Auch in Corona-Zeiten – Gott hält keinen Abstand

Andere umarmen – das drückt Nähe aus. Abstand und Nähe ist nicht nur in Corona-Zeiten eine wichtige Frage.
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Vater und Tochter umarmen sich

Andere umarmen – das drückt Nähe aus. Abstand und Nähe ist nicht nur in Corona-Zeiten eine wichtige Frage.

Jemanden zu umarmen zeigt, dass mir ein Mensch willkommen ist und dass ich ihn mag. Eine Umarmung ist ein Zeichen von Sympathie und Zuneigung; womöglich drückt sie auch aus, dass die beiden, die sich umarmen, sich gut kennen oder befreundet sind.

Ein Sohn, der ganz auf Abstand geht

Und Gott? Wie ist das bei ihm? Für viele Menschen scheint Gott weit, weit weg. Sicher, er ist nicht jemand, der uns spürbar umarmt. Aber es gibt in der Bibel eine Begebenheit, die etwas davon vermittelt, wie Gott es – bildlich gesprochen – mit Nähe hält.

Die Begebenheit geht auf Jesus zurück. Er erzählte von einem Sohn, der auf denkbar grossen Abstand zu seinem Vater geht. Er verlangt sein Erbe, obwohl der Vater noch lebt, und kehrt seinem Elternhaus den Rücken. – Ein absolutes No Go, nicht nur in der damaligen Zeit. Und der Vater? Der lässt den Sohn mit dem Erbe ziehen.

Ins Nachdenken gekommen

Einige Zeit lebt der Sprössling von dem Erbe, verschleudert es und landet in Armut. Ihm wird klar, dass es selbst die Arbeiter seines Vaters besser haben als er, der frühere Sohn des Hauses, der nun Hunger leidet. Also entschliesst er sich, zurück nach Hause zu gehen und künftig als Arbeiter seines Vaters zu leben.

Wie es weitergeht, ist in der Bibel zu lesen: «Er (gemeint ist der Sohn, der seinen Vater verliesss) machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.» (Lukas-Evangelium, Kapitel 15, Vers 20).

Die Haltung des Vaters gegenüber seinem zurückgekehrten Sohn, lässt sich mit folgenden Worten ausdrücken: «Ich bin so froh, dass du zurückgekommen bist. Endlich! Ich kann dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass du wieder da bist! Ich liebe dich und bin glücklich, dass du wieder bei mir bist.»

Gott – ein Softie?

Man könnte den Vater, so wie er sich verhält, durchaus als «Softie» bezeichnen. Denn er macht seinem Sohn keinerlei Vorhaltungen. Dazu hätte er nun wirklich allen Grund. Was den Vater vor allem antreibt, ist die Liebe zu seinem Sohn. Für ihn war es ein riesiger Schmerz und ein Verlust, dass sein Sohn ihn verlassen hatte.

Natürlich ist es zunächst ein Bild, dass Gott uns Menschen entgegengeht und uns in seine Arme nimmt. Aber tatsächlich will Gott jedem Menschen zeigen, wie wertvoll er ihm ist und wie sehr ihn liebt.

Auch der zweite Sohn lebt auf Abstand

Das wird in einer weiteren Begebenheit noch deutlicher: Der zweite Sohn des Vaters reagiert wütend darauf, dass sein Vater so nachsichtig mit seinem Bruder umgeht. Er kann nicht verstehen, dass der seinem nichtsnutzigen Bruder vergibt und ihn sogar wieder in alle Rechte einsetzt.

Hier wird die Frage des Abstands noch einmal zum Thema: Der Sohn, der eigentlich immer bei seinem Vater war, ist offensichtlich meilenweit von ihm entfernt. Er lebte zwar bei seinem Vater, aber innerlich war er weit weg von ihm. Offensichtlich hatte er etwas Entscheidendes nicht verstanden: Nämlich, dass der Vater seine beiden Söhne von Herzen liebt.

Nur wenige Worte

Für die Vergebungsbereitschaft seines Vaters hatte der unverschämte Sohn ein viel besseres Gefühl als sein Bruder. Er ging zurück und sagte nur wenige Worte: «Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir.» Es hatte begriffen, dass er einen riesengrossen Fehler gemacht hatte und dass er Vergebung brauchte.

In den Armen Gottes

Wenn Sie denken, dass Gott für Sie weit weg ist, können Sie sich den zurückgekehrten Sohn zum Beispiel nehmen. Sie dürfen sicher sein, dass es nur Ihr «Ja» zu Gott und Ihre Bitte um Vergebung braucht. Sie dürfen wissen, dass Gott Sie mit offenen Armen aufnimmt und Ihnen gerne vergibt. Ein solches Gebet verringert Ihren Abstand zu Gott von jetzt auf gleich, ganz egal, ob Sie es spüren oder nicht.

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