Zeitung «Fairplay im Leben» – Von der Angst, zu kurz zu kommen

Unter Fairness verstehen wir: «Alle bekommen das Gleiche». Ist dem so im Leben? Schon zu biblischen Zeiten gab es diesbezüglich Diskussionen. Und die Angst des Menschen, irgendwie zu kurz zu kommen, schlägt uns immer wieder ein Schnippchen...

Unter Fairness verstehen wir: «Alle bekommen das Gleiche». Ist dem so im Leben? Schon zu biblischen Zeiten gab es diesbezüglich Diskussionen. Und die Angst des Menschen, irgendwie zu kurz zu kommen, schlägt uns immer wieder ein Schnippchen, wie die folgende Geschichte aus der Verteilzeitung «Jesus.ch-Print» zeigt.

Man muss vorausschicken: im Nahen Osten vor 2000 Jahren ging es nicht anders zu als heute in vielen Ländern der Zweidrittelwelt. Leute suchen sich einen Job für den Tag. Frühmorgens werden die Ersten angeworben. Man einigt sich auf den üblichen Tageslohn, und sie beginnen zu arbeiten. Um 10 Uhr kommen weitere Personen dazu, um 13 Uhr und 16 Uhr nochmals. Na ja, es gibt halt viel Arbeit.

«Das ist unfair!»

Wenn sie dann um 17 Uhr beim Chef vorbeigehen, platzt die Bombe. Die, die frühmorgens anfingen, bekommen ihren Tageslohn. Aber die, die später kamen, erhalten das Gleiche! Sogar wer nur eine Stunde gearbeitet hat, bekommt den vollen Tageslohn! Klar – denen, die den ganzen Tag am Werk waren, platzt der Kragen. Sie beschweren sich lauthals. «Das ist unfair!»

Diese Geschichte ist nachzulesen in der Bibel (Matthäus-Evangelium, Kapitel 20, Verse 1-16).

Bitterkeit macht sich breit

Vielleicht halten Sie selbst sich für anständig und zuverlässig. Sie krampfen und schwitzen – und da gibt's doch tatsächlich solche, denen geht's viel besser als Ihnen. Eigentlich hätten sie es nicht verdient. Diese Ungerechtigkeit kann einen bitter machen. Im Laufe der Jahre sieht man, was schiefläuft – der Ärger staut sich und man wird immer verbitterter.

Vielleicht sind Sie aber auch jemand, der das halbe Leben auf der Ersatzbank verbracht hat und jetzt endlich seine Chance sucht. Sie haben gewartet und alles Mögliche probiert – irgendwann muss doch einmal etwas kommen, das dem Tag und Leben Sinn gibt. Soll das alles gewesen sein?

Freundschaft mit Gott

Das Leben ist nicht fair. Das kann man zähneknirschend zur Kenntnis nehmen – oder aufhorchen. Denn Gott ist in gewissem Sinn auch nicht fair. Wäre er «fair» und gäbe jedem Menschen, was er verdient, wären wir arm dran. Aber Gott ist Liebe und Gnade. Er schenkt, was wir nie verdienen könnten – Leben, Sinn und Freiheit.

Ob uns die Ungerechtigkeit in der Welt frustriert oder unser eigenes Leben: Gott streckt uns in Jesus die Hand entgegen. Wir brauchen sie nur zu ergreifen. Das hat nichts mit Religion zu tun. Hier geht es um eine Freundschaft, die mehr ist als eine «Du-gibst-mir-dann-gebe-ich-dir»-Milchbüchlein-Rechnung. Es geht um eine persönliche Beziehung zu einem persönlichen Gott!

Neuland vor Ihnen

Egal, wo Sie sich ungerecht behandelt fühlen oder wo sie andere ungerecht behandelt haben. Sie können Gott direkt ansprechen und erleben, wie eine neue Dimension von Vergebung und Sinn in Ihr Leben kommt. Zum Beispiel so:

«Gott, ich habe bisher ohne dich gelebt. Das tut mir leid. Vergib mir. Ich möchte dich finden. Bitte nimm mich an und komm in mein Leben. Lehre mich, zu leben wie Jesus es tat. Bitte erneuere mich und schenke meinem Leben Sinn.»

