Statt klarer Worte – Die Neinsager – einfach nervend

Immer wieder trifft man auf sie: Menschen, die Vorschläge oder Meinungen anderer zunächst einmal ablehnen, sich aber selber nicht in die Karten schauen lassen. Mit diesen Zeitgenossen ist das Leben ganz schön anstrengend.
envato/ FabrikaPhoto
Eine ablehnende Frau

Manchmal sagen solche Typen nicht einmal klipp und klar nein, sondern sie hinterfragen einen Vorschlag oder eine Position nur ausführlich. Selbst sagen sie aber nicht, was sie wollen und wo sie stehen. Warum ist das so? Ist es die pure Lust am Ablehnen?

«Der Kluge ist skeptisch und ablehnend»

Eine skeptische, möglichst kritische Grundhaltung halten wir hierzulande für den Weg des Klugen und Cleveren. Doch das ist fatal. Dahinter steht die Vorstellung: Wer zustimmt, ist dumm; den kann man nicht ernst nehmen. Und so verwenden wir viel mehr Energie auf Ablehnung und Kritik als darauf, den andern zu ermutigen.

Wie werden in den USA und in Deutschland Bilder im Kunstunterricht besprochen? In Amerika konzentriert man sich darauf, die Stärken herauszuarbeiten und zu ermutigen. In Deutschland kann es passieren, dass selbst bei einem noch so gut benoteten Bild etliche «Verbesserungsvorschläge mitgegeben» werden. Was dann hängen bleibt, ist nicht das Lob fürs Bild, sondern die Kritik daran.

Wie tickt ein Neinsager?

Gehen wir davon aus, dass ein Neinsager selber nicht unbedingt Spass hat am Ablehnen und es auch nicht aus voller Überzeugung macht. Versetzen wir uns an seine Stelle:

  • Es ist ein durchaus bequemer Weg, nein zu sagen.
  • Zunächst ist es für manche Menschen, die keine eigene Meinung haben, leichter, zu etwas nein zu sagen.
  • Manche sagen schlicht und ergreifend nur darum nein, weil sie unsicher sind und nicht wissen, ob es klappt. Sie haben Angst vor einem Fehlschlag. Wenn man stattdessen frühzeitig nein sagt, ist man fein raus, wenn es dann doch schiefgeht.
  • Manche Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um sich klarzuwerden über das, was sie wollen. Dem Stress durch den Vorschlag eines anderen entfliehen sie, indem sie ihn kritisieren oder zurückweisen. So gewinnen sie Zeit und Abstand.
  • Position beziehen heisst sich entscheiden. Manche tun sich schwer mit Entscheidungen, zum Beispiel aus Angst vor Fehlern.

Manchmal haben wir aber zu einer Frage oder einer Position noch keine eigene Haltung. Dann sollten wir uns die Zeit nehmen, um diese Klarheit zu finden. Manchmal kann das ein richtiger Kampf sein, der auch richtig anstrengend ist.

Was Jesus dazu sagt?

Jesus rief die Menschen zu Klarheit auf. Bei einer seiner öffentlichen Rede sagte Jesus Folgendes: «Ich sage euch aber: Schwört überhaupt nicht! Schwört weder beim Himmel – denn er ist Gottes Thron… Sag einfach ja oder nein. Alle anderen Beteuerungen zeigen nur, dass du dich vom Bösen bestimmen lässt.» (Die Bibel, Matthäus-Evangelium Kapitel 5, Verse 5,33-34 und 37)

Jesus macht hier deutlich: Sag, was Sache ist! Rede immer so, dass man dich beim Wort nehmen kann. Wenn du erst ausdrücklich erklären musst, dass du jetzt ganz sicher die Wahrheit sagst, dann stimmt etwas nicht!

Jesus lebte in dieser Klarheit. Und sein Leben und seine Worte waren ein Ja zu jedem Menschen.

Dieser Artikel erschien im Januar 2011 auf Jesus.ch

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