Der Aussteiger – Wenn Wasser Balken hat

Er wusste eigentlich, dass das nicht geht. Seine ganze Erfahrung sprach dagegen. Aber etwas zog ihn, und so wurde er zum «Aussteiger». Was dann kam, hat Simon nie mehr vergessen.
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Auf dem Wasser laufen

Mit seinen Freunden und Kollegen zusammen war Simon seit Jahren auf dem See unterwegs. Als Fischer wussten sie, dass Wasser keine Balken hat. Sie hatten Respekt vor dem Element. Aber in dieser Nacht war alles anders.

Sie hatten einen vollen Tag hinter sich und waren jetzt – auf den Befehl ihres Meisters – unterwegs zur anderen Seeseite. Mitten in der Nacht hatten sie schwer zu rudern. Er hatte sie doch tatsächlich mitten in einen Sturm geschickt! Plötzlich kam eine Gestalt auf sie zu – zu Fuss auf dem Wasser. Im ersten Schreck dachten sie an einen Geist. Aber als der Geist ihnen zurief: «Ich bin es, habt keine Angst», beruhigten sie sich.

Jetzt erst recht

Für Simon war das aber eine Herausforderung. Er hatte schon immer gemerkt: Dieser Jesus macht Unmögliches möglich. Warum sollte er nicht wie Jesus auch auf dem Wasser laufen können, das doch keine Balken hat? «Komm», sagte Jesus. Und Simon Petrus stieg aus – aus seiner ganzen bisherigen Erfahrung, raus aus der Sicherheit des Bootes. Sein Glaube wurde grösser als seine Ängste. Und im festen Blick auf Jesus merkte er: Das Wasser trägt.

Er lief ein paar Schritte, bevor er Angst vor seiner eigenen Courage bekam. Er begann zu sinken und erlebte dann, dass Jesus nicht nur A, sondern auch B sagt: Er fasste ihn bei der Hand, stellte ihn wieder auf «festen Grund» und zusammen liefen sie auf dem Wasser aufs Boot zu. Sie nahmen Platz, und der Wind legte sich.

Glauben ist Aussteigen …

Simon hat diesen Crash-Kurs in Sachen «Glauben» sicher sein ganzes Leben nicht vergessen. Es war eine grundlegende Lektion, die er hier lernte: Glaube bedeutet immer, aus äusserer Sicherheit, Tradition und Gewohnheit auszusteigen und sich auf ein Leben einzulassen, bei dem allein der Blick auf Jesus zählt. Wer ein x-fach abgesichertes Leben, absehbar und berechenbar sucht, sollte sich nicht auf den lebendigen Gott einlassen.

… und Einsteigen

Wer sich aber nach Leben in der Fülle sehnt, der ist bei Jesus richtig. Simon hat – wie Millionen nach ihm – gelernt, dass es kein besseres und sichereres Leben gibt, als sich auf den zu verlassen, der mit seinem Leben dafür bezahlt hat und bürgt, dass wir «Leben in der Fülle» haben. Im Blick- und Hörkontakt mit Jesus wird Unmögliches möglich. Wir laufen auf unsicheren Lebensumständen wie auf festem Boden, wenn wir wissen: Jesus hat uns gerufen.

Das unterscheidet lebendigen Glauben von Religion: Es werden nicht primär Regeln erfüllt; man muss nicht vor allem gut sein. Aber man nimmt Christus in den Blick und läuft auf ihn zu. Wenn man stolpert oder zu sinken droht, ruft man ihn um Hilfe an. Wer so auf Christus hin unterwegs ist, ist im Fadenkreuz von Gottes Interesse.

Darum ist es viel spannender und lebendiger, aus eigenen Sicherheiten auszusteigen und sich auf Jesus einzulassen. Wetten, dass die anderen Männer, die im Boot sitzengeblieben waren, Simon ein Leben lang um seine Erfahrung beneidet haben?

Hand in Hand mit Jesus

«Wenn wir gehorsam sind und auch mal Risiken eingehen, lernen wir Jesus viel besser und intimer kennen, als wenn wir ein Leben lang im Boot sitzen bleiben», erklärte Mike Pilavachi einmal. Sicher ist: Wer sich auf Jesus einlässt, der wird alles andere als ein langweiliges Leben führen. Genauso sicher ist: Er lässt dich nicht versinken, auch wenn der Boden unter deinen Füssen flüssig zu werden scheint. Immer, wenn wir in Verlegenheit sind und aus der Position der Schwachheit heraus Jesus um Hilfe bitten, werden wir Wunder erleben und Jesus auf eine unvergleichlich persönliche Art nahekommen.

Dieser Artikel erschien bereits am 26.05.2016 auf Jesus.ch

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