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Wie Hiskia dürfen wir Gott unsere schwierigen Briefe zum Lesen hinlegen

Alles vor Gott legen – Wenn Hiskia zum Vorbild wird

Schon als Kind hat er sie geprägt und tut es auch heute noch: Für Christine Schlagner ist der alttestamentliche König Hiskia ein Vorbild – gerade in schweren Zeiten.

Mama las mir aus der Kinderbibel vom König Hiskia vor. Von seinem Gottvertrauen, seiner schweren Krankheit, seiner riesigen Angst und von seiner Heilung. Und auch vom bösen Brief eines feindlichen Königs, den Hiskia angst- und vertrauensvoll in den Tempel trug und Gott «zum Lesen» hinlegte.

Ich habe Machtmissbrauch in einer christlichen Gemeinde erlebt. Danach war nichts mehr wie vorher. Ich stellte alles, also auch mein Gottesbild und meinen Glauben, infrage. Die anschliessenden Jahre waren geprägt von depressiven Episoden und dem Versuch, ein normales Leben zu führen. Es dauerte lange, bis ich mich wieder «berappelt» hatte! 

«Herr, ich habe zehn Jahre gebraucht, um wieder ins Leben zu kommen. Kannst du mir diese Jahre ersetzen und mir, zu meiner – von dir geplanten – Lebenszeit, hinzufügen? Ich bitte dich, wie Hiskia es tat. Ich möchte diese Zeit mit und für dich leben. Nochmal ,richtig was los machen‘, woran du dich freust, was Schönes!» Nach diesem Gebet war ich glücklich und wollte zu neuen Ufern aufbrechen, die mir Gott bestimmt zeigen würde.

Geschenkte Zeit

Kurze Zeit später. Zufallsbefund: Gehirntumor! «Allmächtiger Vater! Ist das deine Antwort!?» Fassungslosigkeit, riesige Angst. Erneut wurde meine Seele aufs Heftigste durchgeschüttelt. Wie Hiskia weinte ich in mein Kissen und schrie zu Gott. Ich war nicht in der Lage, lange Bibeltexte zu lesen, hatte aber eine Lutherbibel neben mir liegen, in welcher wichtige Verse fett gedruckt sind. In meiner Not schlug ich sie hin und wieder auf und mein Blick fiel fast genauso regelmässig auf Jesaja 38, Vers 17 «Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe.» 

Da war er wieder: «mein» Hiskia! Es war sehr tröstlich für mich, den Helden meiner Kindheit in dieser Situation zu «treffen». Ich war nicht in der Verfassung, sein ganzes Danklied zu lesen, hielt mich nur an diesem Satz fest, sprach ihn immer wieder leise vor Gott aus, betete unter Tränen, dass Gott sich meiner Seele herzlich annimmt und mir hilft.

Nach der medizinischen Behandlung dauerte es wieder lange, bis ich mich seelisch und körperlich gefangen hatte. Aber dann folgten tatsächlich etwas mehr als zehn Jahre, in denen ich viele schöne Dinge mit und für Gott tun durfte. Premiumzeit! Dafür bin ich Gott so dankbar, das kann ich mit Worten kaum ausdrücken.

Hiskias Gottvertrauen

Nach dieser Zeit liessen meine Kräfte deutlich nach und schliesslich erhärtete sich der Verdacht, dass ich an einer seltenen Erkrankung leide, die kaum behandelbar ist. Als ich den Brief der Uniklinik mit der Diagnose in den Händen hielt, ging ich in mein Gebetseckchen und legte das Schreiben auf das Tischchen unter das Kreuz. «Herr, bitte lies! Lies und erbarme dich bitte! Ich lege hier alles vor dich hin. Mein Leben ist in deiner Hand.»

Diese bewusste Handlung hat mir gutgetan. Immer wenn die Sorgen und Ängste zu gross werden, hört Gott mich sagen: «Ich habe dir meinen Brief hingelegt. Bitte nimm dich meiner Seele herzlich an und hilf mir.»

Ja, Mama las mir vom König Hiskia vor. Von seinem Gottvertrauen, der schweren Krankheit, von seiner Heilung. Und auch vom bösen Brief des feindlichen Königs, den Hiskia angst- und vertrauensvoll Gott zum Lesen hinlegte… Danke, Mama.

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