Wenn Glaube konkret wird – Der beste Wein und das Grauen am Morgen

Glaube ist spannend. Wenn man sich auf Jesus einlässt, können verrückte Sachen passieren. Aber nur, wenn man bereit ist, Anweisungen zu folgen. Das machte der englische Pastor Mike Pilavachi auf humorvolle Art an der EXPLO in Luzern deutlich.
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Wasser zu Wein

Glaube ist spannend. Wenn man sich auf Jesus einlässt, können verrückte Sachen passieren. Aber nur, wenn man bereit ist, Anweisungen zu folgen. Das machte der englische Pastor Mike Pilavachi auf humorvolle Art an der EXPLO über den Jahreswechsel in Luzern deutlich.

«Wir sind rein durch Gnade errettet. Unverdient. Gratis.» Das machte Pilavachi gerade zu Anfang klar. Kein Mensch kann sich Gottes Wohlgefallen verdienen – die Annahme durch Gott wird uns geschenkt. Das unterscheidet den christlichen Glauben von Religionen: Hier geht es nicht um «tun», sondern um «getan». Darum dürfen, ja, können wir nur dankbar annehmen, was Christus für uns getan hat.

Gratis heisst nicht billig

Aber Pilavachi sprach ein Problem an, das viele Menschen beschäftigt. «Wenn ich umsonst von Gott angenommen werde – so what? Dann ist ja alles in Ordnung, und ich muss mich nicht weiter drum kümmern.» Irgendwie scheint diese Gnade zu «billig» zu sein. Gratis errettet – ist das alles?

Hier setzte Pilavachi an. Er scheute sich nicht, das Wort «Gehorsam» in die Mitte zu stellen. «Gehorsam ist Antwort auf Gnade», hielt er fest: «Hier wird der Glaube quasi gefüllt.» Anhand zweier Berichte aus dem Leben Jesu und seiner Jünger gab Pilavachi Gründe, warum Glaube erst durch Gehorsam lebendig wird.

«Was er euch sagt, das tut» – so werden Wunder möglich

Jesus war Gast an einer Hochzeit. Mittendrin die Peinlichkeit: Der Wein ist alle. Der Bräutigam – dessen einzige Aufgabe es war, genug Wein zu besorgen – riskiert die Blamage. Jesus war mit seiner Mutter da, und – typisch Mutter – sagt sie ihm: «Sie haben keinen Wein mehr.» Durch die leicht unwirsche Antwort von Jesus lässt sie sich nicht beleidigen, sondern sagt den Bediensteten den Kernsatz des Gehorsams: «Was Jesus euch sagt, das tut!» «Das ist der entscheidende Satz. Was Er euch sagt, das tut», rief Pilavachi den tausenden von Zuhörern zu.

Jesus wies das Personal daraufhin an, ein paar riesige Krüge mit Wasser zu füllen. «Die werden sich gedacht haben: Hat er nicht richtig gehört? Wir haben kein Problem mit Wasser, sondern mit Wein. Wir brauchen nicht noch mehr San Pellegrino, sondern Chateauneuf-du-Pape.» Aber sie taten es und brachten die Kostprobe dann dem obersten Wein-Ausschenker. Der Rest ist bekannt: Statt Wasser kostete er den besten Wein – viel besser als den vom Anfang. «In dem Augenblick, als sie das scheinbar Verrückte taten – Wasser einschenken –, geschah das Wunder.» Gehorsam bedeute eben nicht «solange ich einverstanden bin» oder «solange es Sinn macht», sondern ganz einfach «Was er euch sagt, das tut».

«Rein ins Boot – raus aus dem Boot»: So lernt man Jesus intimer kennen

Einen zweiten Grund für Gehorsam nannte Pilavachi anhand der Geschichte, wie Jesus seine Jünger nach der Speisung der 5'000 quasi trieb, in ein Boot zu steigen und auf den See zu fahren. Mitten in der Nacht und obwohl ein Sturm drohte (nachzulesen im Matthäus-Evangelium, Kapitel 14, Verse 22-33). «Er sandte sie in den Sturm!» rief Pilavachi. «Manchmal schickt uns Jesus in Stürme. Warum? Weil wir mitten im Sturm grössere Nähe zu Gott finden und ihn als treu erleben.»

Die Jünger kämpften mit Sturm und Wellen, und dann, als ob das nicht genug wäre, kam das Grauen am Morgen: Kurz vor dem Morgengrauen kam Jesus über das Wasser auf seine Jünger zu. «Sie schrien auf, denn sie dachten, es sei ein Gespenst», berichtet die Bibel. Für Pilavachi ist diese Reaktion typisch. «Wenn wir in Problemen stecken und kämpfen, erkennen wir Jesus oft nicht. Oft denken wir, es ist ein Geist. Aber Jesus sagt: Habt Mut, habt keine Angst, ich bin es!»

Der weitere Fortgang der Geschichte ist spannend: Petrus ist so begeistert, dass er auf dem Wasser zu Jesus kommen will. Aber unterwegs fängt er an zu sinken, als er die Wellen sieht. Und Jesus? Er macht keine Lebensrettungsübung, keine Mund-zu-Mund-Beatmung, sondern packt ihn an der Hand, zieht ihn aus dem Wasser – und dann laufen Petrus und Jesus Hand in Hand zum Boot zurück. «Für Petrus muss das ein absolut einmaliges Erlebnis sein, das er bis ins hohe Alter immer wieder erzählt hat: Jesus und ich, Hand in Hand, wie Freunde», schildert Pilavachi die Szene und zieht die Lektion daraus: «Wenn wir gehorsam sind und auch mal Risiken eingehen, lernen wir Jesus viel besser und intimer kennen, als wenn wir ein Leben lang im Boot sitzen bleiben.» 

Allein an diesen zwei Erlebnissen (es kamen noch sehr viele Erfahrungen dazu) lernten die Nachfolger Jesu: Glaube ist geschenkt. Aber damit geht es erst richtig los. Immer wenn wir in Verlegenheit sind und aus der Position der Schwachheit heraus Jesus um Hilfe bitten, werden wir Wunder erleben und Jesus auf eine unvergleichlich persönliche Art nahekommen. Der Schlüssel zu alle dem: Gehorsam – ganz einfach definiert durch «Was er euch sagt, das tut».

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