Das Leben voll auskosten – Pflicht zum Existieren oder Recht auf Leben?

Ein Recht auf Leben gibt es nicht nur vor der Geburt. Die paar Jahrzehnte nachher – und die paar Ewigkeiten danach – können wir ganz verschieden erleben. Der Schöpfer ist zutiefst dran interessiert, dass wir unser Leben mit ihm, durch Jesus leben.
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Recht auf Leben

Ein Recht auf Leben gibt es nicht nur vor der Geburt. Die paar Jahrzehnte nachher – und die paar Ewigkeiten danach – können wir ganz verschieden erleben. Und entgegen weit verbreiteter Vorurteile ist der Schöpfer zutiefst dran interessiert, dass wir in diesem Leben nicht nur existieren, sondern dass es prall, reich, bunt und randvoll gefüllt mit Qualität ist.

Machen Sie mal die Augen auf: Ist die Schöpfung auch nur einen Augenblick langweilig? Kuschelweiches Katzenhaar, atemberaubende Felsformationen, eine surreale Unterwasserwelt oder die rohe Gewalt eines tropischen Sturms – Eindrücke, die uns eine kleine Ahnung geben von dem, der sich das alles ausgedacht hat. Haben Sie schon einmal ein Ei unter einer Henne hervorgeholt? Wie war Ihnen als Vater bei der Geburt Ihres ersten Kindes zumute? Und wann sind Ihnen bei einem raffiniert gekochten Mahl zum letzten Mal die Geschmacksnerven geradezu explodiert?

Es ist eines der grössten Skandale des christlichen Glaubens, dass er häufig mit einer farb- und geschmacklosen, langweilig-grauen Existenz in Verbindung gebracht wird. Dabei heisst es vom Anfang der Bibel an bis zum letzten Blatt: «Ihr sollt leben, wirklich leben!» Der Schöpfer und Erfinder der grossartigsten Wunder des Kosmos hat seine ganze Kreatitvität und Liebe in den Menschen investiert und ihn zu unglaublichen Reichtümern, Erfahrungen und Genüssen fähig gemacht.

In vollen Zügen geniessen

«Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben, und zwar in voller Fülle», erklärte Jesus von Nazareth, selbst kaum eine farblose, nichtssagende Gestalt. Seine Nachfolger erlebten Abenteuer, ständige Überraschungen, Unvorhersehbares und emotionale Hochs und Tief mit ihm. Eins waren die drei Jahre, die sie gemeinsam erlebten, sicher nicht: langweilig.

Wenn man Menschen fragt, die schon eine längere Zeit mit diesem Jesus unterwegs sind, stösst man immer wieder auf bestimmte Grundmuster, die die tiefe Lebensqualität von Christen ausmachen. Die täglichen Genüsse, Arbeit, Alltag, aber auch die Schmerzen des Lebens sind in dieses Rahmenwerk eingewoben und bekommen davon ihren Sinn.  

Hier sind einige Grundumrisse des «Rechtes auf Leben», das wir durch Christus geschenkt bekommen:

Recht auf Liebe

Recht auf Leben, das heisst: Da ist einer, der bedingungslos Ja zu mir sagt, auch wenn ich mich selbst verneine. Der nie, nie, aber auch nie seine Liebe zu mir und seine Hingabe an mich ändern wird. Ich kann mit dem Grossen Schöpfer kommunizieren; da ist einer, der mich hört und jeden Tag mit Liebe anschaut, obwohl er mich besser kennt, als ich mich selbst kenne.

Recht auf Gewolltsein

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Baby, Säugling

Recht auf Leben, das heisst: Egal, wer meine Eltern waren oder ob ich gewollt war – der Schöpfer der Welt ist mein persönlicher Vater geworden. Er hat mich gewollt. Er hat mich als absolutes Original geschaffen – und er will nicht, dass ich als Kopie sterbe. Ich soll wissen, dass er sich mich ausgedacht hat. 

Recht auf Zukunft

Nicht nur der Anfang, sondern auch das Ziel ist klar. Auch wenn es zwischendurch Unklarheiten, Umwege, Abwege oder Nebel gibt: Als Christ weiss ich, wo ich ende – oder besser, wo ich neu anfangen werde, wenn ich sterbe. «Unser Leben jetzt hier ist wie ein Vorwort. Eines Tages ist das Vorwort zu Ende, und dann kommt das erste Kapitel – das erste von unendlich vielen.» (C.S. Lewis) Das Beste kommt noch!

Recht auf die Zweite Chance

Eine der Grundgegebenheiten des Christseins ist, dass das, was ich verbockt habe, vergeben, ausgelöscht, vergessen ist. Stellen Sie sich vor: Das, was Sie als Schuld und Belastung erleben, ist erledigt, bezahlt, beglichen; die Rechnung ist zerrissen, Sie können aufatmen und sich der Gegenwart und der Zukunft zuwenden.

Recht auf genussvolles «Heute»

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Familie, Paar, Kind, Eltern,

Jesus hat es nicht nur empfohlen, sondern mehrfach befohlen: «Macht euch keine Sorgen um das, was morgen kommen wird.» Man muss es ein Leben lang üben, aber welche Chance! Die Vergangenheit ist geklärt, das Morgen ist in Gottes Hand – ich kann heute leben, heute geniessen, heute arbeiten und für alles offen sein, was heute auf mich zukommt. Und am Ende des Tages setze ich mich hin und sage: «Wow, war das ein guter Tag!»

Recht auf nachhaltige Sorgen-Entsorgung

Dabei ist ein Christ nicht einfach eine naive Eintagsfliege. Probleme sind real, Sorgen sind da, das Leben ist nicht nur rosarot. Aber es gibt eine Ent-Sorgungs-Stelle, die Tag und Nacht offen hat. «Werft (nicht legt, nein: werft) eure Sorgen auf Gott. Er sorgt für euch», befiehlt das Neue Testament.

Recht auf Sinn

Vielleicht das grossartigste Element der christlichen Existenz ist die gelöste Sinnfrage. Die nagenden Zweifel sind zu Ende. Meine Existenz ist – eine logische Folge aus all den Elementen, die wir kurz erwähnt haben – am Schöpfer der Welt aufgehängt. Ich lebe von Gott her, auf Gott hin und für Gott. Von diesem grossen Sinn bekommen die vielen kleinen Entscheidungen und Details des Lebens ihren kleinen Sinn.

Recht auf Leben – gratis

Recht auf Leben, nicht nur auf Existieren (oder gar vegetieren): das macht nicht stolz, sondern dankbar. Denn das Beste an der ganzen Sache ist: Sie ist gratis und man bekommt sie als Geschenk, wenn man sich auf Christus einlässt. Manchmal denke ich, dass er immer wieder mal jauchzend bei uns vorbeikommt und uns zuruft: «Hey, ich lebe – und ihr sollt auch leben!» 

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