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Josh Nadeau

Der Künstler Josh Nadeau – Die Schönheit des normalen Lebens

Als er plötzlich Blut spuckte, war von einem Moment zum anderen nichts mehr normal für Josh Nadeau. Im Krankenhaus lernte er die Schönheit eines normalen Lebens mit Jesus schätzen.

Es war ein normaler Sonntag im Sommer. Josh und seine Frau Aislinn frühstückten gemütlich, machten sich in aller Ruhe fertig und besuchten den Gottesdienst ihrer Gemeinde. In den Sommerwochen lief selbst hier das Leben langsamer, beschaulicher, sogar die Predigt war kürzer. Anschliessend gingen sie in ihrem Lieblingsrestaurant etwas essen und sprachen darüber, dass das bald nicht mehr so einfach möglich wäre: Aislinn war schwanger; sie erwarteten ihr erstes Kind. 

Wieder zu Hause ging der Tag so friedlich und ruhig weiter, wie er angefangen hatte. Ein Mittagsschläfchen, ein Buch zum Lesen, dann ein Film im Fernsehen und ein wenig Zärtlichkeit. Josh hatte das Gefühl, das er sich einmal räuspern müsste, etwas lag auf seiner Zunge. Als er in seinen Mund hineintastete, waren seine Finger voller Blut. Er lief ans Waschbecken, während es schaumig und rot aus seinem Mund lief und rief seiner Frau zu: «Ruf den Notarzt!» Leider stand in ihrer Region in Kanada gerade kein Krankenwagen zur Verfügung, also fuhr Aislinn ihren Mann selbst ins nächste Krankenhaus, während er mit einem Mülleimer auf dem Schoss auf dem Beifahrersitz hockte und Blut spuckte. 

Ein Künstler, den Gott gefunden hatte 

Josh Nadeau ist ein kanadischer Künstler. Schon früh wollte er mit Gott leben, doch irgendwie gelang ihm das nicht. Auf seinem Instagram-Kanal erzählt er, dass Gott ihm wie ein Gegner seiner Freiheit vorkam. Was Erlösung sein sollte, empfand er als neue Fesseln. Er versuchte, fromm zu leben, doch es gelang ihm nicht: «Nichts änderte sich – dieselbe alte Leere. Mein Glaube war wie die billige Imitation von etwas Echtem. Also liess ich ihn sein.» Er begann zu trinken und die Sehnsucht zu betäuben, doch: «Es hat mich umgebracht.» 

Irgendwann realisierte er, dass er nur noch zwei Möglichkeiten hatte: endlich nach oben zu Gott oder völlig abwärts. Doch er wusste nicht, wie er Gott näherkommen konnte. Seine Begegnung mit Gott beschreibt Josh mit lyrischen Worten: «Gott ergriff mich. Zog mich hoch. Aus der Grube heraus. In etwas Echtes hinein. Nicht das Christentum, das ich mir aus Angst zusammengebastelt hatte. Nicht das, das mir aufgezwungen wurde. Sondern etwas Grösseres. Wilderes. Ein Ort, an den Träume gehen, wenn sie tatsächlich wahr werden.» In seinem – nur auf Englisch erhältlichen – Buch «Room for good things to run wild» berichtet er davon, wie Gott ihn fand und sein Leben veränderte. Josh Nadeau erhielt mehr als Freiheit oder neue christliche Regeln. Gott zeigte ihm seine Berufung: ein Heiliger zu sein. 

Wenn nichts mehr stimmt 

Und diesen Heiligen fuhr seine Frau nun mit Hochgeschwindigkeit in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Dort begann eine schnelle Folge von Untersuchungen, während Aislinn ihre Hand auf Joshs Kopf legte, betete und weinte. Ruhe, Frieden, Schönheit – alles war wie weggewischt. Während sie gemeinsam warteten, die Blutgefässe in der Lunge untersucht wurden und er schliesslich an ein Beatmungsgerät angeschlossen wurde, dachte Josh immer wieder «Warum?», «Herr, ich will noch nicht sterben – ich will meinen Sohn sehen.» Dabei kämpfte er sich durch die Tage mit Einatmen und Ausatmen, das plötzlich überhaupt nicht mehr selbstverständlich war. Josh buchstabierte durch, was David in seinem bekanntesten Psalm so ausdrückte: «Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück.» Mehrmals sah es so aus, als würde Josh es nicht schaffen. Doch in mehreren Behandlungen konnten die Risse in seinen Lungenarterien Stück für Stück geschlossen werden. 21 Tage lang war er im Krankenhaus und Aislinn war die meiste Zeit an seiner Seite. Er verlor viel Blut, musste mehrmals operiert werden, aber schliesslich konnte er das Krankenhaus verlassen und sich auf den Heimweg machen. 

Offene Augen für die Schönheit des Lebens 

Wer dem Tod ins Auge sieht, beurteilt anschliessend vieles anders. Diese Erfahrung machte auch Josh Nadeau. Das selbstverständliche friedliche Leben stellte sich für ihn als «Haschen nach Wind» heraus. Plötzlich wurden die 34 Jahre seines Lebens zu einem einzigartigen Geschenk Gottes. Er erlebte es noch im Krankenhaus zwischen Leben und Tod, dass Gott ihn heilte – dass er seine Perspektive heilte: «Es gibt keine Antwort, keine Diagnose, kein Versprechen, dass die Dinge leichter würden – nur einen Frieden, der alles Verständnis übersteigt. Damals konnte ich es nicht einordnen, aber jetzt kann ich es. Jesus heilte an diesem Tag eine Blindheit in mir, als ich im Sterben lag. Ich war nicht in der Lage gewesen, das schöne, gewöhnliche, alltägliche Geschenk des Lebens zu sehen. Während mein Körper äusserlich verkümmerte, wurde ich innerlich erneuert. Neue Augen. Ich ging durch die Blindheit hindurch zu der trüben Wolke, zu einem milchigen Glas. Und eines Tages werde ich ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.» 

Für viele Lebensphasen ist es typisch, dass man sich Wunder und Action wünscht, ein «wildes Leben», wie es Josh formulierte, aber was Menschen nachhaltig verändert, ist die Perspektive: Jesus ist dein Leben – und dein Leben ist sein Geschenk an dich. Klingt dieses Feiern von Schönheit und Normalität wie ein Postkartenspruch? Mag sein, doch für Josh Nadeau ist es zu einem neuen Motto geworden: «Beauty will save the world» – Schönheit rettet die Welt. 

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