Wie ein Lied die Kirche veränderte – «Danke» als Lebensstrategie

Viele Menschen – auch wenn sie nicht regelmässige Kirchgänger sind – kennen das Lied «Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag». Was viele nicht wissen: Das Lied war 1961 eine kleine Revolution und schaffte es sogar in die Hitparade.

Viele Menschen – auch wenn sie nicht regelmässige Kirchgänger sind – kennen das Lied «Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag». Sein Komponist verstarb kürzlich im Alter von 86 Jahren. Was viele nicht wissen: Das Lied war 1961 eine kleine Revolution und schaffte es sogar in die Hitparade. Und «Danke sagen» kann auch heute noch ein Leben verändern.

Als der Theologe und Kirchenmusiker Martin Gotthard Schneider 1961 – als Beitrag zu einem Wettbewerb für «Neue geistliche Lieder» – das Lied «Danke» schrieb, warf es hohe Wellen. «Kirchenschlager» wurde es genannt, und die Wochenzeitung «Die Zeit» bezeichnete es als «Sünde gegen die Musik und die Kirche». Es war zu banal, zu alltäglich, zu rhythmisch (!). Aber wann schafft es schon ein Kirchenlied in die Hitparade – und hält sich sogar ganze sechs Wochen darin? Und wird in 25 Sprachen übersetzt? Allen Unkenrufen zum Trotz wurde «Danke» ein grosser Erfolg – bis heute.

Immer höher

Am schönsten klingt «Danke», wenn man jede Strophe einen halben Ton höher singt (eine Herausforderung für Pianisten, noch mehr für Gitarristen...). Neben der schwungvollen Melodie und den eingängigen Akkorden fällt vor allem auf: Das Lied ist erfrischend «alltäglich». Das ganze Leben kommt vor: Traurigkeiten, gute Worte, Musik, eine Arbeitsstelle, gute Freunde – sind das nicht die Dinge, die unser Leben erfreuen und für die wir dankbar sein können? Wer sich im Danken übt, der merkt: Mein Leben ist sofort ein bisschen höher gestimmt.

Ein Lied wie «Danke» kann helfen, eine bestimmte Grundhaltung zu entwickeln. Und diese Haltung der Dankbarkeit wiederum ist eine Grundentscheidung, die ein Leben prägen und verändern kann. Nicht umsonst ermuntert die Bibel viele, viele Male zu der Entscheidung, «Danke» zu sagen.

Eine Adresse zum Dankesagen

Das Schöne dabei: Als Christ hat man eine Adresse, an die man diesen Dank richten kann. Denn oft verspühren wir Dankbarkeit – für einen Blick der Liebe, für Bewahrung in Gefahr oder einfach für einen grossartigen Moment, der uns geschenkt wird. Aber wir wissen nicht so richtig, wohin wir dieses «Danke» schicken sollen. Irgendwo in den Kosmos hinaus?

Gott lädt uns in eine persönliche Beziehung zu ihm ein – nicht zuletzt, damit wir irgendwo hin Danke sagen können. Wer Danke sagt, lobt Gott. Und wer regelmässig dankt, weiss: Ich werde verändert. Ich fange an, Sachen zu sehen, die mich glücklich machen. Es ist wie beim Lied «Danke»: Das Leben wird beschwingter, bekommt Rhythmus – und Weite. 

Lassen Sie sich mit dem Lied «Danke» einladen, wieder einmal mit Gott zu reden. Und die Dinge in einem neuen Licht zu sehen, die wir oft als so selbstverständlich nehmen.

  1. Danke für diesen guten Morgen,
    danke für jeden neuen Tag.
    Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.

  2. Danke für alle guten Freunde,
    danke, oh Herr, für jedermann.
    Danke, wenn auch dem grössten Feinde ich verzeihen kann.

  3. Danke für meine Arbeitsstelle,
    danke für jedes kleine Glück.
    Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.

  4. Danke für manche Traurigkeiten,
    danke für jedes gute Wort.
    Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.

  5. Danke, dass ich dein Wort verstehe,
    danke, dass deinen Geist du gibst.
    Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.

  6. Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
    danke, ich halt mich fest daran.
    Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.
Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Ist Zufriedenheit ein biblischer Wert – oder machen wir es uns darauf nur zu bequem? (Symbolbild)

Zwischen dankbar und gleichgültig – Warum Zufriedenheit kein Wert ist

«Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl», soll Benjamin Franklin gesagt haben. Doch ist alles gut im ...

Thema
Das Jahreshighlight ist die Silvester-Familien-Tradition

Besondere Silvestertradition – Jahresrückblick mal anders

Nie denken Menschen so viel über ihr Leben nach wie in den letzten Stunden eines Jahres. Eine meiner liebsten ...

Thema
Dankbarkeit ist eine biblische Lebenseinstellung (Symbolbild)

Jürgen Werth zur Dankbarkeit – «Wer dankbar lebt, sieht auch weiter»

Danken kommt von Denken. Stimmt das wirklich oder ist das wieder so ein Wortspiel? Jürgen Werths Texte sind immer ganz ...

Thema
Ständiges Nörgeln kann tödlich sein

Meckern kann tödlich sein – Wie man besser und länger lebt

Ständige Nörgeleien können das Leben verkürzen. Das haben bereits vor einiger Zeit dänische Forscher herausgefunden. ...

Thema
Vieles wird verdrängt bei der Begrüssungsfrage: «Wie geht es dir?» (Symbolbild)

Aufgeschnappt – «Cha nid klage»

So hört man es oft im Kanton Bern, wenn man fragt «Wie geht’s dir?». Eigentlich eine schöne Haltung, oder?

Thema
Glückliche Frau

Dankbare Perspektive – Glück da finden, wo es ist

Wir suchen das grosse Glück. Und dabei übersehen wir die kleinen Glücksmomente. Die Urlaubzeit ist gut dazu geeignet, ...

Thema
Die kleinen Wunder im Leben werde oft übersehen

Liste schreiben – Die kleinen Wunder im Leben

Um dankbar für die kleinen Wunder des Alltags zu werden, muss man sie erst einmal wahrnehmen. Deshalb listet Christina ...

Thema
Ein Blick zurück

Zum Jahreswechsel – Bewusster Jahresabschluss statt guter Vorsätze

«Und welche guten Vorsätze willst du im neuen Jahr nicht umsetzen?» Fragen wie diese bringen die Sinnlosigkeit der ...

Thema
Reich beschenkt

Mit offenen Augen leben – Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke

Ein Job, der uns erfüllt, ein schönes Zuhause, ein liebevoller Partner an unserer Seite, Kinderlachen – all dies ist ...