Wenn Sie ein Gebet dieser Art ernsthaft sprechen, wird sich Ihr Leben verändern. Es wird etwas Neues wachsen. Sie werden einen inneren Frieden, eine ganz neue Freude und Freiheit erfahren. Um wachsen zu können, will dieses Neue gepflegt werden.

Sprechen Sie mit Gott!

Sie können mit Gott, Ihrem Vater, und mit Jesus, Ihrem Freund, immer reden. Das muss nicht zu einer speziellen Zeit oder an einem bestimmten Ort geschehen. Es kann zwar helfen, sich an ein ruhiges Plätzchen zurückzuziehen, aber Gott steht genauso im turbulenten Alltag an Ihrer Seite.

Lesen Sie die Bibel!

Die Bibel ist wie ein Spiegel: Wenn Sie hineinschauen, sehen Sie zuerst sich selbst. Bei genauerem Betrachten erkennen Sie Gott und wie sehr er sie liebt. Diese Liebe ist mit der Liebe ihres irdischen Vaters nicht zu vergleichen. Gottes Liebe bleibt immer dieselbe, aber er wird Sie verändern. Ein Tipp: Lesen Sie zuerst das Lukas-Evangelium.

Suchen Sie Gemeinschaft!

Der Glaube an Gott ist keine Privatsache. Schon die ersten Christen haben sich regelmässig getroffen, um gemeinsam zu singen und zu beten, Predigten zu hören und in der Bibel zu lesen. Am besten schliessen Sie sich ebenfalls einer Gemeinschaft in Ihrer Nähe an, welche die Bibel als Glaubensgrundlage hat.

Dieser Artikel stammt aus dem Jesus.ch-Print Nr. 45 zum Thema «Fairness». Hier können Sie die neue Ausgabe bestellen oder herunterladen und verteilen.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Kinder hören ihrem Leiter bei einem Input zu (Symbolbild)

Glauben, ein Leben lang – Was bekomme ich dafür?

Lohnt es sich, das, was ich für Gott und meinen Glauben investiere? Oder wofür mache ich das alles? Gedanken einer ...

Thema
Ein älterer Mann hält einen jüngeren zurück

Sollbruchstelle – Risse in der Biografie

Viele Menschen scheitern an ihrer Schwachstelle. Auch in der Bibel gibt es diverse Beispiele. Doch diese Risse in der ...

Thema
Die Sonne strahlt durch den Wald

Gott wirkt in uns – Gnade verändert, sonst ist sie billig

Wer Gottes unverdiente Liebe tief in seinem Herzen annimmt, wird davon verändert werden. Gnade ist weit mehr als ...

Thema
Betende Hände auf einer offenen Bibel

Nicht nur katholisch – Beichte – Neuanfang mit Unterstützung

Die Beichte gehört zu den bekanntesten Glaubensübungen und wird gleichzeitig am häufigsten abgelehnt. Richtig ...

Thema
Vergebung braucht Zeit

Vorschnell vergeben? – Vergebung, die verbindet

Nachsichtig sein, verzeihen und vergeben – was auf den ersten Blick ähnlich aussieht, sind völlig unterschiedliche ...

Thema
Frühlingsregen bringt neues Leben

Wenn der Regen «spricht» – Sechs geistliche Impulse für deine Glaubensreise

Der Frühlingsregen bringt nicht nur die Natur zum Aufblühen, sondern kann auch unser geistliches Leben neu beleben. ...

Thema
Mit Verletzungen umgehen lernen

Umgang mit Wunden – Verletzt - und jetzt?

Man muss ja nicht gerade ein Opfer von jugendlichen Schlägern oder Hooligans werden. Verletzungen gehören zu unserem ...

Thema
Wertvolle Wünze

Lost and found – Die verlorene Münze

Wenn uns etwas Wertvolles abhandenkommt, tut das weh. Wir investieren viel Zeit und Mühe, um es wiederzugewinnen. Auch ...

Thema
Ist Gutes tun im Leben nicht genug?

Einfach Gutes tun – Reicht das denn nicht?

Viele Menschen versuchen, gut zu sein und Gutes zu tun. Das sollte im Leben ja eigentlich reichen, oder? Die Frage ist ...