Jesus und der Advent – «Macht mal halblang!»

Was würde Jesus wohl sagen, wenn er heute die Advent- und Weihnachtszeit miterleben würde? Über das hektische Treiben würde er sich vermutlich die Augen reiben.
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Gestresster Mann vor Weihnachtsbäumen

Was würde Jesus wohl sagen, wenn er heute die Advent- und Weihnachtszeit miterleben würde? Über das hektische Treiben würde er sich vermutlich die Augen reiben.

Vielleicht würde Jesus Folgendes dazu sagen: «Was ist hier eigentlich los? Macht mal halblang! Wegen mir brauchst Ihr all' das nicht zu machen!»

Keine gemeinsame Zeit

Haben Sie schon einmal einen Gastgeber erlebt, der ständig etwas macht, mit dem man aber einfach nicht zum Reden kommt, weil er schon wieder aufsteht, etwas wegbringt oder holt? Das Ganze ist so von Unruhe geprägt, dass es einfach nicht gemütlich wird. Es kommt nicht zu einer echten Begegnung und auch nicht zu einem tieferen Gespräch.

So oder ähnlich mag es sich für Jesus anfühlen, wenn er die Menschen erlebt, die zwar ganz viel tun, um es sich und anderen für den Advent und Weihnachten schön zu machen, aber die nicht wirklich Zeit mit ihm verbringen.

Kränze, Kekse und Kerzen

Es geht hier nicht darum, die Vorbereitungen für Advent und Weihnachten schlecht zu machen. Es geht um die Frage, ob bei all dem noch das passiert, um was es im Kern eigentlich geht: um eine besondere Zeit mit Jesus. Für das Kommen von Jesus heute braucht es keine ehrgeizigen Vorbereitungen und auch keine aufgeräumte oder geschmückte Wohnung.

Jesus braucht das nicht, wenn er zu uns kommt. Er hat nichts dagegen, aber er erwartet es nicht und er macht sich nicht davon abhängig. Er ist viel spontaner, als Sie vielleicht denken. Sein erster Anlaufpunkt sind nicht die Kränze, Kekse und Kerzen, sondern wir selbst, unser Herz, unser Inneres, das, was uns beschäftigt.

Es geht um Begegnung

Wer sehen will, wie Jesus Menschen trifft, kann das in der Bibel lesen, den sogenannten Evangelien, oder er kann es sich von Christen berichten lassen, wie sie Jesus kennengelernt haben. In einer Begebenheit, von der die Bibel berichtet, ist Jesus Gast in einem Haus bei zwei Frauen. Eine, ihr Name ist Martha, ist pausenlos mit verschiedensten Arbeiten beschäftigt, die zweite Frau, Maria, setzt sich zu Jesus, ist ihm nah und spricht mit ihm. Als sich Martha bei Jesus beschwert, weil Maria ihr nicht bei der Arbeit hilft, zeigt Jesus dafür nicht einmal Verständnis. Er sagt zu ihr: «Martha, Martha, du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.» (Die Bibel, Lukas-Evangelium, Kapitel 10, Vers 38-42)

Jesus räumt sogar mit auf

Es braucht für einen echten Advent im eigenen Leben, also einer Begegnung mit Jesus, keine besonderen Vorbereitungen. Verrückterweise ist es so, dass Jesus, obwohl er doch der Gast ist, sogar auch noch dafür sorgt, dass Unordnung und Schmutz im eigenen Leben, die Bibel nennt das Sünde, weg kommen und beseitigt werden.

Er kennt Sie durch und durch

Was heisst das? Nun, Sie müssen nicht dafür sorgen, dass Ihr Leben nett und ansprechend aussieht, wenn Sie Jesus begegnen wollen. Er kennt Sie durch und durch. Er kennt Ihre Herkunft, Ihren bisherigen Weg, Ihre Wünsche und Sehnsüchte, auch all Ihre Schwächen und Fehler – einfach alles. Und die nicht so schönen Seiten an Ihnen schrecken Ihn nicht ab.

Sie dürfen sicher sein: Wenn Sie mit dem was Ihr Gewissen bedrückt, mit dem, wo Sie falsch gehandelt haben, zu Jesus kommen und Sie das bereuen, wird Jesus sich nicht abweisen oder Sie gar wegschicken. Er wird Ihnen Ihre Schuld vergeben und sich darüber freuen mit Ihnen zusammen zu sein.

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