Ex-Tigers-Captain Stettler – «Mich bewegt das liebende und dienende Herz von Jesus»

In diesen Tagen feiert der Traditions-Club SCL Tigers sein 75-jähriges Bestehen. Zu den grossen Athleten im Team gehörte Martin Stettler, dessen Glaube ihm auch in seiner Karriere Rückhalt gegeben hat.
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Martin Stettler

In diesen Tagen feiert der Traditions-Club SCL Tigers sein 75-jähriges Bestehen. Zu den grossen Athleten im Team gehörte Martin Stettler, der mit 605 Einsätzen für die erste Mannschaft der Spieler ist, der am zweitmeisten Duelle für die Langnauer ausgetragen hat. Mehrere Saisons amtete der gläubige Christ als Captain.

Martin Stettler, was bedeuten Ihnen die Tigers heute, sind Sie noch mit ihnen verbunden?
Martin Stettler:
Die SCL Tigers waren viele Jahre ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Viele Erinnerungen und schöne Momente bleiben unvergessen. Auch heute fühle ich mich dem Verein noch verbunden. Mit diversen Spielern bin ich nach wie vor in Kontakt, allen voran Pascal Berger, ein guter Freund und Götti meiner jüngeren Tochter Mila.

Sie sind eine Club-Legende. Nur ein Spieler – Adrian Gerber – absolvierte noch mehr Spiele für die Tiger. Was bedeutet Ihnen dies?
Dies ist mir eigentlich gar nicht so präsent. Klar ist es toll, zu diesem Kreis der Spieler zu gehören. Viel mehr freut es mich aber, wenn ich den Menschen als bescheidener, fairer und hilfsbereiter Spieler in Erinnerung bleibe.

Was tun Sie heute beruflich?
Nach der Ausbildung zum Eishockeytrainer habe ich meinen Platz nun in einer ganz anderen Branche gefunden. Ich arbeite mit grosser Freude in der Elektro-Branche bei der Bieri Elektrotechnik AG. Nebenbei arbeite ich als Stufenleiter der U11 der SCB Future AG.

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Martin Stettler heute

Wie hat Ihnen der Glaube in Ihrer Zeit bei den Tigers geholfen?
Der Glaube war mein grosser Rückhalt. Sowohl im Guten wie auch im Schlechten. Er gab mir Ruhe, Frieden und Freude. Gerade auch gegen Ende meiner Karriere hin, als ich fünfmal das Knie operieren musste, war Gottes Liebe mein Halt, mein Trost und mein Sicherheitsnetz.

Wie sind Sie zum Glauben gekommen?
Der christliche Glaube wurde mir von meiner Frau viele Jahre vorgelebt. Ich sah aber nie eine Notwendigkeit für diesen «Jesus». Als wir dann aber als Team in einer grossen Krise waren und ich vom Trainer als «Sündenbock» herhalten musste, fiel ich in eine grosse persönliche Krise. Ich habe mich gefragt, was mir neben dem Hockey Halt und Sinn in meinem Leben gibt. Meine Frau und viele andere haben in dieser Zeit viel für mich gebetet. Als ich dann eines Tages mit meiner Frau eine Predigt im Fernsehen anschaute, wurde mir bewusst, dass in meinem Leben eine grosse Leere herrscht und ich diese mit Jesus ausfüllen möchte. Das war der befreiendste Moment in meinem Leben. Der Druck war weg, geblieben sind Liebe, Annahme und eine neue Identität in Christus.

Erinnern Sie sich an Spielszenen, die Sie als von Gott inspiriert bezeichnen würden?
Eine spezielle Szene nicht, aber in meiner Funktion als Captain umso mehr. Oft habe ich Gott um Weisheit und Rat gebeten. Und mir war es wichtig, dem Team gegenüber eine dienende Haltung zu leben. «Rule with the heart of a servant and serve with the heart of a King» («Regiere mit dem Herzen eines Dieners und diene mit dem Herzen eines Königs») war und ist mein Lebensmotto.

Was bewegt Sie besonders in Ihrem Glaubensleben?
Das liebende und dienende Herz von Jesus. Wie er uns den Vater offenbart und uns als Mensch vorgelebt hat, in welcher Beziehung wir mit Gott leben dürfen. Die aktuelle Serie «The Chosen» zeigt dies so wunderbar. Und ich bin ganz neu berührt und begeistert von meinem Jesus.

Wie erleben Sie den Glauben in Ihrem Alltagsleben?
Jesus ist das Zentrum in unserer Familie. Stille Zeit, Bibellesen, Anbetung sind ein fester Bestandteil unseres Alltags und mir wichtig, um mit Gott «connectet» zu bleiben. Es gibt mir Kraft, Frieden und Freude. Brauche ich Rat oder Weisheit, bitte ich Gott darum. Und auch, dass ich mein Gegenüber durch seine Augen sehen darf. Dies gibt mir oftmals einen ganz anderen Blick in eine Situation hinein. Der Glaube ist der Boden, in den ich meine Wurzeln tief hineinwachsen lassen will.

Welche Gemeinde besuchen Sie? Engagieren Sie sich für ein christliches Werk?
Wir sind seit mehreren Jahren in der Vineyard Bern. Die Grundwerte der Vineyard Bern wie Barmherzigkeit, den Menschen dienen, Gottes Reich bauen, Leben und Lieben wie Jesus entsprechen unserem Herzschlag als Familie. So ist es uns wichtig, die Menschen um uns herum zu sehen, sie zu lieben, ihnen zu dienen, zu helfen und ein offenes Haus zu leben. Meine Frau engagiert sich im Verein Parparim und ist in der aufsuchenden Arbeit im Rotlicht-Millieu unterwegs. Wir fragen Gott regelmässig, wo wir uns finanziell und direkt engagieren sollen. Wir erleben da regelmässig seine Führung in den verschiedensten Projekten. Nebenbei unterstützen wir die tolle Arbeit von Compassion Schweiz.

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