Das unterschwellige Problem – Hauptsache, es geht nach meinem Kopf

Fromm sein und Busse tun ist nicht schwer. Sich wirklich auf Gott einlassen hingegen sehr.
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Viele Christen entscheiden im Leben nach ihrem eigenen Kopf

Es ist ja schon verblüffend, wie in der Bibel am Beispiel eines ganzen Volkes die Untiefen und Verästelungen unserer menschlichen Natur herausgearbeitet werden. Heute morgen war ein Text aus dem 5. Mosebuch (Kapitel 1, Verse 34-46) in der Bibellese dran – fast zum Schmunzeln, wenn es nicht so ernst gewesen wäre. Der alte Mose erzählt dem Volk rückblickend, wie seine Geschichte mit Gott war (erzählen wir unseren Kindern und Grosskindern manchmal «unsere» Geschichte?)

Hier sind Schritte, die sich in unserem Leben gern wiederholen.

  1. «Wir haben unrecht getan (Vers 41a)»

Klingt gut, oder? Das Volk erkennt: «Wir waren Gott ungehorsam.» Der Grund: Gott hatte ihnen gesagt, dass sie als ganze Generation – 40 Jahre – in der Wüste sterben und nur zwei Männer sowie die Kinder der Verstorbenen in das versprochene Land kommen werden. Wow – eine massive Ankündigung. Das tut weh. Wenn wir irgendwo im Gewissen getroffen werden, schämen wir uns und sagen: «Ich habe Unrecht getan. Ich habe gesündigt.» Und das ist gut – Schuld und Versagen nicht abzustreiten, sondern zuzugeben, ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

  1. «Doch jetzt wollen wir hinaufziehen…» (Vers 41b)

Ein kurzes Schuldbekenntnis – «aber jetzt Vollgas». Die Israeliten meinen, dass sie jetzt einfach weitermachen können. Kling fast nach Kompensation. Jeder nimmt seine Waffen, sie wollen sofort losziehen. Gott warnt sie: «Zieht nicht los, denn ich bin nicht mit euch.» Aber das interessiert sie nicht. Sie ziehen «in ihrem Übermut» ins Bergland hinauf – und werden schändlich geschlagen (Verse 43-44).

Wo ist das Problem? Es war ihre Haltung «Gott hat uns vergeben, jetzt können wir weitermachen» – mit dem eigenen Kopf.

Es ist klar: Jesus vergibt Schuld. Immer – da gibt es keinen Zweifel. Aber die Wurzel, die zu Schuld führt, ist, dass ich nach meinem eigenen Kopf lebe. Eingebaute Sturheit sozusagen. Der weitaus wichtigere Teil des Christseins ist es darum, zu lernen: «Nicht, wie ich mir das vorstelle, sondern was willst du?»  

  1. Weinen nützt nichts – das Schweigen Gottes

Auf diese Episode folgt eine lange Zeit des Schweigens Gottes und der Verwirrung. Nachdem sie von ihren Feinden «wie ein Bienenschwarm» vor sich hergetrieben und geschlagen worden sind, «weinten sie und wollten den Herrn umstimmen» (merken wir was?). Aber Gott schweigt, sie bleiben lange an einem Ort, dann ziehen sie ziellos in der Gegend rum – die Orientierung fehlt (Kapitel 2). Bis sich Gott wieder erbarmt und ein klares Wort der Führung gibt. Denn seinen Bund der Liebe hat er nicht aufgegeben.

Ein langes Schweigen Gottes, zielloses Hin-und Hertreiben kann verschiedene Gründe haben. Es ist aber gut, wenn wir uns und Gott mal fragen «Habe ich vielleicht nach meinem eigenen Kopf gehandelt? Ist mein Problem meine Sturheit?» Es können sogar fromme Gedanken und Pläne sein, die aber letztlich nicht aus dem lebendigen Umgang mit Gott kommen. Dieser Umgang mit Jesus, das Hören auf seine Pläne und dann das gehorsame Handeln – das ist nichts anderes als «Gott lieben von ganzem Herzen, mit allen Kräften, mit Willen und Verstand». Und da hat man bis ins Alter nicht ausgelernt.

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