Beziehungen – Erhalten kleine Lügen die Freundschaft?

Lügen ist nicht gut, da sind wir uns einig. Aber ermöglichen uns kleine Ausreden und Notlügen nicht ein angenehmeres Zusammenleben? Bevor man Freunde enttäuscht, schwindelt man doch lieber ein bisschen.
Unsplash/ Andrew Moca
ausgeschnittene Papiermännchen

Man ist zu spät, weil ein Bus ausgefallen ist – und nicht, weil man getrödelt hat. Oder man kann leider nicht mit auf das Familienfest der besten Freundin, weil man zu Hause helfen muss... Und so gewöhnt man sich schnell an kleine Unwahrheiten, mit denen man die Freundschaften erhält und selbst fein raus ist. Nur: Sollten diese kleinen Notlügen ans Licht kommen, bewirken sie leider das Gegenteil.

Ist Lügen wirklich angenehmer?

Notlügen setzt man ein, weil einem die Wahrheit zu unbequem ist. Man will keine Diskussionen, kein Gejammer, keinen Streit und man möchte ja niemanden enttäuschen. Da kommen einem Ausreden und Notlügen schnell angenehmer vor. Aber überlege mal: Würdest du selbst gerne von deinen Eltern und Freunden mit deinen Lügen angelogen werden? Wie würdest du dich fühlen, wenn zum Beispiel dein bester Freund dir erzählt, er hat heute keine Zeit, weil er lernen muss, und später erfährst du, er war mit anderen Freunden unterwegs ...? Enttäuschend, oder? Die angeblich so angenehmen Lügen sind in Wahrheit echte Freundschaftskiller.

Ist die Wahrheit wirklich so unangenehm?

Eigentlich ist Wahrheit kein negativer Begriff. Forschung, Wissenschaft und Religionen sind alle auf der Suche nach der Wahrheit. Jesus hat sogar gesagt, dass die Wahrheit frei macht (Die Bibel, Johannes, Kapitel 8, Vers 32). Manchmal ist es für einen vielleicht erst mal unangenehm, die Wahrheit zu sagen. Wenn man etwas kaputt oder falsch gemacht hat. Oder wenn man jemanden die Wahrheit ersparen will. Es braucht oft Mut, die Wahrheit zu sagen. Aber wenn sie heraus ist, ist es auch erleichternd.

Eines der zehn Gebote ist «Du sollst nicht lügen». In der perfekten Welt gäbe es also keine Lügen. Man könnte sich auf das Wort der anderen verlassen, man könnte ihm tief vertrauen.

Lernen, die Wahrheit zu sagen

Kein Mensch kann von heute auf morgen perfekt werden und nie mehr lügen. Aber man kann sich immer wieder neu dazu entscheiden, die Wahrheit zu sagen. Wichtig ist, dabei versöhnlich und liebevoll zu sein. Frag andere um Rat, wenn du nicht weisst, wie du unangenehme Dinge beichten sollst. Es wird bestimmt nicht immer Spass machen, aber du kannst nur gewinnen. Und andere werden deine Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit sehr an dir schätzen.

Dieser Beitrag erschien im Juli 2013 auf Jesus.ch

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