Es fing global an – Weder heilig noch drei noch Könige

Glauben Sie an Mythen? Dann haben Sie bestenfalls Religion. Die Bibel ist anders: echt, wahr, in Raum und Zeit verwurzelt. Das «Dreikönigsfest» gibt eine wunderbare Gelegenheit, mit Mythen aufzuräumen und den Glauben auf den Boden zu bringen.

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Drei Könige

Glauben Sie an Mythen? Dann haben Sie bestenfalls Religion. Die Bibel ist anders: echt, wahr, in Raum und Zeit verwurzelt. Das «Dreikönigsfest» gibt eine wunderbare Gelegenheit, mit Mythen aufzuräumen und den Glauben auf den Boden zu bringen.

Seit klein auf kennen wir die Szene: Drei unterschiedlich pigmentierte Männer besuchen den kleinen Jesus in der Krippe – nicht als Asylsuchende, sondern als Reiche, die Geschenke bringen. Sie sind dem Stern gefolgt und bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. Ach ja, Namen haben sie auch bekommen: Kaspar, Melchior und Balthasar.

Oft knien sie in Krippenfiguren grad neben den Hirten, während ihre Kamele geduldig im Hintergrund warten. Man kann das schön deuten: Die Reichen und die Armen kommen beide zu Jesus, das Kind überbrückt soziale Gräben. Und darum feiern wir das «Dreikönigsfest». So weit so schön.

So ziemlich alles Mythos ...

Für alle, die an dieser Szene hängen, kommt die schlechte Nachricht zuerst: So ziemlich alles an diesem Krippenbild ist falsch (lesen Sie die richtige Geschichte im Matthäus-Evangelium, Kapitel 2). Erstens kamen die Männer nicht an die Krippe, sondern Jesus war schon ein paar Monate alt und sie besuchten ihn in einem Haus (vgl. Vers 11). Zweitens weiss niemand, wie viele es waren. Auf die Zahl drei ist man anhand der drei Geschenke gekommen, die erwähnt werden. Und drittens waren es keine Könige, sondern «magoi» – Sterndeuter, eine Art Wissenschaftler für die damaligen Begriffe.

… aber eine ganz wichtige Geschichte

Nun die gute Nachricht. Was ist denn wirklich wichtig an der Geschichte? Vor allem: Jesus kam von Anfang an für die ganze Welt. Gottes Erlösungs-Unternehmen ist nicht auf ein Volk oder ein paar Erwählte oder eine bestimmte Religion beschränkt, sondern Gott lädt die ganze Welt ein, sich mit ihm versöhnen zu lassen. Gott sieht die Sehnsucht nach Erlösung in allen Völkern, Kulturen und Religionen, und Jesus ist die Antwort. In fast allen Kulturen und Traditionen gibt es versteckte oder offene Hinweise auf den Retter der Welt.

Das ist heute wieder ganz wichtig und aktuell: Jesus kam nicht nur für Christen, er kam nicht einmal, um eine «Christenheit» aufzubauen – quasi eine bevorzugte Religion –, sondern er ist die Erfüllung der Hoffnung aller Menschen. Die Christen waren darum auch von Anfang an eine globale Bewegung (vgl. zum Beispiel die Pfingstgeschichte), wahrscheinlich die erste wirklich globale Bewegung der Weltgeschichte.

Jesus kam auch nicht nur für die Armen – die Hirten. Die «Magoi» aus dem Osten waren wohlhabend und gebildet. Um an Jesus zu glauben, muss man weder arm sein noch den Verstand abgeben, nur konsequent sein. Die Männer folgten den Überlieferungen ihres Volkes, suchten einen König, machten sich auf den Weg – und fanden Jesus.

Während die «Heiden» nun kamen und Jesus anbeteten, bekam König Herodes weiche Knie. Die einzig richtige Reaktion auf Jesus ist Anbetung und Verehrung. Für Machthaber, Sesselkleber und Tyrannen sieht es schlecht aus. Jesus sucht keine «Empire builders» (Imperiums-Konstrukteure), sondern «Kingdom seekers» (Königreich-Suchende).

Also: Obwohl es weder (unbedingt) drei noch Heilige noch Könige waren, war es ein enorm wichtiges Zeichen, dass die «Magier aus dem Osten» zu Jesus gekommen sind. Es ist eine kleine Vorwegnahme der Schlussszene der Bibel, in der sich «alle Knie beugen und jede Zunge bekennt, dass Jesus der Herr ist» (Philipper, Kapitel 2, Vers 10) und Menschen aus allen Völkern, Stämmen, Kulturen und Religionen den anbeten werden, der sein Leben für die Welt gelassen hat.

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