Blutmond durch Mondfinsternis – Ein himmlischer Bote des Unheils?

Seit Jahrtausenden gilt er als Bote des Unheils: der blutrote Mond. Am Montagmorgen, 21. Januar 2019, war er wieder zu sehen. Was genau hat es mit diesem Blutmond auf sich?

Seit Jahrtausenden gilt er als Bote des Unheils: der blutrote Mond. Am Montagmorgen, 21. Januar 2019, war er wieder zu sehen. Was genau hat es mit diesem Blutmond auf sich?

Der Blutmond steht für Geheimnisvolles, böse Mächte und für das Ende der Welt. Die Amazonas-Indianer glaubten, der Mond sei durch einen Pfeil verwundet worden und deshalb blutrot. In Horrorfilmen ist der Blutmond Hintergrund für dubiose Gestalten und ihr nächtliches Treiben.

Germanen und nordische Völker stellten sich vor, dass ein riesiger Wolf des Hasses versucht, den Mond zu verschlingen, in China war es ein Drachen, den man mit Lärm zu vertreiben suchte. In Griechenland hielt man die blutrote Färbung des Mondes für ein Werk von Hexen.

So entsteht das Phänomen

Erklären lässt sich das schaurig-schöne Phänomen so: Der Blutmond entsteht bei einer totalen Mondfinsternis, wobei der Mond dabei nicht komplett schwarz wird. Vielmehr bricht sich das Sonnenlicht in der Erdatmosphäre und langwelliges rötliches Restlicht wird in den Kernschatten gelenkt. Das Phänomen nennt man auch Kupfermond oder roter Drache.

Auch in der Bibel bezieht sich eine Passage auf den Blutmond. Im Buch Joel im Alten Testament heisst es: «Die Sonne wird sich verfinstern und der Mond blutrot scheinen, bevor der grosse und schreckliche Tag kommt, an dem ich Gericht halte.» Darum glauben manche Christen, dass Blutmonde die Wiederkunft Christi ankündigen.

Lauf der Zeit ist eine Linie

Für Christen ist der Lauf der Dinge kein permanenter Kreislauf, sondern eine Linie, ein Geschehen, das einen Anfang und ein klares Ende hat. Die Geschichte begann mit dem Entstehen der Welt. Grösster Einschnitt in der Geschichte war und ist das Kommen von Jesus. Der Sohn Gottes wurde ein Mensch, heilte und sprach zu Menschen, bevor er getötet wurde und vom Tod auferstand.

Im linearen Zeit- und Geschichtsverständnis der Christen gibt es auch ein klares Ende der Zeit: Jesus, der bei seinem Vater im Himmel ist, wird wiederkommen. Auch wenn niemand weiss, wann das sein wird. 

Vor seinem eigenen Ende, also bevor er gefoltert und gekreuzigt wurde, sprach Jesus über das Ende der Welt. Das ist in der Bibel im Markus-Evangelium im 13. Kapitel zu lesen. Er nannte Vorzeichen des Tages, an dem er wiederkommt und der Lauf der Menschheit quasi angehalten wird. Er nannte falsche Prediger, Kriege, Erdbeben, Hungersnöte und Christenverfolgungen.

Vorhersage ist überflüssig

Obwohl Jesus die Zeichen nennt, warnt er zugleich davor, den Tag seiner Wiederkunft vorhersagen zu wollen (Markus-Evangelium, Kapitel 13, Verse 32-33): «Doch wann jener Tag und jene Stunde sein werden, weiss niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn; nur der Vater weiss es. Seht euch also vor und seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.»

Damit ist jede, wirklich jede Überlegung und Suche nach dem Tag des Endes überflüssig. Man muss sich das einmal vorstellen und klarmachen: Jesus sagt in der oben genannten Bibelstelle, dass nicht einmal er weiss, wann dieser Tag sein wird. Also sind Recherche und Spekulationen unnötig!

Keine Werbung mit dem Weltende

Jesus hat nicht über das Ende der Welt gesprochen, um Werbung für sich zu machen. Das war nicht seine Sache. Es war vielmehr ein Wort an die, die ihm nachfolgen, und etwa so gemeint: «Macht euch auf einiges gefasst, was noch kommt! Habt keine Angst und lasst euch nicht vom Glauben abbringen!»

Es geht ihm nicht um Angst-Mache, sondern um das genaue Gegenteil. Jesus sorgte sich um seine Mitarbeiter, zu ihnen sprach er, sie waren ihm wichtig und er wollte sie auf Kommendes vorbereiten. «Dies alles habe ich euch gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man euch hart zusetzen, aber verliert nicht den Mut: Ich habe die Welt besiegt!» (Johannes-Evangelium, Kapitel 16, Vers 33)

Es ist genau das, was Jesus jedem Menschen geben will, der zu ihm kommt und das eigene Leben in seine Hände legt: Geborgenheit und Frieden.

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