christentum nicht mehr – heute haben wir doch die Wissenschaft!» So denken viele. Ihrer Ansicht nach hat die Wissenschaft dem Menschen ein Verständnis der Welt vermittelt, das der Religion weit überlegen sei. Religiöse «Mythen» seien nicht mehr nötig, um die Welt zu erklären. Heute deute eine «neutrale» Wissenschaft die Welt so, wie sie wirklich sei.

Als Christen sind wir zweifellos schon einer solchen Weltsicht begegnet – einer Sicht, die uns für naiv und leichtgläubig hält. Manchmal fehlt uns darauf eine überzeugende Antwort … oder noch schlimmer: Manchmal glauben wir diese Erzählung möglicherweise selbst.

Begründer waren meist Christen

Die Vorstellung, Wissenschaft könne das Christentum ersetzen, ist jedoch irrig. Wissenschaft ist keine alternative Weltanschauung, sondern lediglich ein Werkzeug, um die Welt zu deuten. Es ist kein Zufall, dass die überwältigende Mehrheit der Begründer der modernen Wissenschaft Christen waren.

Die Heiden der Antike glaubten ebenfalls an eine Art Evolution. Doch erst Personen wie Charles Darwin fanden eine wissenschaftliche Sprache, um einen solchen Glauben zu beschreiben.

Der Glaube, Wissenschaft könne das Christentum ablösen, setzte sich besonders im 19. Jahrhundert durch. Philosophen glaubten damals, in der Evolutionstheorie eine Alternative zur biblischen Schöpfungsgeschichte gefunden zu haben, auch wenn es bis heute keine Beobachtung gibt, welche die Theorie zweifelsfrei bestätigt hat.

Christen lieferten solide Grundannahmen

Bemerkenswert ist: Ohne das Christentum wäre die Wissenschaft nicht da, wo sie heute steht. Sie konnte sich nur auf christlichem Boden entfalten, weil das Christentum schlüssige Gründe liefert, um die fünf Grundannahmen (Axiomie) der Wissenschaft zu rechtfertigen:

  • Es gibt eine reale Welt.
  • Diese Welt ist rational und geordnet.
  • Der Mensch besitzt Vernunft und kann sie auf die Welt anwenden – er kann sie also richtig deuten.
  • Jedes Ereignis (oder jede Wirkung) hat eine Ursache (Gesetz von Ursache und Wirkung).
  • Dieselbe Ursache führt unter denselben Bedingungen zur gleichen Wirkung (Gesetz der Gleichförmigkeit).

Evolutionismus gründet nicht auf Grundannahmen

Die Evolutionstheorie basiert nicht auf diesen Grundannahmen: Diese Theorie besagt, dass die Welt sich aus einem primitiven, formlosen Zustand durch unbekannte Kräfte entwickelt hat. Wenn das wahr wäre – wie hätte Evolution eine rationale und geordnete Welt hervorbringen können? Wie hätte sie dem Menschen Vernunft geben können, um diese Welt zu verstehen und Naturgesetze daraus abzuleiten?

Wenn diese Welt das Produkt blinden Zufalls ist – wie hätte sie dann Gesetze schaffen können wie die oben genannten? Und noch grundlegender: Wenn der Evolutionismus nicht begründen kann, dass der Mensch überhaupt Vernunft besitzt, um die Welt zu deuten, wie könnte er dann den Glauben rechtfertigen, dass diese Welt real ist?

Atheisten beginnen, Evolution abzulehnen

Diverse Atheisten beginnen, die Evolutionstheorie gerade wegen dieser inneren Widersprüche ganz abzulehnen. Einige, aber natürlich längst nicht alle, kehren zur biblischen Schöpfungslehre zurück. Bei letzteren führt ihr Atheismus sie vielmehr dazu, die Welt selbst für «Gott» zu halten. Aber auch dieser Glaube zerstört die Wissenschaft ebenso wie die alte Evolutionstheorie.

Wenn die Welt Gott ist, dann ist – wenn der Gedanke weiterverfolgt wird – letztlich alles eins. Doch wenn alles eins ist, können wir keine Unterschiede mehr zwischen den Dingen erkennen … und damit geht jede Grundlage für Erkenntnis verloren. Auch so lässt sich die Axiome der Wissenschaft nicht begründen.

Religiöse Überzeugung spielt eine Rolle

Das Christentum hingegen kann diese Axiome begründen. Die Bibel lehrt, dass Gott die Welt geschaffen hat – real und geordnet. Gott gab dem Menschen die Fähigkeit, sie zu deuten.

Er hat der Welt Sinn verliehen, den der Mensch erkennen kann. So ist es möglich, die Gesetze zu entdecken, die die Beziehungen in dieser Welt bestimmen – etwa das Gesetz von Ursache und Wirkung oder das Gesetz der Gleichförmigkeit.

Der Mythos der «Neutralität» hat den Menschen glauben lassen, die religiösen Überzeugungen eines Wissenschaftlers dürften seine Beobachtungen nicht beeinflussen. «Die Fakten sprechen für sich», heisst es. Doch wenn ein Wissenschaftler unter dem Mikroskop eine Bakterie (und ihre beträchtliche Komplexität) betrachtet, hängt seine Schlussfolgerung sehr wohl davon ab, ob er sie als Produkt der Evolution oder der Schöpfung Gottes ansieht. Der Atheismus ist keineswegs ein Förderer der Wissenschaft.

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