Neujahrs-Vorsätze – Veränderung ist möglich

Wenn man von den berühmten Vorsätzen zum neuen Jahr spricht, scheiden sich die Geister: Macht es überhaupt Sinn, sich Dinge für ein neues Jahr vorzunehmen, gerade wenn es Wesenseigenschaften betrifft? Doch, Veränderung ist möglich.

Wenn man von den berühmten Vorsätzen zum neuen Jahr spricht, scheiden sich die Geister: Macht es überhaupt Sinn, sich Dinge für ein neues Jahr vorzunehmen, gerade wenn es Wesenseigenschaften betrifft? Doch, Veränderung ist möglich – unter gewissen Voraussetzungen.

Das Jahr 2017 ist bereits ein paar Tage alt, doch vielleicht ist dem einen oder anderen schon siedend heiss aufgefallen, dass er einen Neujahrs-Vorsatz bereits gebrochen hat – sei es das tägliche Joggen, das dem weichen Bett zum Opfer gefallen ist, oder die strenge Diät, die mit dem leckeren Kuchen am vergangenen Sonntag einfach unmöglich wurde. Aus immer mehr Richtungen hört man, dass es am besten sei, gar keine Vorsätze zu machen, da sie ja eh gebrochen werden. Das klingt fatalistisch – ist Veränderung denn wirklich unmöglich?

Veränderung des Wesens

Zugegeben: Der Druck der Neujahrsvorsätze ist oft so gross, dass man schier darunter zusammenbricht. Doch es gibt Menschen, die ihre Vorsätze bis zum Jahresende wirklich durchziehen. Aus diesem Grund nehme ich mir nur noch eine Sache vor, auf die ich mich dann konzentrieren kann. Für 2016 war es beispielsweise, mehr Freunde zu besuchen, beziehungsweise sie häufiger zu uns nach Hause einzuladen, und ich denke, im Rückblick hat das wirklich gut geklappt. Veränderung scheint also doch möglich. Aber wie ist das mit den Dingen, die tiefer liegen? Beispielsweise der Vorsatz, geduldiger zu werden, freundlicher zu sein, ehrlicher, offener, also Dinge unseres Wesens zu ändern? Dies ist deutlich schwieriger… und dennoch, auch hier gibt es Hoffnung für 2017.

Ein lebendiges Herz – für den Mitmenschen

Diese Hoffnung kommt aus der Bibel und wurde von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen als Motto für 2017 gewählt: «Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.» (Hesekiel, Kapitel 36, Vers 26) Gott bietet an, dass er nicht das physische Herz, sondern eine neue Gesinnung schenken kann, ein neues Wesen.

Aber halt – ich will doch nur geduldiger werden, da brauche ich doch kein komplett neues Herz… oder? Das Problem ist, dass wir jeden Tag gegen unseren Egoismus ankämpfen, der sich ebenfalls in unserem Inneren, in unserem Herzen eingenistet hat. Wenn ich mir also vornehme, mit anderen geduldiger, freundlicher oder ehrlicher zu werden, mir dies aber in bestimmten Situationen eher Nachteile bereitet, dann überlege ich schon zweimal, ob ich wirklich zurückstecke – und schon sind meine Vorsätze am Wanken. Dies alleine zu ändern, ist fast unmöglich.

Sich verändern lassen

Aber Gott ist perfekt, er ist komplett freundlich, geduldig, ehrlich oder welches Ideal auch immer ich anstrebe. Und er hat die Möglichkeit, mein Herz zu verändern, nämlich dann, wenn ich zulasse, dass er in mir wirkt, dass er an mir arbeitet. Das kann praktisch so aussehen, dass ich Zeit mit ihm verbringe, beispielsweise durch das Bibellesen, und so von ihm lerne, wie ich mich verändern kann. Er schenkt dadurch auch die Kraft zu Veränderung – und letztlich ein «neues Herz». In dem Bibelvers aus Hesekiel heisst es weiter: «Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges Herz.» Das, was durch den Egoismus und durch mein Fehlverhalten in mir steinhart geworden ist, möchte Gott mit etwas Lebendigem, Durchblutetem ersetzen – damit ich wieder für andere mitfühlen kann, mitleidiger, freundlicher, geduldiger werde.

Ein neuer Geist führt himmelwärts

Aber wofür brauchen wir einen «neuen Geist»? Unser Geist ist der Teil unserer Individualität – und der Teil in uns, mit dem wir uns in Verbindung mit Gott setzen können. Wenn Gott uns einen neuen Geist anbietet, bedeutet dies, dass er es uns ermöglichen will, eine Beziehung mit ihm einzugehen. Er sucht den Kontakt zu uns. Von uns aus ist das eben durch unsere Fehltritte, unseren Egoismus nicht möglich. Aber Gott möchte dies wegwaschen. Er sehnt sich nach einer Verbindung zu uns. Deshalb sagt er auch kurz vor dem zitierten Bibelvers im Vers 25: «Mit reinem Wasser wasche ich eure Schuld von euch ab.»

Gott bietet Veränderung an – und mit ihm ist Veränderung auch 2017 möglich. Er bietet ein lebendiges Herz, mit dem wir für unsere Mitmenschen da sein können, aber auch einen neuen Geist, durch den wir mit ihm in Verbindung leben können. Alles, was wir dafür tun müssen, ist, sein Angebot anzunehmen, seine ausgestreckte Hand zu ergreifen. Und uns von ihm verändern zu lassen.

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