König David kannte beides – Vertrauen in Gottes Kraft oder in menschliche Stärke?

Der Hirtenjunge David tötete den Riesen Goliat mit einem einzigen Kieselstein – und einem Schwert. Wie kommt es, dass David als König Jahrzehnte später seine Armee zählen musste, um sicher zu sein, dass er den Feinden gegenübertreten konnte?
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Hirte der seine Schafe führt

David, einer der grossen Helden der Bibel. Wir sehen ihn alle vor uns, den kleinen Hirtenjungen, wie er mit nichts anderem als einem Hirtenstab und einer Steinschleuder auf den Riesen Goliat zugeht und ruft: «Du, Goliat, trittst gegen mich an mit Schwert, Lanze und Wurfspiess. Ich aber komme mit der Hilfe des Herrn. Er ist der Herr, der allmächtige Gott, und der Gott des israelitischen Heeres. […] Und alle Soldaten hier sollen sehen, dass der Herr weder Schwert noch Speer nötig hat, um uns zu retten. Er selbst führt diesen Krieg und wird euch in unsere Gewalt geben.» (1. Samuel, Kapitel 17, Verse 45 und 47) Gesagt, getan. Mit einem kleinen Stein – und Gottes grosser Macht – schlug er den Riesen bewusstlos und dieser konnte getötet werden.

Davids Unglaube

Szenenwechsel, viele Jahrzehnte später, kurz vor Davids Tod. Vieles hat er mit Gott erlebt, Unglaubliches, und Gott hat ihn immer wieder gerettet. Wie kommt es dann dazu, dass er plötzlich alle wehrfähigen Männer des Landes zählen lässt? (2. Samuel, Kapitel 24)

David verwechselt mit einem Mal Zahlen mit Macht. Vergessen ist der schutzlose Hirtenjunge vor dem riesigen Goliat. David verlässt sich nicht mehr auf die Kraft Gottes, sondern auf die Kraft der Menschen, obwohl ihm seine Heerführer selbst davon abraten. Fast zehn Monate lang bereisen diese das Land und zählen das Volk. Das Ergebnis: 800'000 wehrfähige Männer. Was für eine Zahl! Und damit sagt David seinem Volk letztlich nur eins: «Keine Sorge, Leute. Wir schaffen das auch ohne Gott, die Zahlen stimmen…» In anderen Worten: Es ist Davids Unglaube, der ihn zu der Volkszählung verführt! Und dieser Unglaube würde sein Volk teuer zu stehen kommen.

Bereut – aber zu spät

Als David das Ergebnis erfährt, wird ihm mit einem Mal sein Fehler bewusst: Die Grösse des Heeres ist doch völlig egal, solange der allmächtige Gott an seiner Seite steht. Er bittet Gott um Vergebung, doch dieser hat bereits beschlossen, das Volk zu strafen und gibt David drei Strafoptionen: sieben Jahre Hungersnot, drei Monate Flucht von den Feinden oder drei Tage lang Pest… David entscheidet sich für die Pest. Warum? Weil er mit Gottes Barmherzigkeit rechnete. «Ich habe grosse Angst. Aber ich will lieber dem Herrn als den Menschen in die Hände fallen, denn er ist sehr barmherzig.» (2. Samuel, Kapitel 24, Vers 14)

Dennoch sterben in den drei Tagen 70'000 Menschen an der Pest. Erst, als die Krankheit bis an Jerusalems Tore kommt, hat Gott Mitleid. Und letztlich erhört er Davids Gebet und macht der Pest ein Ende.

Wenn wir noch stark sind

Jetzt macht der Satz, den Gott Paulus sagte, mit einem Mal mehr Sinn: «Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.» (2. Korinther, Kapitel 12, Vers 9) Wenn wir wenig haben, wenn unsere Hilfsmittel ausgegangen sind und wir am Ende sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als auf Gott zu vertrauen – und wir erleben grosse Wunder mit ihm. Was aber, wenn ich noch Hilfsmittel in Reserve habe? Wenn die Zahlen stimmen? Zähle ich meine «Armee», wenn das Geld zum Monatsende knapp ist? Wenn ein grosses Problem innerhalb der Familie auftaucht, vertraue ich dann eher der Weisheit meines Partners oder der Weisheit Gottes? Auf wen oder was setze ich letzten Endes mein Vertrauen?

In einem Artikel zum Thema ermutigt der Autor Will Graham am Ende: «Bemühe dich nicht, deine Armee zu zählen. Suche deine Stärke lieber allein in Gott.»

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