Trotz Erfolg – Sie suchte das Samurai-Schwert, um sich das Leben zu nehmen

Fui Mee Quek ist erfolgreiche Ärztin in England. Dennoch wurde sie von einer Depression angegriffen. Zweimal versuchte sie sich das Leben zu nehmen. Mit Gottes Hilfe und durch den Einsatz von Fachleuten konnte sie die schweren Gefühle jedoch ablegen.

Fui Mee Quek ist Ärztin in England und hat Erfolg. Dennoch wurde sie von einer Depression angegriffen. Zweimal versuchte sie sich das Leben zu nehmen. Mit Gottes Hilfe und durch den Einsatz von Fachleuten konnte sie die schweren Gefühle jedoch ablegen.«In den Augen der Welt hatte ich alles», sagt Fui Mee Quek. «Einen beneidenswerten Lebensstil und eine liebevolle und erfolgreiche Familie.» Deshalb fragt sie sich, wie sie überhaupt Angstzustände und eine Depression entwickeln konnte. «Wie kann jemand, der erfolgreich und gesegnet ist, sich das Leben nehmen wollen?»

«Ich erinnerte mich daran, dass es Menschen gibt, die wesentlich weniger Glück als ich hatten – deshalb fühlte ich mich nur noch schuldiger.» Ein neues Geschäft, hormonelle Wechsel und eine schlaflose Woche führten zu einem Nervenzusammenbruch.

«Ich hatte die Kontrolle völlig verloren»

«Ich war eine starke und überzeugte Ärztin, die bei der Weihnachtsfeier unserer Kirche Gastgeberin für 80 Frauen war. Doch innerhalb von wenigen Wochen war ich nicht mehr in der Lage, die einfachsten Entscheide zu treffen, das Essen zuzubereiten oder mit dem Auto zu fahren – ich hatte die Kontrolle völlig verloren.»

Statt dass sie sich als «Superfrau» fühlte, sah sie sich plötzlich als Last für die Familie. «Ich sprach mit Gott, doch ich blieb depressiv. Und es war schwer, anderen davon zu erzählen.» Sie realisierte, welches Stigma mit diesem Thema einhergeht. «Es ist einfacher, über ein körperliches Leiden zu sprechen.»

Zweimal ans Ende gedacht

Sie durchlebte vier schwere Wochen. «Zweimal plante ich, meinem Leben ein Ende zu setzen.» Das eine Mal mit einem Samurai-Schwert. «Doch Gott sandte jeweils einen Engel in der Form meines Mannes und meiner Tochter.»

Der Wendepunkt folgte, als sie mit engen Freunden, welche die Situation kannten, das Abendmahl einnahm. «Ich merkte, dass ich mich ganz Gott ausliefern musste. Als ich das tat, geschah ein Wunder. Ich konnte die starken Beruhigungsmittel absetzen und auch wieder Auto fahren. Innerhalb einer Woche wurde alles deutlich besser.» Schlafmangel könne sich verheerend auswirken, deshalb sei es wichtig, sich medizinisch helfen zu lassen.

«Medikamente und Waffen weg!»

Fui Mee Quek rät, dass Medikamente und Waffen weggeräumt werden sollten, wenn jemand in Gefahr steht, Suizid zu begehen. Insgesamt seien Männer über 40 in grösserer Gefahr. «75 Prozent der Suizide in England werden von Männern begangen.»

Auch Ärzte und Christen können betroffen sein, erklärt Fui Mee Quek. «Das Stigma muss abgebaut werden.» Sie habe erlebt, dass – als sie offen darüber sprach – sich auch andere meldeten, die damit zu kämpfen hatten. «Die fröhlichsten Menschen können manchmal jene sein, die am stärksten betroffen sind. Wenn man darüber redet, können destruktive Fassaden abgebaut werden.»

Auch professionelle Hilfe und Gebet seien wichtig. «Gott arbeitet durch Ärzte und Therapeuten. Meine Antidepressiva nahm ich auf Anraten der Ärzte noch weitere sechs Monate.» Wichtig sei auch, mit einer Gebetsgruppe verbunden zu sein und auch für die Mitmenschen zu beten. Gemeinsam getragene Lasten seien leichter.

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