Der beliebteste Bibelvers 2019 – Wenn das Sorgenbarometer steigt

Was kann man gegen Sorgen machen? Man kann sie ertränken, verdrängen, sich von ihnen die Lebensfreude rauben lassen – oder sie wirklich loswerden. Der Rekord-Bibelvers 2019 erklärt, wie.
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Angst (Symbolbild)

Was kann man gegen Sorgen machen? Man kann sie ertränken, verdrängen, sich von ihnen die Lebensfreude rauben lassen – oder sie wirklich loswerden. Der Rekord-Bibelvers 2019 erklärt, wie.

«Ich konnte zeitweise nicht mehr schlafen vor Sorgen», erklärte Herr S. seinem Therapeuten. «Es drehte sich einfach im Kopf und ich fand keinen Ausweg aus dieser Spirale». Herr S. ist kein Einzelfall.

Sorgenbarometer

Das Schweizer Sorgenbarometer zeigt pünktlich jedes Jahr im Dezember, vor was Schweizerinnen und Schweizer Angst haben: Sorge um die Arbeitsplätze, die Altersvorsorge, ihre Gesundheit, Angst vor Ausländern oder Flüchtlingen. Wir leben so sicher wie vielleicht noch nie, und doch werden unzählige Menschen von Sorgen geplagt – man muss sich nur Leserbriefe oder Online-Kommentare anschauen. Oder die Gesichter auf den Strassen gerade vor der Weihnacht.

Es ist sicher kein Zufall, dass in unsicheren Zeiten die Menschen Bibelverse suchen, die ihnen gegen Sorgen helfen. Dieser Vers wurde in der bekannten Bibelanwendung YouVersionim Jahr 2019 am häufigsten aufgeschlagen: «Macht euch um nichts Sorgen! Stattdessen betet über alles. Sagt Gott, was ihr braucht und dankt ihm für alles, was er getan hat» (Philipperbrief Kapitel 4 Vers 9, eigene Übersetzung)

Wenn man dieses Wort einen Moment auf sich wirken lässt, merkt man sofort: Das hier ist nicht ein billiger Trost und kein Opium, mit dem man seine Sorgen betäubt. Es heisst nicht «es kommt schon gut» oder «von irgendwo kommt ein Lichtlein her» oder so ähnlich. Aber es öffnet den Horizont – und zwar nach oben. Es ist wie ein Dreischritt: «Redet mit Gott. Sagt ihm, was euch plagt. Und vergesst nicht, Danke zu sagen.» Ein Psychologe könnte es nicht besser ausdrücken.

Näherkommen, dann wird's hell

Die Bibel stellt uns von Anfang bis Ende einen Gott vor, mit dem man reden kann (und der übrigens auch nicht stumm ist). Wenn Sie es noch nie gemacht haben – warum nicht gerade jetzt mal anfangen? So ins Leere hinaus – halt, «da draussen» ist nicht Leere, sondern Gott ist da. Vielleicht muss man einmal einen Schritt auf ihn zu machen. Es ist wie beim automatischen Licht vor unserer Haustür: Wenn man näher kommt, wird's hell. Kommen Sie näher, treten Sie ein! Gott wartet schon auf Sie. Der Weg zum Gespräch mit ihm ist immer frei. Sagen Sie doch mal Du zu ihm. 

Sagt ihm, was euch plagt

Der nächste Schritt: Verdrängt eure Sorgen nicht. Sprecht sie aus. Fassen Sie einmal in Worte, was Sie beschäftigt. Oft sind es undefinierte Ängste, die uns zu schaffen machen. Formulieren Sie es. Machen Sie es sich bewusst. Versuchen Sie einmal, Gott eins nach dem anderen konkret zu sagen, was Ihnen Sorgen macht. Keine Angst, er kann damit umgehen. 

Danken – so werden Sorgen neutralisiert

Eine gute Therapie ist nicht vollständig, wenn sie nicht beinhaltet, das Gegenteil zu tun. Sorgen werden neutralisiert, indem man das Gegenteil praktiziert – nämlich Danken. Vielleicht denken Sie: Wer will denn von Dank reden, wenn man sich sorgt? Genau das ist es. Fast paradox. Aber Sie haben viel Grund, Danke zu sagen. Versuchen Sie es einmal. Merken Sie, dass man nicht gleichzeitig danken und sorgen kann? Danken ist ein äusserst wirksames Gegenmittel, wenn die Sorgen einen überfallen und ersticken wollen.

Nicht legen, sondern werfen

An anderer Stelle fordert uns die Bibel auf: «Werft all eure Sorgen auf ihn. Er sorgt für euch»(1. Petrusbrief Kapitel 5 Vers 7). Nicht «legt», sondern «werft»!  Ein grossartiges Bild. Wer einen Ball wirft, hat ihn nicht mehr in der Hand. Gott seine Sorgen sagen, ist der erste Schritt; sie wirklich ihm zu übergeben und sie damit loszulassen, der zweite. Nehmen Sie das einmal ganz wörtlich: «Er.Sorgt.Für.Euch». Dieses Versprechen gilt für jeden Tag des Jahres 2020, das noch gar nicht angefangen hat, und darüber hinaus.

Die Salamitaktik von Jesus

Schliesslich: Wenn Jesus sagt: «Sorgt nicht für morgen – es ist genug, dass jeder Tag seine eigenen Sorgen hat»(Matthäus-Evangelium Kapitel 6 Vers 34), dann lädt er uns ein, das neue Jahr in 365 Einzelteilen zu geniessen. Gottes Salami-Taktik für Zukunftssorgen. Für einen Tag sorgen ist machbar, oder? Und irgendwann werden Sie es merken: Wie töricht, sich um die ganze Salami zu sorgen, wenn der Schöpfer und Erhalter des Universums Tag für Tag für mich sorgt und meine Sorgen zu seinen gemacht hat.

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