Frieden stiften – Teil 1 – Einander in Liebe die Wahrheit sagen

Viele Konflikte werden nie richtig gelöst. Oft werden sie nicht offen angesprochen oder es fehlt an der Bereitschaft, dem anderen auch wirklich zuzuhören. Um Konflikte konstruktiv und nicht nur oberflächlich anzugehen, sind Friedensstifter gefragt.
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Zwei Männer im Gespräch

Viele Konflikte werden nie richtig gelöst. Oft werden sie nicht offen angesprochen oder es fehlt an der Bereitschaft, dem anderen auch wirklich zuzuhören. Um Konflikte konstruktiv und nicht nur oberflächlich anzugehen, sind Friedensstifter gefragt.

Hinter Konflikten stehen immer Dinge, die wir gerne verstecken. Das sind Charakterschwächen und Fehlverhalten, welche manchmal schon Jahre zurückliegen. Wir werden durch erfahrene Verletzungen oder Ängste zu einen gewissen Verhalten bewegt. Oft fällt es schwer, über Gefühle zu reden. Es ist einfacher, «sachlich» über den Konflikt zu sprechen. So besteht weniger Gefahr, das Gesicht zu verlieren. Doch leider können so keine Konflikte in ihrer Tiefe gelöst werden.

Das Bedürfnis, anderen überlegen zu sein

Konflikte sind schmerzhaft und zuweilen auch bedrohlich. Wie gerne sieht man sich dabei im Recht. Und man hofft, dass dies von allen Beteiligten anerkannt wird. Eine solche Haltung führt letztlich zu Parteiung. Das Gegenüber wird als «Bösewicht» dargestellt. Ein Schlüssel zum Stiften von Frieden besteht darin, sich vom Unreinen im eigenen Herzen zu befreien. Besserwisserei, Geltungsdrang oder Kontrollsucht sind weit mehr verbreitet als wir uns oft bewusst sind. Diese Dinge verhindern aber das Stiften von Frieden.

Jesus ist das grösste Vorbild. Er stand in einem ernsthaften und lebensbedrohenden Konflikt mit der religiösen Elite seiner Tage. Obwohl er sich keinen einzigen Fehler zuschulden kommen liess, verzichtete er darauf, für seine Position zu kämpfen. Er musste nicht «im Recht sein». Er kannte seine Position, hatte aber ein sehr viel höheres Ziel: Versöhnung der Menschen mit Gott.

Friedensstifter werden von Liebe bewegt

Gott zahlte den höchsten Preis, damit die Menschheit Frieden mit ihm finden konnte. Seine Liebe zu uns ist so gross, dass er kein Opfer scheute. Wer Gottes Liebe und seine reinigende Vergebung empfangen hat, wird einer versöhnten Gemeinschaft ebenfalls Priorität einräumen. Der Friedensstifter fragt weniger danach, wie er seine Mitmenschen von sich überzeugen kann, sondern vielmehr, welchen Beitrag er für eine versöhnte Gemeinschaft leisten kann. Er ist von Mitleid geprägt. Nicht nur für die sympathischen, sondern auch für die schwierigen Menschen sucht er stets das Beste.

Ehrlichkeit ist wichtig

Liebe allein vermag viele Fehler zuzudecken. Um Konflikte dauerhaft zu lösen braucht es aber auch Ehrlichkeit. Wir müssen Ängste, Verletzungen und Versagen vor uns selbst eingestehen und oftmals auch vor Mitmenschen bekennen. Ein Friedensstifter will verstehen, was zu einem Konflikt geführt hat. Dabei geht es ihm aber nicht darum, einen Schuldigen verurteilen zu können, sondern eine Wiederholung des Konfliktes zu verhindern. Er bemüht sich um Wiederherstellung der Beziehung. In jedem Konflikt werden Menschen verletzt und enttäuscht. Der dadurch entstandenen Schaden muss behoben und an der angeschlagenen Beziehung gearbeitet werden. Dazu braucht es Ehrlichkeit und Demut, vor allem aber Liebe und das Streben nach echtem Frieden.

«Die Weisheit hingegen, die von oben kommt, ist in erster Linie rein und heilig, dann aber auch friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist unparteiisch und frei von jeder Heuchelei.

Die Früchte, die vor Gott bestehen können, wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat des Friedens säen.»
Jakobus 3,17+18

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