Wenn Veränderung ansteht – Von Umzügen und Umbrüchen

Abschied und Neuanfang, Behalten und Loslassen: Ein Ortswechsel ist nicht nur mit viel Arbeit verbunden, sondern auch eine seelische Herausforderung. Ein Rück- und Ausblick von Ursula Hauer.
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Umzug

In den letzten Monaten sind zwei Freundinnen von mir umgezogen. Sie berichteten mir von den unterschiedlichen Mühen und Freuden bei ihren Wohnungswechseln. Das machte mich nachdenklich…

Es gab in meinem Leben bisher neuneinhalb Umzüge (einer war innerhalb eines Hauses, der zählt nur halb). Mittlerweile lebe ich seit über zwanzig Jahren am selben Ort im selben Haus. Für mich ist das ein Rekord. Meistens war es definitiv nicht mein Wunsch, mein Zuhause neu zu definieren. Meine Eltern oder die Umstände entschieden für mich. Oft war der Umzug ein Start in einen neuen Lebensabschnitt wie das Studium und neue Arbeitsstellen. Das bedeutete: Meine ganze Habe einpacken und dann wieder auspacken. Manchmal war es mir möglich, vor dem Einpacken gut auszusortieren: Von was sollte, konnte, wollte ich mich trennen? Was musste nicht mit in den neuen Lebensraum?

Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich fühlte, wenn ich mit all meinem Besitz in vielen Kartons in meiner neuen Wohnung sass. Das war ein schönes Gefühl von Neuanfang. Viele Gestaltungsmöglichkeiten tummelten sich im Kopf und wollten umgesetzt werden. Das neue Klingelschild anzubringen, war immer ein besonderer Moment. Genauso gab es auch den Blick zurück, wenn ich ein Zuhause verlassen musste und das nicht mit Begeisterung, sondern mit Wehmut tat.

Was ist Heimat?

Umzüge sind Umbrüche im Leben, die recht offensichtlich sind. Im Rückblick zeigten sie mir manchmal aber einen tieferen Einschnitt, als zunächst gedacht. Im Gespräch mit Menschen, die ihr ganzes Leben in derselben Stadt verbracht haben, wurde mir deutlich, wie sehr mich mein Umzugsleben geprägt hat. Wenn mich jemand nach meiner Heimat fragt, dann verbinde ich mit diesem Begriff eher Menschen als Orte. Heimat ist für mich auch eher eine grundsätzliche Vertrautheit in meinem Umfeld als ganz bestimmte Orte.

Über zwanzig Jahre an einem Platz zu leben, schafft Vertrautheit. Aber nun kommt in letzter Zeit immer öfter der Gedanke an den nächsten Umzug, die nächsten Umzüge in den Sinn. Soll es ein geplanter Wechsel sein in ein Haus, das barrierefreies Wohnen bietet? Wird mein zukünftiges Zuhause ein Senioren- oder Pflegeheim sein? Werden mein Mann und ich das selbst entscheiden oder unsere Kinder für uns?

Der letzte Umzug

Vielleicht gibt es auch nur noch den einen letzten Umzug, bei dem ich keine Habe mitnehmen werde und nur eine Holzkiste bekomme. Meine allerletzte Adresse auf dieser Erde wird dann wohl mit einem Stein markiert sein. Wo und wie werde ich dann leben?

Die Bibel ist ein Buch, in dem immer wieder von Umzügen und Umsiedlungen (freiwillige und weniger freiwillige) berichtet wird. Auch der letzte grosse Umzug wird dort öfter erwähnt. Im Johannesevangelium gibt es eine interessante Stelle, in der uns eine neue Wohnung in Aussicht gestellt wird: «Jesus sagt: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?» (Johannes Kapitel 14, Vers 2) Ich freue mich schon drauf, sie einzurichten.

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