Familienforscher verrät... – Wie Partnerschaft von Eltern gelingt

Die Beziehung der Eltern hat auf das Wohl und die Entwicklung von Kindern einen grossen Einfluss. Doch wie kann Elternschaft unter den zahlreichen Herausforderungen der Gegenwart gelingen?
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Familie auf Teppich

Die Beziehung der Eltern hat auf das Wohl und die Entwicklung von Kindern einen grossen Einfluss. Doch wie kann Elternschaft unter den zahlreichen Herausforderungen der Gegenwart gelingen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Dominik Schöbi, Direktor des Instituts für Familienforschung und -beratung an der Universität Fribourg, intensiv. Denn Eltern bestimmen durch ihr Verhalten – auch mit dem Partner – «den Lebens- und Erfahrungsraum» der Kinder. Zum Gelingen der Elternschaft sind laut Dominik Schöbi vier zentrale Komponenten massgebend, wie der Familienforscher an einer Tagung zum Thema «Wer darf Eltern sein?» am 17. Juni in Freiburg ausführte.

Co-Parenting – vier Pfeiler

Schöbi nennt unter dem Stichwort Co-Parenting als Erstes die gegenseitige Unterstützung: Die Eltern wertschätzen sich gegenseitig als Partner und Elternteil. Sie zeigen auch vor den Kindern gegenseitig Loyalität und würdigen den Beitrag des Partners. Sie üben «Kooperation statt Kompetition», wie es Schöbi ausdrückt.

Zum zweiten wissen die Eltern mit Differenzen umzugehen. Sie setzen in der Erziehung die gleichen Prioritäten, teilen ihre moralischen Werthaltungen und sind sich einig über die Standards und Erziehungsmassnahmen. Wo es dennoch Differenzen gibt, entwickeln sie Wege, damit umzugehen. 

Gerechte Aufteilung der Familien- und Erziehungsarbeit

Drittens einigen sich die Eltern über ihren jeweiligen Beitrag an der Erziehungsarbeit. Sie klären die Frage, wer wie viel Verantwortung übernimmt. Dabei kann die gerechte Aufteilung zu Diskussion führen, weil sie subjektiv anders wahrgenommen wird. Auch die gegenseitigen Erwartungen können zu Spannungen führen. Hier ist das permanente Gespräch wichtig.

Als vierten Punkt nennt Schöbi das «Management von Familieninteraktionen». Die Eltern müssen Meinungsverschiedenheiten miteinander lösen. Keinesfalls darf ein Elternteil dabei Unterstützung bei einem Kind für sich suchen.

Belastungsresistenz entwickeln

Wie aber finden Eltern eine gute Basis für den Beziehungsaufbau und Konfliktlösungen? Schöbi fordert Eltern auf, aktiv in ihre Beziehung zu investieren. Gerade die erste Elternschaft ist ein Stresstest für das Paar und bringt grosse Umstellungen und neue Probleme mit sich. Die Gemeinsamkeit der Partner darf nicht zur Routine verkommen. Die Beziehung ist gerade dann aktiv zu pflegen, wobei miteinander Erfolge geteilt und gute Erlebnisse bewusst gestaltet werden. Sie pflegen die Nähe und auch physische Intimität. Damit entwickeln die Eltern eine Belastungsresistenz und die Fähigkeit, mit neuen Umständen und Herausforderungen klar zu kommen.

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