Weihnachtsgebäck – Spekulationen rund um Spekulatius

Für viele gehören die aromatischen Kekse zu Weihnachten wie die Kerzen am Baum: Spekulatius sind etwas Besonderes. Doch woher hat das Gebäck seinen Namen und sein Erscheinungsbild?
Pixabay
Spekulatius sind eine Weihnachtsspezialität

Manche Plätzchen ändern ihre Farben und Formen von Saison zu Saison. Das ist bei den klassischen Spekulatius anders: Seit eh und je gibt es die flachen Kekse in Windmühlen-, Schiffs- und Männergestalt. Ein paar Formen kommen noch dazu, doch das war’s auch schon. Und dafür gibt es tatsächlich Gründe.

Die Geschichte hinter den Spekulatius

Das flache Mürbeteiggebäck stammt vermutlich aus den Niederlanden oder Belgien. Wie bei jedem beliebten Rezept gibt es auch andere Regionen, die seinen Ursprung für sich in Anspruch nehmen – Westfalen zum Beispiel. Die typischen Bildmotive der Spekulatius entstehen dadurch, dass der Teig in Holzformen gedrückt wird, die kunstvoll geschnitzt sind, sogenannte Modeln. Diese zeigen hauptsächlich Motive aus der Nikolaus-Geschichte.

Nikolaus von Myra ist eine der bekanntesten Personen der frühen Kirche, als «Sinterklaas» ist er in den Niederlanden so populär wie hierzulande der Weihnachtsmann. Die Spekulatius erinnern an sein Leben und die ihm zugeschriebenen Wunder. Fast kann man sie wie Karten vor sich legen und seine Geschichte damit erzählen. Einzig die Windmühle passt nicht ganz in die Serie – sie ist eine kleine Erinnerung an die holländische Umgebung.

Das Spekulative bei den Spekulatius

Während die Geschichte des Gebäcks nachvollziehbar ist, lässt sich sein Name nicht eindeutig herleiten. Stammt Spekulatius vom Lateinischen «speculum» (Spiegelbild) und meint die Bildmotive der Kekse oder rührt er vom «speculator» her, dem Aufseher? Dies wäre die Bedeutung des Begriffs «Bischof» und könnte so direkt auf Nikolaus von Myra verweisen. Sicher ist das heute nicht mehr zu klären. Wer Spekulatius mag, kann dies sicher verschmerzen, denn überzeugen tut das Gebäck durch seinen typischen Geschmack nach Kardamom, Gewürznelke und Zimt – für viele ist das der «Geschmack von Weihnachten» schlechthin.

Im 18. Jahrhundert waren Spekulatius eine Kostbarkeit, die sich nur wenige leisten konnten. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg blieben sie teuer und für die breite Bevölkerung kaum erschwinglich. Erst durch die industrielle Herstellung verloren sie ihren Ruf einer kostbaren exotischen Spezialität. Heute gewinnen sie wieder ein wenig davon zurück, weil es sie vermehrt in Bäckerqualität zu kaufen gibt oder manche sich ein Model oder eine Rolle zum Formen anschaffen und ihre Spekulatius selbst backen.

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