Falsche Vorstellung – Mythen über den Himmel

Der Autor Randy Alcorn widerspricht der Idee, dass die Menschen in der Ewigkeit keine Erinnerung an ihr irdisches Leben haben werden. Auch findet laut der Bibel die Ewigkeit an einem physischen Ort statt und nicht zwischen den Wolken...
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Randy Alcorn

Der Autor Randy Alcorn widerspricht der Idee, dass die Menschen in der Ewigkeit keine Erinnerung an ihr irdisches Leben haben werden. Auch findet laut der Bibel die Ewigkeit an einem physischen Ort statt und nicht zwischen den Wolken...

In einem Beitrag mit dem Titel «Let Go of Life About Heaven» auf der Website «desiringgod.org» spricht Randy Alcorn acht weit verbreitete Mythen an, welche die Menschen über das Leben nach dem Tod glauben.

Alcorn weist die Vorstellung zurück, dass die Menschen sich nicht an ihr früheres Leben erinnern werden, wenn sie die Ewigkeit bei Gott erreichen. «Dieser Glaube ähnelt eher dem Hinduismus als dem Christentum.»

«Du wirst du sein!»

«Du wirst du im Himmel sein», betont Alcorn. «Wer sollst du denn sonst sein? Da wir Rechenschaft über unser Leben auf der Erde ablegen werden, müssen wir wir selbst bleiben, und unsere Erinnerungen müssen besser sein, nicht schlechter.»

Er argumentierte weiter, dass es in der «Heiligen Schrift keinen Hinweis auf eine Erinnerungslöschung gibt, die uns veranlasst, Familie und Freunde nicht zu erkennen».

Und weiter: «Wenn wir unsere Lieben nicht mehr kennen würden, wäre der Trost eines Wiedersehens nach dem irdischen Leben, wie es in 1 Thessalonicher Kapitel 4, Verse 14-18 gelehrt wird, überhaupt kein Trost.» Auch sei Jesus nach seiner Auferstehung von den Jüngern wieder erkannt worden.

Nicht harfe-zupfend auf Wolke

Weiter äusserte er sich zum Mythos vom «in den Wolken leben». So etwas ist in der Bibel in dieser Form auch gar nicht erwähnt. Das Buch der Bücher spricht von einem neuen Himmel und einer neuen Erde.

Er beobachte, wie manchmal selbst Pastoren sich nicht so wirklich auf die Ewigkeit freuen, weil wir oft die Vorstellung vom Harfe-Spielen auf irgendwelchen Wolken haben. «Lasst uns unbiblische und unwürdige Ansichten über den Himmel über Bord werfen und glauben, dass das Beste wirklich noch kommen wird.»

«Kann man den Himmel dann auch anfassen?»

Die Bibel beschreibt beispielsweise eine Stadt auf der neuen Erde. Wir wissen, was eine Stadt ist: Da gibt es Gebäude, Kultur, Kunst, Sport, Dienstleistungen und anderes. Natürlich leben auch Menschen in einer Stadt.

Randy Alcorn hält fest, dass beispielsweise die besten Songs erst noch geschrieben werden. Auch ist die Rede von einer neuen Erde. Warum also sollten wir uns diese neue Welt ohne Flüsse, Berge, Bäume und Blumen vorstellen? Oder ohne Natur, Städte, Dörfer, Gebäude und Strassen? Offenbarung Kapitel 21 bis Kapitel 22 spricht von Dingen, die wir kennen.

Auferstehungskörper und Edelsteine

Beschrieben ist auch, dass wir einen Auferstehungskörper erhalten (1. Korinther Kapitel 15, Verse 40-44). Uns ist bestens bekannt, was ein Körper ist...

Die Bibel spricht auch von einem neuen Jerusalem aus vielen Edelsteinen. Einige der aufgezählten Juwelen (Offenbarung Kapitel 21, Verse 19-20) gehören zu den härtesten Stoffen, die wir kennen.

Das Problem ist also nicht, dass die Bibel nichts über die Zukunft sagt, sondern dass wir nicht darauf achten und uns stattdessen unsere eigenen Kitschbilder malen. Schon Abraham wartete «auf eine Stadt mit festem Fundament, deren Bauherr und Schöpfer Gott selbst ist» (Hebräer Kapitel 11, Vers 10).

«Ist es nicht langweilig in der Ewigkeit?»

Randy Alcorn: «Der Versuch, jemandem eine körperlose Existenz in einem immateriellen Himmel schmackhaft zu machen, ist wie der Versuch, Appetit auf Kies zu wecken.» Wie aufrichtig dieser Versuch auch gemeint sein mag, er wird niemals gelingen (ein «Kies-Schnitzel» oder «Crème du Kies» oder «Kies Flambée» wird nie der Publikumsrenner).

Gott hat einen Wunsch in uns hineingelegt, schreibt Alcorn: «Ein auferstandenes Leben in einem auferstandenen Körper mit dem auferstandenen Christus auf einer auferstandenen Erde.»

Makellose Städte

Darum sehnen wir uns nach einem Leben auf einer Erde, wie sie ursprünglich geplant war: mit einer atemberaubenden Natur, makellosen Orten und Städten und Menschen, die sie mit Kultur, interessanter Arbeit und vielem mehr beleben. Die Bibel beschreibt genau solche Dinge. Die Ewigkeit bei Gott ist alles andere als langweilig.

Randy Alcorn vergleicht die Haltung vieler mit einem Weltraumflug zum Mars: «Stellen Sie sich vor, Sie sind Mitglied eines Teams, das sich auf eine fünf Jahre dauernde Reise zum Mars vorbereitet. Als die Rakete abhebt, fragt sie einer der Astronauten: 'Was weisst du über den Mars?' Und Sie zucken mit den Schultern und Antworten: 'Nichts, ich denke, das werden wir schon herausfinden, wenn wir dort sind.'»

Die Bibel schildert detailliert, wie die Ewigkeit sein wird. Und die verspricht, alles andere als langweilig zu werden.

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