Emotionen – und was sie verursachen

Gott hat den Menschen bewusst Gefühle geschenkt, um das Leben zu bereichern. Wer aber seinen Gefühlen zu viel Raum gibt und sich durch seine Gefühle bestimmen lässt, kann emotionell nicht reifen. Er lebt in Abhängigkeit von seinen Gefühlen und ...

Gott hat den Menschen bewusst Gefühle geschenkt, um das Leben zu bereichern. Wer aber seinen Gefühlen zu viel Raum gibt und sich durch seine Gefühle bestimmen lässt, kann emotionell nicht reifen. Er lebt in Abhängigkeit von seinen Gefühlen und nicht von Gott. Wenn Menschen gefühllose Wesen wären, könnten sie nie Freude, Friede, Liebe, Barmherzigkeit empfinden und Mitgefühl entwickeln. Diese Gefühle werden in der Bibel in Galater 5,22ff spezifisch als Früchte des Heilige Geistes erwähnt: „Dagegen bringt der Heilige Geist in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung...“

Emotionen aus Mangelerscheinungen

Wie aber steht es mit Hass, Zorn, Unversöhnlichkeit? Woher kommen diese Gefühle? Da Gott ein Gott der Liebe ist und keine Sünde duldet, können solche Emotionen unmöglich gottbewirkt sein. Vielmehr entspringen sie einem andern Geist. Es sind Emotionen, die aus Mangelerscheinungen, aus Bindungen, falschen Abhängigkeiten und Begierden entstehen und von unerlösten Bereichen im Leben stammen – eben aus dem Fleisch, wie es die Bibel nennt. Betrachtet man die Lust- oder Unlustgefühle des Menschen etwas genauer, stellt man fest, dass Lust bei der Beseitigung eines Mangelzustandes entsteht, und Frust bei dessen Entstehung. Gefühle sind deshalb angenehm oder unangenehm, weil sie mit dem Verlauf entsprechender Motivationen verknüpft sind. Es stellt sich also die Frage: Was ist die Motivation hinter diesen Gefühlen? Was wollen sie aussagen? Besteht ein Mangel? Durch die Erkenntnis seiner Gefühle und Motivation erkennt der Mensch auch seine Sünden. Das ist ein erster Schritt dazu, mit Gott ins Reine zu kommen.

Die Macht der Gefühle

Die Macht der Gefühle ist ungeheuer. Es zeigte sich immer wieder in der Geschichte der Menschheit, wohin Fanatismus oder Liebe führen. Was für Früchte sie hervorbringen, ob sie einem guten oder bösen Geist entspringen. Gefühle sind manipulierbar, und sie manipulieren den Menschen. Um diesem Teufelskreis der Gefühle zu entkommen, braucht es den Heiligen Geist.

Gefühle klagen uns an

Wer kennt nicht das Gefühl von Schuld und Versagen? Man spricht vom Gewissen. Das schlechte Gewissen klagt uns an. Auch wenn es unterdrückt wird, über kurz oder lang fängt es uns ein. Bei manchen geschieht dies erst auf dem Totenbett. Es kann uns aber auch zu unrecht der Schuld bezichtigen. Wer an einen Widersacher Gottes glaubt, der kann sich vorstellen, dass sich dieser der menschlichen Gefühle bedient und sie manipuliert, um Menschen zu schwächen, irre zu leiten, in Abhängigkeiten zu führen. So fühlten sich manche Menschen schlecht, wenn sie nicht rauchen können. Erkennen Sie den Drahtzieher und die Motivation?

Krankmachende und irregeleitete Gefühle

Es gibt also krank- und gesundmachende Gefühle. Tatsächlich können negative Gefühle zu Depressionen und Krankheit führen. Darum wissen die Ärzte und sprechen von psychisch kranken Menschen. Time Life schreibt in „Faszination Menschlicher Körper“, manche Menschen behaupten, Emotionen seien die Empfindungen des Geistes, so wie physische Eindrücke die Empfindungen des Körpers sind. Emotionen bestimmen die Choreografie und den Fluss zwischenmenschlicher Interaktionen, sie sind das widerhallende Echo der Aussenwelt. Erfahrung und Intellekt spielen ihnen zwar Informationen zu, doch manchmal weichen sie vom Weg der Vernunft ab, wie eine Art Strudel innerhalb ruhig dahin fliessender Gedankenströme. Gefühle scheinen etwas zu sein, was sich der Geist selbst verschafft – oder aufbürdet. Nur wenige Menschen würden tatsächlich auf die Gefühle verzichten wollen, die den Körper beleben und den Geist befeuern. Die Mehrheit setzt Leben mit Fühlen gleich. Emotionslos zu sein, heisst, ein kaltes Zentrum zu haben, innerlich tot zu sein. Egal, wie weit sie uns auf Abwege führen oder unsere Existenz komplizieren, Gefühle sind von einer Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit, die aufgeräumtem, vernünftigem Denken fehlen.

Gefühle überwinden

Man kann seine schlechten Gefühle auch besiegen und überwinden – im Sport spricht man von Selbstmotivation und Coaching. Dabei stellt der Mensch seinen Gefühlen eine andere Überzeugung entgegen. Genau so geschieht es im Glauben. Man glaubt, von Gott gerettet und angenommen zu sein und geheilt zu werden, und tritt im Glauben den Gefühlen von Angst und Schuld entgegen. Autorin: Livenet, Antoinette Lüchinger
Quelle: Livenet, Time Life

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