Ertragen oder weglaufen? – Schwierige Menschen

Wer kennt sie nicht: Menschen, die schwierig sind. Sei es, dass sie sich nicht an Spielregeln halten, andere schlecht machen oder mehr nehmen als sie selbst zu geben bereit sind. Jörg Berger stellt diese stachligen Persönlichkeiten in einem Buch vor.

Wer kennt sie nicht: Menschen, die einfach nur schwierig sind. Sei es, dass sie sich nicht an Spielregeln halten, andere schlecht machen oder viel mehr nehmen als sie selbst zu geben bereit sind. Solche Menschen sind zwar oft nicht beliebt, aber es gelingt ihnen meist, sich mit ihren unerlaubten Methoden durchzusetzen. Jörg Berger stellt in seinem Buch die stachligen Persönlichkeiten vor und zeigt, wie man mit ihnen umgehen kann.

Da sich schwierige Menschen nicht an Regeln, Taktgefühl und Höflichkeit hielten, führt dies dazu, dass ihnen oft mehr Einfluss und Macht zufällt. Darauf weist der Psychologe und Psychotherapeut Jörg Berger in seinem Buch «Stachlige Persönlichkeiten – Wie Sie schwierige Menschen entwaffnen» hin. Wie aber mit solchen Menschen umgehen? Ignorieren oder ihnen Paroli bieten?

Unterschiedlichste Typen

Jörg Berger beschreibt im Buch verschiedene Vertreter dieser besonderen «Gattung». Es geht dabei um sieben Typen:
- den Grenzverletzer
- den Einschüchterer
- den Vermeider
- den Energieräuber
- den Abwerter
- den Blender
- den Rächer.

Ab wann, so mag man fragen, ist es gerechtfertigt, von einem schwierigen Menschen zu sprechen? Hat nicht jede Person irgendeine Macke oder Schwäche? Berger äussert sich dazu so: «Schwierig ist der Mensch dann, wenn er es selbst nicht bemerkt und ausserdem nicht korrigierbar ist. Schwierige Menschen haben oft keine Einsicht in ihr Verhalten. Und wenn sie darauf hingewiesen werden, können sie das nicht verstehen, verhärten sich oder sagen, 'Ich habe meine guten Gründe, mich so zu verhalten'». Diese Unkorrigierbarkeit führe dazu, dass sie aus «ihren Erfahrungen wenig lernen» und sich ihr schwieriges Verhalten «immer mehr verfestigt».

Strategien, die als Kind eingeübt wurden

Meist liegen die Ursachen dafür, dass sich Menschen so verhalten, in deren Kindheit, erklärt Berger. Früh hätten sie «Schutzmechanismen» aufgebaut, um durchs Leben zu kommen. Blender beispielsweise, so Berger, seien meist Menschen, die Liebe nur gegen Leistung bekommen hätten. So verlege sich ein solches Kind in die Selbstdarstellung: «Es will glänzen und angeben, um so die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich ziehen.» Diese Selbstdarstellung könne als Kind durchaus unter Umständen sogar hilfreich sein, aber im Erwachsenenalter, sei ein solches Verhalten oft «folgenschwer».

«Vermeider» haben Angst

Andere schwierige Menschen sehen die Welt nach Bergers Theorie als gefährlich an oder es wurde ihnen von den Eltern so vermittelt. «Vielleicht war die Welt wirklich gefährlich», meint Berger, sei es, dass die Familie in einem schwierigen sozialen Umfeld lebte, oder dass ein Elternteil wegen Alkoholproblemen im Verhalten schwer abschätzbar war. Aus der Angst vor Gefahren reagierten manche Menschen mit Vermeidung. Sie probieren, Risiken zu vermindern und verschieben Aufgaben und Vorhaben, um sich vor Gefahr zu schützen.

Das Buch «Stachelige Persönlichkeiten» von Jörg Berger bietet mehr als eine Typologie: Die verschiedenen schwierigen Typen werden nicht nur nachvollziehbar dargestellt. Es enthält auch praktische und leicht umsetzbare Ratschläge, wie man mit schwierigen Menschen konstruktiv umgeht, dabei sich selbst schützt und dem anderen nicht das ganze Feld überlässt. Das Buch ist erschienen im Verlag der Francke-Buchhandlung.

Zum Autor

Jörg Berger ist Diplom-Psychologe mit eigener Praxis in Heidelberg; er arbeitet als Psychotherapeut und Paartherapeut. Zudem ist Berger Lehrbeauftragter für den Themenbereich «Religion und Psychologie» an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg.

Zum Buch:
Stachelige Persönlichkeiten – Jörg Berger

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