«Eine Wolke nahm ihn auf...» – Auffahrt: Was hinter dem Feiertag steckt

Gemäss der Bibel wurde Jesus von einer Wolke eingehüllt und verschwand vor den Augen seiner Anhänger in den Himmel. Dieses Ereignis feiern die Christen seit dem vierten Jahrhundert. Was genau steckt dahinter?
Unsplash/ Kaushik Panchal
Himmel

Biblische Grundlage für den Feiertag ist neben dem Markus- und Lukas-Evangelium das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Dort steht, dass der nach seiner Kreuzigung vom Tod auferstandene Jesus Christus vor den Augen seiner Jünger «aufgehoben» wurde: «Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.» (Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 9)

Zu Gott gegangen

Kurz: Jesus war Gottes Sohn, der Mensch wurde und unter Menschen lebte. Wenige Wochen nach seiner Auferstehung von den Toten kehrte er zum Vater in den Himmel zurück. Am Ende des Markusevangeliums findet sich der zusammenfassende Satz: «Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben zum Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.» Das heisst: Jesus ist bei seiner Himmelfahrt nicht irgendwohin in die unfassliche Weite der Geisterwelt entschwunden, sondern zu Gott selbst gegangen. Und: Er ist seit diesem Tag der Herrscher im Himmel – dies meint der Ausdruck «zur Rechten (Seite) Gottes».

Weg vollendet

Der Himmel ist danach kein geographischer Ort, sondern der Herrschaftsbereich Gottes. Wenn es im Glaubensbekenntnis heisst «...aufgefahren in den Himmel», bedeutet dies nach christlichem Verständnis, dass der auferstandene Christus «bei Gott ist». Himmelfahrt wird so auch als Symbol der Wandlung und spirituellen Entwicklung der Persönlichkeit gedeutet. Theologen verweisen zur Erläuterung des Sachverhalts auf den englischen Sprachraum, wo es für das deutsche Wort Himmel zwei Begriffe gibt: «sky» (profan) und «heaven» (religiös).

In der Himmelfahrt von Jesus vollendet sich sein Weg: Der von den Toten Auferweckte ist der Anfang der neuen Schöpfung Gottes, welcher Tod und Verderben nichts mehr anhaben können.

Dieser Artikel erschien im Mai 2018 auf Livenet.

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