Worum geht es wirklich? – Von Verschwörungstheorien und dem wahren Problem dieser Welt

Die Gräben zwischen politischen Gruppen werden immer tiefer. Doch das Problem dieser Welt ist nicht politisch – und Gottes Lösung auch nicht. Johannes Hartl über Verschwörungstheorien und warum Christen nicht zu politischen Mitteln greifen sollten.
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Verschwörungstheorie (Symbolbild)

Die Gräben zwischen politischen Gruppierungen werden immer tiefer. Doch das Problem dieser Welt ist nicht politisch – und Gottes Lösung auch nicht. In der Miniserie zu Konzepten, die Christen anders sehen sollten als die Gesellschaft, spricht Johannes Hartl heute über Verschwörungstheorien und warum Christen nicht zu politischen Mitteln greifen sollten.

Es gibt viele Leute, die sich die Welt anschauen und zu dem Schluss kommen, dass etwas nicht stimmt. Eine Gruppe, die stark am Wachsen ist, sind die Menschen, die glauben, dass es irgendwelche Weltverschwörungen gibt. Sie glauben, dass irgendwelche Illuminaten oder Putin oder andere Schufte die Welt regieren.

Ich persönlich glaube, dass es Verschwörungen gibt, das hat schon Jesus gesagt: «Ihr wisst, dass die Mächtigen dieser Welt ihre Macht über die Menschen missbrauchen – aber bei euch soll das nicht so sein.» Jesus sagt ganz nüchtern: Klar sind die Reichen und politisch Mächtigen dieser Welt korrupt. Aber ich glaube, dass die Beschäftigung mit diesen Themen in der Regel komplett in die falsche Richtung läuft, denn die Natur des Kampfes, das, worum es bei dem Kampf wirklich geht, ist etwas ganz anderes.

Ich nehme in der heutigen Zeit in unserer Gesellschaft eine immer stärkere Polarisierung wahr zwischen liberal und konservativ, rechts und links, den einen und den anderen. Aber eigentlich ist die Antwort des Evangeliums, dass es weder rechts noch links ist, es ist keine politische Lösung. Das Grundproblem des Menschen ist kein politisches Problem. Das Grundproblem der Menschen ist weder die USA, noch die Illuminaten, noch die Grünen, noch die CDU oder die AfD, das Grundproblem des Menschen ist ein geistliches Problem.

Die Natur des Kampfes

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Dr. Johannes Hartl

Es ist so wichtig, dass wir Christen uns nicht in diesem System fangen lassen und nicht auf die gleiche Art und Weise reagieren wie die Gesellschaft. Petrus schreibt dazu (in 1. Petrus, Kapitel 3, Verse 8-9): «Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitleidig, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, demütig, und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt!»

Petrus sagt nicht: Segnet die geliebten Mitchristen, nein, Petrus sagt: Segnet die Verfolger. Segnet die Bösen. Kämpft nicht mit den gleichen politischen Mitteln. Nicht nach dem Motto: «Wenn die jetzt böse sind, schreiben wir auch einen bösen Artikel gegen sie. Und dann müssen wir juristische Schritte gehen und uns gegen sie vereinen…» Das kann hilfreich sein, aber die Natur des Kampfes ist eine geistliche. Menschen sind nicht unsere Feinde, Menschen versuchen wir zu gewinnen. Wenn wir uns in Lager ziehen lassen, «wir Guten gegen euch Böse», dann haben wir die Natur dieses Kampfes aus dem Blick verloren.

Nicht erschrecken!

Mich beschäftigt sehr, was Gott durch den Propheten Jesaja sagt in Jesaja, Kapitel 8, Vers 12: «Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt. Das, was sie fürchten, sollt ihr nicht fürchten und nicht davor erschrecken.» Das gilt auch für Gottes Volk im deutschsprachigen Raum: Wovor die Welt erschrickt, davor sollt ihr nicht erschrecken. Wir sollen in Glauben und Zuversicht vorgehen.

Das heisst nicht, dass wir so tun müssen als gäbe es keine Probleme. Aber wir müssen wissen, dass wir in einer Welt leben, die so, wie sie jetzt läuft, nicht nach den Vorstellungen Gottes läuft. Und das darf uns nicht runterziehen, denn Jesus selbst sagte: «Die Welt wird euch hassen.» Gewöhnen Sie sich dran und gehen Sie Ihren Weg mit Jesus! Und wie sieht das aus? Wie im 1. Petrusbrief beschrieben: «…vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt!»

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