Mitten in all den Einschränkungen – Weihnachtsfreude 2021 – wirklich?

Zum zweiten Mal feiern wir Weihnachten unter sozialen, verordneten Einschränkungen unserer Freiheit und in kleinen Gruppen. Wie ist da Freude möglich?
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Weihnachtsfreude

Zum zweiten Mal feiern wir Weihnachten unter sozialen, verordneten Einschränkungen unserer Freiheit und in kleinen Gruppen. Wie ist da Freude möglich?

Freunde aus Melbourne schrieben: «Wir haben sechs Lockdowns hinter uns – einige so lange, dass Leute vergessen haben, wie man Auto fährt. Jetzt dürfen wir uns treffen, aber wir planen nur von Tag zu Tag…»

In der Schweiz ist es weniger schlimm, aber echt – will sich die Weihnachtsfreude dieses Jahr einstellen? Können wir uns freuen, wenn es so viele persönliche Einschränkungen, wenn es Krankheit und Bedrohung gibt und wir uns vor Expertenratschlägen fast nicht retten können? Helfen da ein paar Kerzen?

Nicht wegen, sondern trotzdem

Mitten in all dem rot-goldenen Weihnachtskitsch vergessen wir gern, in welch harte Realitäten hinein diese Weihnachts-Geburt geschehen ist. Durch einen Befehl der Mächtigen wurden Millionen von Bürgern im Römischen Reich unter Stress gesetzt: jeder musste in seine Geburtsstadt reisen, um sich dort registrieren zu lasse, auch «hochschwanger» war kein Entschuldigungsgrund – das im Zeitalter von Eseln und «zu Fuss». Persönliche Freiheit ist etwas Grossartiges, aber zur Zeit von Jesu Geburt gab es sie im kaiserlichen Rom nicht.

Trotzdem blieb dieser Einbruch Gottes in die Welt lebendig und wuchs. Das Fehlen von individueller Freiheit und Demokratie hat die Ausbreitung des Christentums nicht behindert – im Gegenteil, ihre Abwesenheit hat die Gnade Gottes gestärkt, da eine viel bedeutendere Freiheit angeboten wird, die viel grösser ist als Rom (oder Bern). Ohne sie künstlich verherrlichen zu wollen: bis heute sind Christen unter Druck die eindrücklichsten Zeugen des Neuen, das mit Jesus angefangen hat.

Senkrecht von oben

Wenn unsere Weihnachtsfreude aus den Umständen kommt, ist sie bedroht und wird vielleicht nur ein kleines Flämmchen sein. Wie soll auch in unseren Herzen Freude entstehen, wenn wir uns 24/7 mit der Horizontalen und all den «news» beschäftigen, die im Grunde doch nur «olds» sind?

Darum erinnern wir uns dran: Jesus war kein Produkt der menschlichen Fortpflanzungslinie, sondern ein Eingriff Gottes. Und die himmlischen Heerscharen brachen senkrecht von oben in die schläfrige Welt der Hirten ein. «Freue dich Welt» ist mit oder ohne Corona, ist sogar in Quarantäne und Bedrohung auch heute Realität. Gott ist gekommen und geblieben. Er hat sich festgeklammert an der Welt, die ihn eigentlich gar nicht wollte. Er sagt Ja zu uns, egal was der Bundesrat sagt. Er ist ansprechbar und wert, dass man ihn sucht. Friede auf Erden kommt nicht von unten, sondern von oben: da, wo man Jesus reinlässt.

Köpfe gehören hoch, nicht in den Sand

Advent ist immer wieder neue Anfangszeit, auch mitten in der Endzeit (wie auch immer wir die verstehen). Darum heisst es «wenn das alles geschieht, erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung naht sich». Die Köpfe gehören hoch, nicht in den Sand. Die ersten Schritte zur endgültigen und umfassenden Heilung des Kosmos sind getan. Freuen wir uns, und bleiben wir dran!

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