Biblische Ratschläge – Acht ruhige Tipps gegen Zorn

Wer leicht «explodiert», der richtet ziemlich sicher Schaden in seiner Umgebung an. Doch ist menschlicher Zorn an sich schlecht? Was steht darüber eigentlich in der Bibel?
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Zorn

Wer leicht «explodiert», der richtet ziemlich sicher Schaden in seiner Umgebung an. Doch ist menschlicher Zorn an sich schlecht? Was steht darüber eigentlich in der Bibel?

Es gibt eine weit verbreitete Tendenz bei Christinnen und Christen, starken Gefühlen im Miteinander in der Gemeinde wenig Raum zu geben. In Gottesdiensten wird nicht laut gelacht. In Gemeindeversammlungen wird nicht herumgeschrien – höchstens, wenn es um die Einteilung zum gemeinsamen Putzen der Räumlichkeiten geht. Aber im Ernst: Was steht in der Bibel eigentlich zum Thema Zorn?

Zorn sorgt nicht für Gerechtigkeit

«Darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; denn der Zorn des Mannes vollbringt nicht Gottes Gerechtigkeit!» (Jakobus, Kapitel 1, Verse 19–20)

Wenn ein Mensch zornig wird über Ungerechtigkeiten in der Welt, dann mag ihn das dazu antreiben, Gottes Gerechtigkeit umzusetzen. In der Regel funktioniert das allerdings nicht. Denn wenn Zorn sich in uns breitmacht, dann bleibt praktisch kein Raum mehr für Nachdenkliches oder für Gerechtigkeit. Dann herrscht der Zorn, und Jakobus hält zu Recht fest, dass sich so Gottes Gerechtigkeit nicht umsetzen lässt.

Zorn sollte nicht andauern

«Zürnt ihr, so sündigt nicht; die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn! Gebt auch nicht Raum dem Teufel!» (Epheser, Kapitel 4, Verse 26–27)

Wut und Zorn sind normale Emotionen, problematisch wird es nur, wenn sie uns langfristig bestimmen. Deshalb rät der Apostel Paulus zu einer besonderen Form der Seelenhygiene: dem Begrenzen. Wer seinen Zorn pflegt, statt ihn an Gott abzugeben, der ist wie jemand, der fortgesetzt Gift trinkt und erwartet, dass dies dem anderen schadet.

Zorn braucht Grenzen

«Ein Tor lässt all seinem Unmut (Zorn) freien Lauf, aber ein Weiser hält ihn zurück.» (Sprüche, Kapitel 29, Vers 11)

Immer wieder hört man, dass Menschen die Kontrolle über sich verlieren – «Dann bin ich ausgetickt!» – und Dinge machen, die ihnen im Nachhinein leidtun. Deshalb bezeichnet die Bibel es als Weisheit, sich hier zurückzuhalten, solange es noch geht.

Zorn kann durch Geduld gestillt werden

«Ein zorniger Mann erregt Streit, aber ein Langmütiger stillt den Zank.» (Sprüche, Kapitel 15, Vers 18)

Wer versucht, mit Gewalt und Lautstärke zwei Streithähne auseinanderzubringen, ergreift entweder Partei oder hat plötzlich beide gegen sich – und ein Ende des Zorns ist nicht in Sicht. Denn dafür sind Ruhe, Gelassenheit und viel Geduld nötig.

Zorn hat schädliche Folgen

«Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein.» (Matthäus, Kapitel 5, Vers 22)

Manche Menschen, die zum Zorn neigen, zucken die Achseln und meinen: «So bin ich halt!» Diesem Denken setzt die Bibel ein klares Stoppschild entgegen. Ungerechtfertigter Zorn schädigt andere Menschen und uns selbst. Deshalb unterstreicht Gott, dass er uns dafür zur Rechenschaft ziehen wird.

Zorn bringt Böses hervor

«Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; erzürne dich nicht! Es entsteht nur Böses daraus.» (Pslam 37, Vers 8)

Wir können nicht Tomaten setzen und damit rechnen, dass Bohnen wachsen. So ähnlich ist es mit dem Zorn. Wer ihn sät, der kann praktisch zuschauen, wie sich daraus etwas Ungutes entwickelt.

Zorn darf nicht in uns wohnen

«Lass dich nicht schnell zum Ärger reizen; denn der Ärger wohnt in der Brust der Toren.» (Prediger, Kapitel 7, Vers 9)

Alle sind irgendwann einmal zornig, doch ähnlich wie Jakobus spricht auch der alttestamentliche Prediger davon, dass es wirklich dumm ist, dem Zorn ein dauerndes Wohnrecht in unserem Leben zu geben.

Zorn muss ersetzt werden

«Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.» (Epheser, Kapitel 4, Verse 31–32)

Das Problem beim Zorn ist, dass wir ihn nicht einfach weglassen können. Grosse Emotionen brauchen viel Raum – und hinterlassen ein echtes Loch, wenn sie einfach nur gestrichen werden sollen. Die Lösung von Paulus dazu ist herausfordernd: Wir sollen und können Zorn ersetzen durch Freundlichkeit und Vergebungsbereitschaft.

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