Influencer Nr. 1 – Kurzgeschichten mit Sprengkraft

Im Advent schaut sich Livenet den einflussreichsten Mann der Geschichte etwas genauer an. Heute geht es um die Gleichnisse von Jesus, mit denen er Menschen zum Nachdenken über sie selbst brachte.

Im Advent schaut sich Livenet den einflussreichsten Mann der Geschichte etwas genauer an. Heute geht es um die Gleichnisse von Jesus, mit denen er Menschen zum Nachdenken über sie selbst brachte.

Wenn Jesus lehrte, dann oft mit Gleichnisgeschichten. In diesen einfachen Geschichten war der Ausgangspunkt meist eine Alltagssituation, und es traten Menschen auf, die jeder so oder ähnlich kannte. Dann aber nahm die Handlung regelmässig eine unerwartete Wendung. Das machte die Geschichten spannend. «Wie würde jene Figur nun handeln?», fragten sich die Zuhörer. «Und warum? Wen stellt sie dar? Und wie hätte ich gehandelt?» Auf diese Weise gelang es Jesus immer wieder, Menschen zum Nachdenken über ihr eigenes Tun anzuregen. Und weil die Personen in den Gleichnissen (trotz ihres alltäglichen Charakters) oft anders handelten, als es der gängigen Sitte entsprach, realisierten manche Zuhörer: «Gott hat vieles auf der Welt anders geplant als es nun geworden ist.» Es ging um Umkehr und persönliche Veränderung, ohne dass Jesus das Wort gebraucht hatte. Er sagte einfach: «Macht es ebenso.» Das war in der Tat etwas ganz anderes als das übliche Gebote-Lernen an den Schulen der Schriftgelehrten: «Du sollst..., du sollst..., du sollst..., du sollst nicht...» Jesus drängte nicht. Er sprach volksnah und einprägsam; ein Kind konnte ihn verstehen. «Wer hören kann, soll gut zuhören.» Ob sich jemand allerdings auf die Botschaft einlassen wollte, blieb seine freie Entscheidung.

Alle reagierten unterschiedlich

Und natürlich hörten nicht alle auf die gleiche Art zu; das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld veranschaulicht das überdeutlich. War es die unfromme Sprache, die einfache Botschaft – oder war es der Zimmermannssohn selbst, mit dem sich die Religiösen, Studierten und Einflussreichen so schwer taten? Oder war es die Tatsache, dass Jesus die Braven und die Sünder vor Gott auf dieselbe Stufe stellte, ja, die Sünder gelegentlich noch zu bevorzugen schien? Es waren die Verrufenen und Armen, die in Scharen zusammenströmten, um den Rabbi aus Nazareth zu hören. Bei Jesus fanden sie, was sie bei den frommen Schriftgelehrten vergeblich gesucht hatten: Liebe und eine von Hochmut freie Heiligkeit.

Verrat gewittert

Kein Wunder, dass das Establishment Verrat an der Religion witterte: «Mit welchem Gesindel er sich da abgibt. Er setzt sich sogar mit ihnen an einen Tisch! Mit Jesus kann etwas nicht stimmen. Das Milieu, in dem er sich bewegt, beweist es.» Jesus schlug nicht zurück, weder mit Taten noch mit bösen Worten. Aber er begann, eine Geschichte zu erzählen, die das Bild von Gott als den liebenden Vater für alle folgenden Zeiten geprägt hat: das Gleichnis vom Vater mit den zwei verlorenen Söhnen (Lukas, Kapitel 15, Verse 11-32).

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Die Bibel spricht immer wieder davon, dass Gott eine gewisse Vorliebe für die Armen und Benachteiligten hat.

Seligpreisungen der Welt – Glücklich sind die Abgebrühten und Arroganten?

In unserer Welt sind Stärke und Selbstsicherheit gefragt. Wer gross herauskommen will, muss von sich überzeugt sein. ...

Thema
Ist die Bibel schwer verständlich?

Sind die Paulusbriefe schwer verständlich?

Grundsätzlich ist das Neue Testament leichter verständlich als das Alte. Dennoch meiden viele die Briefe, die vom ...

Thema
Freude, die mehr ist, als ein Gefühl

Die «Trotzdem»-Freude: Paulus' Philipper-Perspektive

Dass Freude mehr ist als ein Gefühl, das einen ab und zu überwältigt, zeigt Paulus im Philipperbrief. Der ist ...

Thema
Eine kleine, wachsende Pflanze

Ein Gleichnis von Jesus – Die selbstwachsende Saat

Wie aus etwas Kleinem Grosses entstehen kann, entdeckt Laura Schwarz nicht nur auf ihrer eigenen Fensterbank, sondern ...

Thema
Passt ein Kamel durch ein Nadelöhr?

Biblisches Missverständnis – Ein Kamel durchs Nadelöhr

Es gibt biblische Bilder, die hängenbleiben: Der Vergleich mit dem Kamel im Nadelöhr gehört dazu. Viele ...

Thema
Gottes Wort sättigt

Was satt macht: Das Brot Gottes

Im Johannesevangelium geht es nicht nur um die Spuren von Jesus, sondern es schimmert auch immer wieder die ...

Thema

Ist das Johannesevangelium ist nur geistlich zu verstehen?

Das Johannesevangelium ist das theologischste der vier Evangelien. Nimmt er es deshalb mit den Fakten nicht so genau? ...

Thema
Mann liest in der Bibel

Wie wahr ist das Neue Testament?

Beruht das Neue Testament auf Tatsachen oder ist es von Menschen erfunden worden? Haben es ausgeklügelte Autoren ...

Thema
Die Bergpredigt in «The Chosen»

Seligsprechung – Alles auf den Kopf gestellt

Ein paar tausend Leute sassen da. Sie hatten sich auf eine Predigt vorbereitet, in der ihnen wieder einmal gesagt ...