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Tara Sun mit ihrem Sohn

Tara Sun – «Sich Gott hinzugeben, ist etwas vom befreiendsten»

Seit dem Alter von 14 Jahren leidet Tara Sun an Fibromyalgie. Zunächst kämpfte sie mit Selbstmitleid. Inzwischen ist sie zur Autorin, Bloggerin und Ermutigerin geworden. «Gott ist gut genug und liebevoll genug, um bessere Geschichten zu schreiben.»

Als sie noch sehr klein war, wurden Tara Sun und ihr Bruder aus Südkorea in die USA adoptiert. «Wir erinnern uns nicht, weil wir noch so jung waren. Wir sind in einem kleinen landwirtschaftlichen Ort aufgewachsen. Vater war Landwirt und wir arbeiteten teilweise auf dem Hof mit», blickt Tara Sun zurück.

Daneben verfasste sie liebend gerne Kurzgeschichten. «Ich füllte unzählige Notizbücher. Ich sparte mein Geld von der Arbeit auf dem Bauernhof, um mir einen kleinen Laptop zu kaufen.»

Die Diagnose

Mit 14, kurz vor Beginn ihres ersten Highschool-Jahres, wurde bei Tara Sun Fibromyalgie diagnostiziert, eine Krankheit, bei der man unter Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, unter Schlafstörungen und vermehrter Erschöpfung leidet. «Normalerweise trifft diese chronische Krankheit Frauen oder Männer im mittleren Alter oder in späteren Lebensjahren. Doch aus heiterem Himmel wurde bei mir etwas diagnostiziert, das mich mehr als ein Jahr lang ans Bett fesselte. Ich hatte sehr starke Schmerzen.»

Tara Sun erinnert sich: «Für mich war es schockierend, da ich mich auf die nächsten Lebensabschnitte freute. Es war wirklich schwierig, herauszufinden, was Gottes Wille für mich ist.» Sie schwelgte in Selbstmitleid und war sogar verbittert und frustriert über Gott. «Warum sollte eine 14-Jährige eine chronische Krankheit haben?»

Die Verheissung

Sie habe mit sich selbst ins Reine kommen und auf Gottes unveränderliche Verheissungen in seinem Wort schauen müssen. «Diese Zusagen zeigten mir, dass ich auf ihn vertrauen kann.» Dass er den Weg ebnet und zeigt, was als nächstes kommt.

«Ich hielt mich an den Verheissungen aus dem Alten und Neuen Testament fest, an den Zusprüchen über seine Treue und seinen Charakter. Das war das Einzige, was in diesen turbulenten, unsicheren Zeiten standhaft und wahr blieb.»

Mit Disziplin und einer Kraft, die nur von Gott kommen konnte, führte sie sich diese Wahrheiten immer wieder vor Augen führen. «Wir müssen uns daran anlehnen, nicht aufgeben und mit dem wahren Weinstock (Anm. d. Red.: Jesus Christus) verbunden bleiben.»

Der Blog

Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, welches Potenzial die sozialen Medien und das Schreiben haben. «Dann sagte mein damaliger Freund – und jetziger Ehemann –, dass ich einen Blog starten sollte.»

Sie wusste noch nicht, was das ist – startete aber bald mit einer kostenlosen WordPress-Seite. «Ich dachte, dass mein Freund, meine Mutter und vielleicht auch meine Oma das lesen würden. Aber der Herr hat es wirklich benutzt.» Ihre literarischen Beiträge machten die Runde und sie wurde zur Buchautorin.

Sie ist zu einer ermutigenden Stimme für viele geworden: «Wenn Sie eine Krankheit oder ein körperliches Gebrechen durchmachen, müssen Sie wissen, dass das in Ordnung ist. Es ist nicht ein Mangel an Glauben. Es ist nicht etwas, das Sie sich selbst zuzuschreiben haben. Gott ist immer noch gut, auch wenn Ihre Umstände es nicht sind. Weil es so leicht ist, in Selbstmitleid zu schwelgen, ist es so leicht, zu glauben, dass Gott nicht gut ist und dass es keine Hoffnung am Ende des Tunnels gibt.»

Die Stärke

«Unsere Schwäche ist ein schönes Zeugnis für seine Stärke», erlebt Tara Sun. «Zu anerkennen und sich daran zu erinnern, dass man nicht jeden Tag die Kontrolle hat, bedeutet, die eigene Schwäche zuzugeben.»

Das klinge zunächst nicht ermutigend. «Aber die Wahrheit ist, dass wir alle Schwächen haben, seien sie nun körperlicher, emotionaler, geistiger oder mentaler Natur.» Das befreit, erklärt Tara Sun: «Wenn wir uns also eingestehen, dass wir bedürftig sind, versetzt uns das in die demütige Lage, auf Gott zu schauen, der in allem ausreichend ist.»

Die Befreiung

Sich Gott hinzugeben, ist etwas vom Befreiendsten, das wir für unsere geistige Gesundheit tun können, ermutigt Tara Sun. «Wir brauchen uns nicht zu bemühen, zu drängeln und zu kontrollieren – denn Gott ist gut genug und liebevoll genug, um bessere Geschichten zu schreiben. Unsere Gehirne können sich ausruhen. Wir können die Angst loslassen und damit auch die körperliche Spannung – alles, was Kontrolle und Angst auf unser Leben ausübt.»

Gott wollte, dass wir frei sind, sagt Tara Sun mit Blick auf Matthäus, Kapitel 11. Sie hält fest, «dass wir leichtere Lasten tragen. Wir belasten uns selbst, wenn wir versuchen, die Kontrolle zu ergreifen, anstatt uns Gott hinzugeben.»

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